Der Sturm deckte ein Blechdach ab

Zahlreiche Sturmeinsätze in Salzburg und Oberösterreich

Dienstag, 11. Februar 2020 | 16:26 Uhr

Nachdem das Tiefdruckgebiet “Sabine” am Montag in Salzburg nur für geringe Schäden gesorgt hat, hat in der Nacht auf Dienstag eine neuerliche Sturmfront das Bundesland erreicht. Feuerwehrleute mussten vor allem umgestürzte Bäume von Straßen, Stromleitungen und Dächern räumen. Auch in Oberösterreich hat der Sturm die Einsatzkräfte weiter gefordert, die Lage war dort aber entspannter als am Montag.

In Salzburg waren Dienstagfrüh bis kurz nach 8.00 Uhr rund 440 Feuerwehrleute zu mehr als 50 Einsätzen ausgerückt. Der Schwerpunkt des Geschehens lag dabei im nördlichen Flachgau. In der Stadt Salzburg wurde von einer Sturmböe ein rund 500 Quadratmeter großes Blechdach eines Wohnblocks weggeblasen. Das Dach stürzte zum Teil auf einen Garten und einen Parkplatz, Menschen wurden dabei aber nicht verletzt. Laut Berufsfeuerwehr konnten die Bewohner der 25 Wohnungen in dem Gebäude bleiben, weil es gelang, das Dach mit Planen provisorisch wieder abzudecken.

Auch im Flachgau wurde eine Lagerhalle zum Teil abgedeckt, zudem stürzte ein Baum in die Fahrleitung der Salzburger Lokalbahn. Die Strecke dürfte für die Reparatur des Schadens wohl bis Mittag gesperrt bleiben. Zwischen Oberndorf und Lamprechtshausen wurde von der Salzburg AG ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die ÖBB meldeten in der Früh hingegen keine Einschränkungen im Zugverkehrs.

In Oberösterreich waren die Aufräumarbeiten seitens der Feuerwehr und der Energieversorger großteils erledigt. Laut Netz OÖ seien derzeit noch etwas unter 500 Haushalte ohne Strom; bis zum Abend rechne man aber damit, dass die Versorgung im gesamten Bundesland wiederhergestellt sei. Die Feuerwehr hatte am Dienstag nur mehr einzelne Einsätze zu verbuchen.

Die zweite Front des Sturmtiefs hatte in der Nacht auf Dienstag erneut für Stromausfälle bei insgesamt 15.000 Haushalten im Bezirk Braunau, im Seengebiet rund um den Attersee und den Traunsee bzw. im Bezirk Kirchdorf gesorgt. Zusätzlich waren 90 Haushalte in den Bezirken Schärding und Rohrbach bereits seit Montag vom Stromnetz abgeschnitten. Am Dienstagnachmittag konnten noch knapp 500 Haushalte nicht versorgt werden. Laut Netz OÖ sollten die letzten Störungen aber bis etwa 18:00 Uhr behoben sein; insgesamt seien 260 Mitarbeiter im Einsatz gewesen, um die Versorgung wiederherzustellen.

In Linz und in Schwertberg wurden Dächer großflächig abgedeckt. In Linz hatte der Sturm bereits am Montag das 200 bis 300 Quadratmeter große Flachdach eines Mehrparteienhauses abgetragen. Es fiel auf zwei geparkte Pkw. Verletzt wurde niemand. In Schwertberg fegte “Sabine” das Blechdach eines Einfamilienhauses zur Gänze weg und wehte es in ein angrenzendes Feld. Um zu verhindern, dass das abgetragene Blechdach erneut vom Wind erfasst wird, wurde es zerlegt, berichtete die örtliche Feuerwehr.

Waren am Montag vor allem das nördliche Inn- und das Mühlviertel betroffen, so verlegte sich “Sabine” in der Nacht mit bis zu 111 km/h weiter in den Süden. Die Feuerwehren rückte zu rund 100 Einsätzen aus, Schwerpunkte waren diesmal der Bezirk Braunau und das Alpenvorland. Es galt umgestürzte Bäume zu beseitigen, blockierte Verkehrswege freizumachen, eingeschlossene Fahrzeuge bzw. deren Insassen zu befreien, beschädigte Dächer abzudichten und Stromleitungen zu sichern.

In der Nacht gab es auch erneut Störungen im Stromnetz, davon waren rund 5.500 Haushalte betroffen. Von jenen 30.000 Anschlüssen, bei denen am Montag der Strom ausgefallen war, mussten 90 über Nacht ohne Elektrizität auskommen. Denn die Reparaturen waren wegen der Sturmböen teilweise zu gefährlich. Tagsüber standen wieder rund 240 Mitarbeiter der Netz Oberösterreich im Einsatz, um die Versorgung wieder herzustellen.

Bei der Feuerwehr sind die allermeisten Einsätze bereits am Montag und in der Nacht auf Dienstag erfolgt, wie ein Sprecher gegenüber der APA sagte. Am Dienstag seien nur mehr vereinzelte Aufräumarbeiten zu erledigen gewesen. Daher habe sich die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich nicht mehr wesentlich über die bisherigen 1.300 Einsätze, an denen 5.500 Helfer beteiligt waren, hinaus erhöht.

Bisher bescherte der Sturm den Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich 1.300 Einsätze, an denen 5.500 Helfer beteiligt waren. Auch wenn die Meteorologen nur mehr Windspitzen von bis zu 80 km/h für Dienstag und 60 km/h für Mittwoch ankündigten, so waren die Aufräumarbeiten noch lange nicht abgeschlossen.

Im niederösterreichischen Waldviertel sind indes auch am Dienstag noch Verkehrsverbindungen wegen Sturmschäden gesperrt gewesen. Es handelte sich nach Angaben der zuständigen Straßenmeistereien um zehn Landesstraßen. Sperren bestanden im Raum Waidhofen a.d. Thaya, Raabs a.d. Thaya (Bezirk Waidhofen a.d. Thaya) und Gföhl (Bezirk Krems).

Von: apa