Besonders schlimm ist die Situation im Großraum Sydney

Zehntausende müssen bei Sydney vor Überschwemmungen fliehen

Montag, 04. Juli 2022 | 14:18 Uhr

Wegen heftiger Überschwemmungen haben die Behörden zehntausende Menschen in und um die australische Metropole Sydney dazu aufgerufen, sich in Sicherheit bringen. Rund 32.000 Menschen im Bundesstaat New South Wales wurden am Montag aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen oder sich auf die Flucht vorzubereiten, teilte der Katastrophenschutz mit. Die Lage sei “sehr gefährlich”. Die Armee entsandte hundert Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort.

Die Ostküste Australiens wird seit dem Wochenende von heftigen Regenfällen heimgesucht. Viele Menschen wurden in ihren Autos eingeschlossen, als sie versuchten, die überschwemmten Straßen zu überqueren, oder konnten wegen der Wassermassen ihre Häuser nicht verlassen. Seit Sonntagabend brachten die Rettungskräfte nach eigenen Angaben mehr als 80 Menschen in Sicherheit, seit Beginn der Unwetter waren es 140.

Aus dem Warragamba-Damm, der große Teile Sydneys mit Trinkwasser versorgt, treten seit Sonntag große Wassermassen aus. In dem im Südwesten der Metropole gelegenen Vorort Camden verwandelte das schlammiges Flusswasser ein großes Stück Land in einen See.

Vor der Küste von Australiens größter Metropole schlug eine dramatische Rettungsaktion von 21 Besatzungsmitgliedern eines Frachtschiffs zunächst fehl, das inmitten des starken Seegangs eine Motorpanne hatte. Wegen der Wetterbedingungen konnten sie nicht, wie zunächst geplant, mit Hilfe von Hubschraubern von Bord des manövrierunfähigen Schiffs geholt werden. Später gelang es nach Angaben der staatlichen Hafenbehörde jedoch, den 150 Meter langen Frachter mit drei Schleppern in tieferes Wasser zu ziehen. Dort soll der Motor wieder flottgemacht werden.

Die schweren Regenfälle in New South Wales sollten nach Einschätzung von Meteorologen binnen 24 Stunden nachlassen. Einige der bereits evakuierten Bewohner im Westen Sydneys durften inzwischen wieder nach Hause zurückkehren. Dieselbe Region war bereits im März von starken Überschwemmungen betroffen gewesen. Durch das Hochwasser waren damals 20 Menschen ums Leben gekommen.

Nach mehreren Jahren der Dürre und klimabedingter Buschbrände erlebt der Osten Australiens wegen des Wetterphänomens La Niña derzeit einen außergewöhnlich feuchten Sommer. Der Klimawandel erhöht Experten zufolge das Überschwemmungsrisiko, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser aufnimmt und so die Intensität von Regenfällen zunimmt.

Von: APA/dpa

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