Evakuierung: Einsatzkräfte bei einem Tunnel-Notausstieg

Zug verlor Tür – Westbahnstrecke blockiert

Freitag, 23. September 2016 | 18:17 Uhr

Ein stecken gebliebener Zug hat am Freitagnachmittag die Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten blockiert. Ein ICE überfuhr in einem Tunnel nahe des Bahnhofs Tullnerfeld eine von einem anderen Zug verlorene Tür und blieb stecken. Verletzt wurde niemand. Die Evakuierung der 287 ICE-Insassen war um 16.00 Uhr abgeschlossen. Die Wiederfreigabe der Strecke könnte laut ÖBB noch am Abend erfolgen.

Die Bergung des gegen 13.15 Uhr im Stierschweiffeldtunnel stecken gebliebenen ICE sollte mit einem Hilfszug erfolgen, sagte ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Die Garnitur werde dann nach St. Pölten gebracht. Eine Freigabe der Westbahn-Neubaustrecke für den Verkehr noch in den Abendstunden des Freitags schien nicht ausgeschlossen.

Seif begründete dies damit, dass der ICE, der eine verlorene Tür eines anderen Zuges überfahren hatte, nicht entgleist sei. Daher bestünde die Hoffnung, dass die Infrastruktur keinen Schaden genommen habe. Diesbezügliche Überprüfungen standen vor einer Freigabe der Strecke freilich noch an.

Nach dem Zwischenfall im 3,3 Kilometer langen Stierschweiffeldtunnel nahe der Ortschaft Rassing, Teil der Tunnelkette Perschling auf der Westbahn-Neubaustrecke, sind am Freitagnachmittag zunächst alle Passagiere aus dem ICE evakuiert worden. Es habe sich um 287 Menschen gehandelt, sagte ÖBB-Sprecher Christopher Seif zur APA. Die Aktion habe etwa 45 Minuten gedauert, fügte Feuerwehrsprecher Franz Resperger hinzu.

Die Evakuierung sei über den Notausstieg 4 des Tunnels erfolgt und sehr diszipliniert abgelaufen. Es habe keine Panik und keine Verletzten gegeben, teilte Resperger mit. Die Passagiere hätten allen Anordnungen der Einsatzkräfte Folge geleistet und seien über etwa 300 Stufen ins Freie gelangt. Sechs Feuerwehren waren mit 70 Mann ausgerückt.

Die Aktion war nach ÖBB-Angaben kurz nach 16.00 Uhr abgeschlossen. Die Fahrgäste des ICE wurden in der Folge mit Autobussen nach St. Pölten gebracht und vorn dort auf der Schiene weiterbefördert, teilte Seif mit.

Seif zufolge hatte ein russischer Zug auf dem Weg von Moskau nach Nizza im Stierschweiffeldtunnel eine Tür verloren. Der nachfolgende ICE 90 (Wien – Hamburg) überfuhr das Hindernis, das sich im Drehgestell verfangen haben dürfte, und wurde gestoppt.

Züge, die zum Zeitpunkt des Zwischenfalls gegen 13.15 Uhr unterwegs waren, wurden dem ÖBB-Sprecher zufolge über Herzogenburg in die NÖ Landeshauptstadt umgeleitet. Weitere Garnituren mussten während der Unterbrechung über die Altbaustrecke und somit über Rekawinkel und Neulengbach fahren.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Zug verlor Tür – Westbahnstrecke blockiert"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
bon jour
Grünschnabel
7 Tage 17 h

große russische Technik.

wpDiscuz