Ermittlungen in alle Richtungen

Zugkollision in Oberkärnten: Untersuchungskommission am Werk

Mittwoch, 11. April 2018 | 10:40 Uhr

Die Ursache für einen Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einer Schienenschleifmaschine am Dienstag auf der Tauernbahn in Oberkärnten war am Mittwochvormittag noch ungeklärt. Laut Auskunft der ÖBB war eine Unfall-Untersuchungskommission bereits an der Arbeit, derzeit werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es auf APA-Anfrage.

Die Kollision hatte sich wenige 100 Meter nach dem Bahnhof Kolbnitz (Bezirk Spittal/Drau) ereignet, dem Personenzug kam plötzlich eine Schienenschleifmaschine entgegen. Der Lokführer stoppte seinen Zug und warnte die Fahrgäste, die beiden Mitarbeiter am Sonderschienenfahrzeug sprangen vor dem Zusammenstoß ab. Beide erlitten dabei Knochenbrüche, zwei Fahrgäste des Personenzugs zogen sich Abschürfungen zu.

Die beiden Schwerverletzten mussten mit einem Hubschrauber geborgen werden, da die Bahnstrecke an der Unfallstelle durch extrem steiles, unwegsames Gelände führt. Zu allem Überdruss brach auch noch ein Böschungsbrand aus, insgesamt sechs Feuerwehren mussten ausrücken. Sie löschten die Flammen und halfen den ÖBB bei den Bergungsarbeiten. ÖBB-Sprecher Christoph Posch betonte: “Für diese Unterstützung möchten wir uns sehr herzlich bedanken, das war uns eine große Hilfe.”

Zunächst wurde menschliches Versagen ebenso wenig ausgeschlossen wie eine technische Ursache. Bis zur Klärung der Unfallursache werde es jedenfalls noch einige Tage dauern, hieß es. Die Gleisanlagen wurden bei dem Unfall nicht beschädigt, an der Lokomotive des Personenzuges entstand im Frontbereich leichter Sachschaden.

Von: apa