Urteil ist nicht rechtskräftig

Zwei Jahre Haft für 20-Jährigen wegen Sex mit 13-Jähriger

Dienstag, 28. November 2017 | 11:30 Uhr

Ein 20-jähriger Afghane ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt zu zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt, verurteilt worden. Der Mann hatte eine sexuelle Beziehung mit einer 13-Jährigen gehabt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Neben schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen wurde dem Angeklagten auch Suchtgifthandel vorgeworfen.

Wie Staatsanwältin Daniela Zupanc sagte, hatte der Mann die 13-Jährige aus schwierigen familiären Verhältnissen, die in einer betreuten Wohngemeinschaft wohnte, Anfang 2017 kennengelernt. Es entwickelte sich eine Beziehung, der Mann hatte die 13-Jährige auch bei sich wohnen lassen.

Der Afghane gab zu, mit Cannabiskraut gehandelt zu haben, einen Teil davon hatte er auch gemeinsam mit dem Mädchen geraucht. Außerdem, so der Vorwurf, hatte der 20-Jährige einer Jugendlichen einen Rucksack mit Bargeld und Cannabis im Wert von rund 5.000 Euro überlassen, bevor er in Haft kam – das bestritt er aber.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, dass er nicht gewusst habe, dass eine Beziehung mit einer 13-Jährigen strafbar sei. Er sei auch mit der Mutter des Mädchens in Kontakt gewesen und habe den Eindruck gehabt, dass sie mit der Beziehung einverstanden gewesen sei. “Es ist völlig irrelevant, ob Sie wissen, dass Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen strafbar ist. Sie hätten sich informieren müssen”, sagte Richter Michael Schofnegger, der dem Schöffensenat vorsaß. Er verwies auf die Strafdrohung von bis zu zehn Jahren Haft.

Mildernd kamen dem Mann sein Alter und seine Unbescholtenheit zugute, erschwerend das Zusammentreffen mehrerer Delikte. Der 20-Jährige nahm das Urteil an, Staatsanwältin Zupanc gab keine Erklärung ab.

Von: apa