Die Suche nach Verschütteten läuft weiter

Zwei Lawinentote in Tirol und im benachbarten Bayern

Samstag, 23. Februar 2019 | 21:43 Uhr

Am 20. Jahrestag der Lawinenkatastrophe von Galtür haben sich am Samstag in Tirol und in unmittelbarer bayrischer Nachbarschaft erneut tödliche Lawinenunglücke ereignet. Im freien Skigebiet von Kühtai (Bez. Imst) kam bei einem Lawinenabgang ein 27-jähriger Tscheche ums Leben. Im bayerischen Schwangau lösten sich drei Lawinen nebeneinander, dabei wurde ebenfalls eine Person getötet, so die Polizei.

Die Lawinen in Schwangau (Landkreis Ostallgäu) gingen gegen 14.20 Uhr in einem Waldgebiet an der Schäferblasse (1.764 Meter hoch) in rund 1.300 Meter Seehöhe nieder. Die Unglücksstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hotel Ammerwald, das auf der österreichischen Seite liegt. Das Hotel war von den Lawinenabgängen aber nicht betroffen. Fünf Personen wurden von der südlichsten der drei Lawinen verschüttet, eine davon verlor ihr Leben. Eine weitere Person wurde schwer verletzt geborgen, die anderen drei Wintersportler blieben unverletzt. Zur Identität der fünf geborgenen Personen gab es vorerst keine Angaben.

Nach der Bergung der fünf Personen wurde die Suche fortgesetzt, weil weitere Signale von Lawinenverschüttetensuchgeräten empfangen wurden. Dabei konzentrierten sich die Retter auf die mittlere und die nördliche Lawine. Eine Person könnte sich noch unter den Schneemassen befinden, hieß es am Abend vonseiten der deutschen Polizei. Es werde eine Person vermisst. Die Suche wurde bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen unterbrochen und wird am Sonntag fortgesetzt.

Die Suchaktion ging von den österreichischen Einsatzkräften aus, weil man angenommen hatte, dass die Lawinen auf Tiroler Gebiet abgegangen waren. Dabei gestaltete sich der Einsatz als außerordentlich schwierig, da die Unglücksstelle von Tirol aus aufgrund von Lawinengefahr nicht auf dem Landweg erreichbar war. Rund 70 Einsatzkräfte der Bergrettung sowie Mitglieder der Lawinenhundestaffel und der Alpinpolizei wurden von sechs Helikoptern zu den Lawinenkegeln geflogen.

Im freien Skigebiet von Kühtai (Bez. Imst) ist am Samstagnachmittag ein 27-jähriger tschechischer Freizeitsportler zu Tode gekommen. Gemeinsam mit einem 28-jährigen Landsmann stieg er über die Nordwand zum Zwölferkogel (2.988 Meter) auf und über den Fußweg auf der Ostseite in Richtung Speichersee Finstertal (2.335 Meter) wieder ab. Als das Duo sich in sehr steilem Gelände dem See entlang in Richtung Staumauer bewegte, löste sich gegen 15.30 Uhr aus unbekannter Ursache eine Lawine. Der 27-Jährige wurde erfasst und etwa 50 Meter weit mitgerissen. Sein Begleiter alarmierte sofort die Einsatzkräfte. Da die beiden Tschechen keine Lawinenausrüstung mitführten, konnte jedoch erst nach dem Eintreffen der Hubschrauber-Besatzung mit der Suche nach dem 27-Jährigen begonnen werden. Er wurde von einem Lawinenhund gefunden, konnte aber nur noch tot geborgen werden.

Ein weiterer Lawinenabgang in Hintertux (Bez. Schwaz) fand hingegen ein glimpfliches Ende. Zwar wurde ein 32-jähriger deutscher Tourengeher in einer Seehöhe von rund 2.700 Meter von einer etwa 100 Meter langen und 20 Meter breiten Lawine mitgeschleift, er konnte jedoch den Lawinenairbag auslösen und kam auf den Schneemassen zu liegen.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Zwei Lawinentote in Tirol und im benachbarten Bayern"


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Staenkerer
1 Monat 2 Tage

tragisch! oan toter isch schun oan toter zu viel!
ruhe sanft.
hoffentlich wern es nit no mehr!

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