Unglücksstelle nach Lawinenunglück in Kühtai

Zwei Skifahrer bei Lawinenabgängen in Tirol getötet

Sonntag, 31. Januar 2021 | 01:35 Uhr

Im freien Skigelände Tirols haben sich am Samstag zwei tödliche Lawinenunfälle ereignet. In Kühtai (Bez. Imst) wurde ein 16-jähriger Deutscher von Schneemassen verschüttet, in der Axamer Lizum (Bez. Innsbruck-Land) ein 48-jähriger Österreicher, informierte die Polizei. Laut Lawinenwarndienst gingen am Samstag in Tirol bei erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) gleich sieben Lawinen mit Personenbeteiligung ab. Fünf davon – auch die beiden tödlichen – betrafen die Stubaier Alpen.

Nach Angaben des Tiroler Lawinenwarndiensts ereignete sich der tödliche Lawinenabgang in Kühtai im Bereich des Neunerkogels (2.642 Meter). Der 16-Jährige fuhr gegen 12.30 Uhr mit zwei Freunden im Alter von 14 und 15 Jahren von der Bergstation der Drei-Seen-Bahn auf der Piste ab, auf Höhe der Drei-Seen-Hütte wechselten sie in den freien Skiraum. Unterhalb des Finstertaler Stausees auf etwa 2.150 Meter Seehöhe kam der 16-Jährige zu Sturz. Als er einen verlorenen Ski anzuschnallen versuchte, löste sich oberhalb des Jugendlichen plötzlich eine etwa 150 Meter lange und 80 Meter breite Lawine, die den Burschen verschüttete. Seine zwei Freunde setzten sofort die Rettungskette in Gang.

Gegen 14.25 Uhr spürte ein Lawinenhund den 16-Jährigen auf, der einen halben Meter unter der Oberfläche lag und kein Lawinenverschüttetensuchgerät bei sich hatte. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

In der Axamer Lizum wurde ein Skitourengeher beim Aufstieg in Richtung Widdersberg (2.327 Meter) von einer Schneebrettlawine verschüttet. Die etwa 100 Meter breite Lawine löste sich unmittelbar unterhalb des Widdersberger Sattels in einer Seehöhe von rund 2.260 Meter. Zwei Wintersportler, die neben der Aufstiegsspur einen Lawinenkegel feststellten, suchten die Lawine mit ihren Suchgeräten ab. Nach wenigen Minuten konnten sie den Verschütteten in zwei Meter Tiefe orten, begannen nach dem Mann zu graben und verständigten die Rettungskräfte. Die Reanimationsbemühungen wurden gegen 13.00 Uhr nach etwa 30 Minuten erfolglos eingestellt.

Schon am späten Vormittag war ein erster Lawinenabgang in Kühtai glimpflich ausgegangen. Zwar wurde ein Skifahrer von den Schneemassen erfasst, er konnte sich aber selbst aus der Lawine befreien. Weil er sich dabei verletzte, wurde er mit dem Polizeihubschrauber geborgen und in die Klinik nach Innsbruck geflogen. Die Experten des Lawinenwarndiensts sprachen von einer “gebietsweise heiklen Lawinensituation”. Für Sonntag wurde, wie bereits für Samstag, erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala ausgerufen.

Von: apa