Die Fabrik sei laut Behörden illegal betrieben worden

Zwei Tote bei Explosion in spanischer Feuerwerksfabrik

Donnerstag, 24. Mai 2018 | 13:22 Uhr

Trauer und Empörung in Galicien im Nordwesten Spaniens: Bei der Explosion einer wohl illegal betriebenen Feuerwerksfabrik sind nahe der Grenze zu Portugal mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Außerdem seien 37 Menschen – darunter sieben Kinder – verletzt worden, teilte der regionale Notdienst am Donnerstag mit. Die Explosion ereignete sich am Mittwoch aus vorerst unbekannter Ursache.

Die Fabrik befindet sich in der Gemeinde Tui in der Provinz Pontevedra. “Die Lage ist dramatisch, in Tui sieht es wie in der Hölle aus”, hatte eine Sprecherin der Provinzregierung am Mittwoch gesagt.

Die erste Leiche – die Überreste einer erwachsenen Frau – waren am Mittwochabend gefunden worden. Am Donnerstag bargen die Rettungskräfte den amtlichen Angaben zufolge in den Trümmern des Hauses in der Nähe der explodierten Fabrik auch den toten Ehemann der Frau. Rund 20 Häuser seien durch die Explosion völlig zerstört, weitere rund 100 beschädigt worden, teilte die Regionalregierung von Galicien mit. In den Trümmern werde nach weiteren Vermissten gesucht, hieß es, ohne eine Zahl zu nennen.

Acht der Verletzten wurden am Donnerstag noch in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. In Lebensgefahr schwebe allerdings niemand mehr, hieß es. Die Provinzregierung von Pontevedra teilte mit, rund 100 Menschen hätten die Nacht aufgrund der Zerstörungen in Notunterkünften verbringen müssen. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach den Betroffenen auf Twitter seine Solidarität aus und bot auch die Hilfe der Madrider Zentralregierung an.

Die Feuerwerksfabrik sei laut Behörden illegal betrieben worden. Der Besitzer sei festgenommen worden. “Eine frühere Fabrik des Besitzers war wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen worden. Alles deutet darauf hin, dass er seine Produktion heimlich fortgesetzt hat”, wurde Tuis Ex-Bürgermeister Enrique Cabaleiro in der Zeitung “Faro de Vigo” zitiert. Er verstehe nicht, wieso niemand etwas mitbekommen und den Mann angezeigt habe, sagte Cabaleiro am Donnerstag im Fernsehen. In den sozialen Netzwerken machten Dutzende ihrer Empörung Luft.

Von: APA/dpa