Mehr als 100 Menschen wurden verletzt

Zwei Tote und viele Verletzte bei Erdbeben in Taiwan

Dienstag, 06. Februar 2018 | 22:05 Uhr

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 sind in der Nacht auf Mittwoch an der Ostküste von Taiwan zwei Menschen ums Leben gekommen. 114 weitere seien verletzt worden, teilte Regierungschef William Lai mit. Ein Hotel in der bei Touristen beliebten Hafenstadt Hualien stürzte ein. Medienberichten zufolge waren 30 Menschen in dem Hotel eingeschlossen, andere hätten sich in Sicherheit bringen können.

Der Feuerwehr zufolge konnten 28 Menschen aus dem Hotel und aus einem Wohnhaus gerettet werden. Es gebe noch keine Informationen zur Zahl der Eingeschlossenen oder möglichen Verletzten, sagten Feuerwehrleute. Der Erdstoß habe sich um 23.50 Uhr Ortszeit (16.50 Uhr MEZ) rund 20 Kilometer nordöstlich von Hualien ereignet, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit.

Laut Feuerwehr stürzten mindestens vier Gebäude ein oder wurden beschädigt, darunter ein weiteres Hotel. Auf Fernsehbildern waren mit Trümmern übersäte Straßen zu sehen, auf Autobahnen bildeten sich Risse.

Präsidentin Tsai Ing Wen erklärte, Helfer aus allen Landesteilen bereiteten sich auf Rettungsmaßnahmen vor. Auf einer Facebook-Liveübertragung waren bereits Helfer zu sehen, die sich vor dem eingestürzten Marshal-Hotel versammelten. Mit einem Kran wurden sie zu den höher gelegenen Stockwerken befördert, die sich in einem schiefen Winkel befanden.

In den vergangenen drei Tagen war die Gegend Berichten zufolge bereits von knapp hundert kleineren Beben erschüttert worden. Das Erdbeben in der Nacht auf Mittwoch ereignete sich fast genau zwei Jahre nach einem Erdstoß derselben Stärke in der südtaiwanischen Stadt Tainan.

Damals kamen mehr als hundert Menschen ums Leben. Die meisten Opfer gab es in einem 16-stöckigen Wohngebäude, das auf die Seite stürzte. Viele Bewohner wurden verschüttet.

Taiwan wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert. Das bisher schlimmste Beben ereignete sich im September 1999. Bei dem Erdstoß der Stärke 7,6 starben rund 2.400 Menschen.

Von: APA/dpa/ag.