Auf dem Schwarzmarkt werden die Hörner teuer verkauft

Zwölf Nashörner zur Artenrettung nach Botswana ausgeflogen

Sonntag, 02. April 2017 | 10:42 Uhr

Zwölf Breitmaulnashörner sind am Wochenende zur Rettung der gefährdeten Tierart von Südafrika ins benachbarte Botswana geflogen worden. Die Umsiedlung ist Teil einer aufwendigen Artenschutz-Aktion, mit der die Tiere vor dem Aussterben gerettet werden sollen.

“Die Ankunft der Nashörner in Botswana war ein unglaublich emotionaler Moment”, sagte Les Carlisle von der Aktion “Rhinos without Borders” (“Nashörner ohne Grenzen”) am Sonntag. Die Organisation will mindestens 100 Tiere umsiedeln.

Die Nashörner hätten den rund 15-stündigen Transport per Lastwagen und Flugzeug bis ins Okavango Delta gut überstanden: “Zu sehen, wie die Nashörner in ihrer neuen Heimat sofort lautstark zu grasen beginnen, bringt mein Herz zum Singen.”

In Südafrika ist die Wilderei alarmierend. Mit Schnellfeuerwaffen, militärischer Ausbildung und Nachtsichtgeräten ausgestattete Syndikate erlegen in dem Land jährlich mehr als 1.000 Rhinozerosse. Wenn dieses illegale Treiben weitergeht, könnten die Tiere in einigen Jahren vom Aussterben bedroht sein, warnen Experten.

In Afrika gibt es Schätzungen zufolge nur noch 20.000 bis 25.000 Breitmaul- und Spitzmaulnashörner. Die meisten davon leben in Südafrika. Außerhalb des Kontinents kommen Nashörner noch in Indonesien, Indien und Nepal in freier Wildbahn vor. Dort soll es Schätzungen zufolge etwa 3.500 Tiere geben.

Das Horn ist vor allem in Asien gefragt, wo ihm aphrodisierende und heilende Kräfte zugeschrieben werden. Auf dem Schwarzmarkt zahlen Kunden Berichten zufolge etwa 60.000 Euro pro Kilogramm. Der Handel mit Horn, das aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fingernägel, besteht, ist auf internationaler Ebene verboten.

Südafrikas Regierung bekämpft die Wilderei mit durchwachsenem Erfolg. Nach Angaben des Umweltministeriums wurden 680 Wilderer und Mittelsmänner im Jahr 2016 festgenommen – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Experten zufolge darf angesichts der hohen Wilderei-Zahlen jedoch keinesfalls Entwarnung gegeben werden.

In dem bei Touristen beliebten Krüger-Nationalpark im Nordosten des Landes, wo rund 9.000 Nashörner leben, fanden Wildhüter im vergangenen Jahr allein 662 Nashorn-Kadaver. Im Vorjahr waren es 826. Die lange, kaum gesicherte Grenze des Parks, der etwa so groß ist wie Israel, zum Nachbarland Mosambik erschwert die Überwachung.

Von: APA/dpa

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