Die Suche nach Vermissten geht weiter

Zwölf Tote bei Unwettern in Jordanien

Sonntag, 11. November 2018 | 19:11 Uhr

Nach sintflutartigen Regenfälle haben jordanische Sicherheitskräfte die Welterbestätte Petra am Wochenende evakuiert. Mehr als 3.500 Touristen hätten die bekannte archäologische Stätte wegen Überschwemmungen verlassen müssen, teilten die Behörden mit. Nach heftigen Regenfällen waren bei plötzlichen Überschwemmungen bis Samstag in Jordanien mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Aufnahmen von Besuchern in Petra zeigten, wie sich Wassermassen durch die Felsformationen der archäologischen Stätte schoben. Die Touristen brachten sich auf höher gelegenen Felsen vor dem reißenden Strom in Sicherheit. Alle Touren in das Gebiet wurden vorläufig ausgesetzt.

Neben den Todesopfern gab es in verschiedenen Teilen des Landes auch Verletzte. Die Suche des Zivilschutzes nach Vermissten ging auch am Sonntag weiter. Alleine Hunderte Rettungskräfte suchten fieberhaft nach einem als vermisst gemeldeten Mädchen. Mehr als 500 Mitglieder des Zivilschutzes wurden am Sonntag von Armee, Gendarmerie und Polizei unterstützt, wie die Nachrichtenagentur Petra meldete. Das Militär setzte Helikopter ein. Auch eine wichtige Überlandstraße wurde geschlossen. Bewohner betroffener Gebiete sollten nahe gelegene Schulen aufsuchen, in denen Notunterkünfte eingerichtet wurden.

Ebenfalls beteiligt waren demnach Boote der Marine und des Zivilschutzes sowie ein Hubschrauber. Die Suche erstreckte sich über ein Gebiet vom Schwarzen Meer 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Amman bis Wadi Wala südlich der Hauptstadt. Ein zweites zunächst vermisstes Mädchen wurde später tot gefunden.

Die Regierung des Königreichs versprach am Sonntag, mehr in die Infrastruktur der betroffenen Flutgebiete zu investieren. Bereits in der Woche zuvor starben mindestens 21 Menschen bei Überschwemmungen. Zwei Minister traten daraufhin zurück. Heftige Unwetter waren zuletzt in weiten Teilen der arabischen Welt niedergegangen. So regnete es auch auf der arabischen Halbinsel – unter anderem in Katar, Kuwait und Saudi-Arabien – ungewöhnlich stark.

Die im Süden des arabischen Landes gelegene Felsenstadt Petra ist eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens und seit 1985 Unesco-Weltkulturerbe. Gegründet von den Nabatäern, einem arabischen Nomadenvolk, war Petra bis zur Eroberung durch die Römer im Jahr 106 nach Christus Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein Knotenpunkt für den Karawanenhandel von Saudi-Arabien nach Syrien. Berühmt sind vor allem die in die Felswände gemeißelten 600 Grabanlagen. Die Außenfassaden ähneln antiken griechischen Tempeln.

Von: APA/dpa

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