Bei den gefährlichen Überfahrten sterben immer wieder Menschen

1.235 Migranten in zwei Tagen im Mittelmeer gerettet

Donnerstag, 02. November 2017 | 17:57 Uhr

Innerhalb von zwei Tagen sind auf dem Mittelmeer 1.235 Menschen aus Seenot gerettet worden. Das teilte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, Flavio Di Giacomo, am Donnerstag auf Twitter mit, ohne weitere Angaben zu den Rettungseinsätzen zu machen.

Die Zahl der Geretteten innerhalb von 48 Stunden ist damit deutlich höher als etwa in der letzten Oktoberwoche, in der dem italienischen Innenministerium zufolge täglich teilweise gar keine oder maximal 48 Gerettete in Italien an Land gebracht wurden.

Seit August kommen deutlich weniger Migranten, die die gefährliche Flucht zum Großteil aus Libyen über das Mittelmeer nach Europa wagen, in Italien an. Der Trend setzte sich auch im Oktober fort. Nachdem im September rund 6.300 Menschen in Italien europäischen Boden betraten, waren es im Oktober knapp 6.000. Im Mai und Juni lagen die Zahlen mit je rund 23.000 um ein Vielfaches höher. Die Entwicklung wird darauf zurückgeführt, dass die libysche Küstenwache – auch mit Unterstützung der italienischen Marine – die Hoheitsgewässer des Bürgerkriegslandes besser kontrolliert und die Menschen zurück nach Libyen schickt.

Ein Militärschiff hatte am Mittwochabend bei der Rettung mehrerer Dutzend Migranten auch sieben Leichen geborgen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auch die Hilfsorganisation SOS Mediterrane war am Mittwoch an Rettungseinsätzen beteiligt. Bei einem sprangen mehrere Menschen ohne Schwimmwesten aus Panik ins Wasser, wie die Organisation twitterte.

Die privaten Seenotretter von Sea-Watch verkündeten am Donnerstag den Start der Mission eines neuen Rettungsschiffs, das mit 55 Meter Länge und 500 Tonnen Gewicht zu jeder Jahreszeit einsatzbereit sei. Insgesamt sind in diesem Jahr laut IOM bereits mehr als 2.800 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen.

Von: APA/dpa