Keiner der Interessenten möchte die Airline komplett übernehmen

14 Interessenten im Rennen um Alitalia

Dienstag, 19. September 2017 | 11:26 Uhr

Das Tauziehen um die Übernahme der maroden italienischen Fluggesellschaft Alitalia geht weiter. Nach Ende der Frist für die Einreichung der Interessenerklärungen sind nun 14 Unternehmen im Rennen. Die Airline komplett übernehmen, wie es die Regierung in Rom wünscht, will jedoch niemand, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Die 14 Interessenten haben jetzt Zugang zu Alitalias Datenraum, danach können sie bis zu 2. Oktober ein verbindliches Angebot für die Airline vorlegen. Nach der Einreichung der verbindlichen Angebote werden die Sonderverwalter die Interessenten treffen und das beste Angebot auswählen. Dabei soll nicht nur der Entwicklungsplan berücksichtigt werden, sondern auch die Bereitschaft, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Laut der Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera” zählen die deutsche AUA-Muttergesellschaft Lufthansa, Ryanair und Easyjet zu den Interessenten. Auch die US-Fonds Cerberus Capital und Greybull Capital buhlen den Angaben zufolge um die Luftfahrtsparte. Im Rennen ist angeblich auch die chinesische Airline Hainan.

Für den Handlingbereich interessiert sich unter anderem die Gesellschaft Airport Handling, die vor einigen Jahren die Handlingsparte der Mailänder Flughäfen erworben hat. Die Fluggesellschaft soll in Teilen oder im Ganzen verkauft werden. Die italienische Regierung will eine Zerstückelung der Airline abwenden.

Nach einem gescheiterten Rettungsversuch hat die italienische Regierung die Alitalia unter Sonderverwaltung gestellt und Alitalia einen Brückenkredit von 600 Mio. Euro für die Fortsetzung des Flugbetriebs gewährt. Vize-Verkehrsminister Riccardo Nencini betonte in einem Radiointerview am Dienstag, die Regierung erwäge eine Erneuerung des im Mai gewährten Brückenkredits, sollte dies notwendig sein, um den Verkaufsprozess abzuschließen.

Die italienische Airline hat 3 Mrd. Euro Schulden, denen mit 921 Mio. Euro bewertete Vermögenswerte gegenüberstehen. Das Insolvenzverfahren wurde in die Wege geleitet, nachdem die Belegschaft im April einen vom Management und den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan abgelehnt hatte.

Von: apa

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