Italien auf Platz drei bei Infizierten

152 Coronavirus-Fälle in Italien, Conte warnt vor Panik

Sonntag, 23. Februar 2020 | 20:25 Uhr

Drei Todesopfer und 152 Infizierte ist die vorläufige Bilanz der Coronavirus-Epidemie in Norditalien. Wie Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom berichtete, seien 110 Fälle in der Region Lombardei und dort vor allem in der Provinz Lodi gemeldet worden. Weitere 21 Fälle gab es in Venetien, andere neun in der Emilia Romagna. Betroffen war auch der Piemont.

Damit ist Italien weltweit auf Platz drei, in Europa gar auf Platz eins in der Liste der Länder mit den meisten Coronavirus-Erkrankungen aufgerückt. 55 infizierte Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 25 davon befinden sich auf der Intensivstation. 4.000 Tests wurden landesweit durchgeführt.

Italiens Premier Giuseppe Conte warnte am Sonntag vor Panik. Er rief die Bevölkerung auf, sich an die Vorschriften der Gesundheitsbehörden zu halten. Seine Regierung plane eine Informationskampagne, um die Bürger über die mit dem Coronavirus verbundenen Risiken und über die Vorsichtsmaßnahmen aufzuklären. “Zusammen werden wir die Epidemie besiegen”, sagte Conte in einem TV-Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Rai1. Im Umgang mit dem Coronavirus-Notstand hat die Regierung den Fonds für Krisensituationen um 20 Millionen Euro aufgestockt.

Die Lombardei, Italiens Wirtschaftsmotor, bereitet sich auf eine schwierige Woche vor. Schulen, Universitäten, Museen, Kinos und Bibliotheken, sowie das Opernhaus La Scala wurden geschlossen. Öffentliche Lokale, darunter Diskotheken, werden von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens gesperrt bleiben müssen. Auch der Mailänder Dom bleibt mindestens bis kommenden Dienstag geschlossen. Die Geschäfte bleiben dagegen geöffnet. Die Maßnahmen sollen vorerst sieben Tage in Kraft bleiben, berichtete der Gesundheitsbeauftragter der Region Lombardei, Giulio Gallera, bei einer Pressekonferenz.

Auch die italienischen Staatsbahnen (FS) wollen ihren Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus leisten. So sollen an Bord Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. An das Bahnpersonal sollen Atemschutzmasken und Plastikhandschuhe verteilt werden.

Von: APA/dpa/ag.