Ein Motto wie ein Kontrapunkt

16. Architekturbiennale Venedig erkundet den “Freespace”

Freitag, 11. Mai 2018 | 12:45 Uhr

Ein Motto wie ein Kontrapunkt: “Freespace”, Freiraum, betitelt das Kuratorinnen-Duo Yvonne Farrell und Shelley McNamara seine Architekturbiennale. Die 16. Ausgabe der größten internationalen Architekturausstellung, die in Arsenale und Giardini von Venedig am 26. Mai eröffnet wird, verspricht einen optimistischen Blick auf den gebauten sowie den nicht-gebauten Raum.

“‘Freespace’ beschreibt eine Großzügigkeit des Geistes und einen Sinn für Humanität im Zentrum der architektonischen Agenda, als Fokus auf die Qualität des Raumes an sich”, heißt es zu Beginn eines Manifests, das Farrell und McNamara – gemeinsam sind sie die in Dublin ansässigen Grafton Architects – als Programm ihrer Ausstellung vorgelegt haben. “‘Freespace’ ermutigt dazu, neue Wege des Denkens zu gehen, neue Wege, die Welt zu sehen, neue Lösungen zu erfinden, wo Architektur für das Wohlergehen und die Würde von jedem einzelnen Bürger dieses fragilen Planeten sorgen kann.”

71 Teilnehmer aus aller Welt sind für die zentrale Ausstellung in den Arsenale und dem zentralen Pavillon in den Giardini eingeladen, dazu setzt man sich in zwei Specials mit Reflexionen zu wichtigen Gebäuden der Vergangenheit (“Close Encounter”) sowie mit Erfahrungen der Architektur-Lehre (“The Practice of Teaching”) auseinander. Büros aus Österreich sind in dieser Generalausstellung nicht vertreten.

Wohl aber im österreichischen Pavillon, eine von 65 nationalen Präsentationen der weitläufigen Ausstellung, deren Programm heuer von der Architekturtheoretikerin und Leiterin des Vorarlberger Architektur Instituts, Verena Konrad, verantwortet wird: Unter dem Titel “Thoughts Form Matter” setzen hier die Architekturbüros LAAC (Innsbruck) und Henke Schreieck (Wien) sowie das Designbüro Sagmeister & Walsh (New York) ganz getreu dem Generalmotto Projekte zum Thema Raumqualität durch Atmosphäre, Schönheit und subjektive Wahrnehmung um.

Unter den teilnehmenden Nationen sind heuer auch wieder einige Biennale-Debütanten: Antigua und Barbuda, Saudi Arabien, Guatemala, Libanon, die Mongolei, Pakistan und der Heilige Stuhl sind erstmals mit einer eigenen Ausstellung vertreten.

Auch rund um das Biennale-Gelände steht Venedig vor allem am Eröffnungswochenende, aber auch über den Verlauf der Schau bis zum 25. November ganz im Zeichen der Architektur: 13 kollaterale Events, die von nicht-kommerziellen nationalen und internationalen Organisationen ausgerichtet und von der Biennale-Leitung anerkannt werden, beziehen mit Themen wie Nachhaltigkeit, Communities, Nachwuchsförderung sowie diversen “Freespaces” quer durch die Lagunenstadt Quartier.

Bereits zu Beginn der Biennale werden die begehrten Löwen verteilt: Für den besten nationalen Beitrag gibt es ebenso einen Preis wie für den besten Einzelbeitrag in der Generalausstellung sowie einen Silbernen Löwen für den vielversprechendsten Nachwuchsteilnehmer – eine Auszeichnung, die Yvonne Farrell und Shelley McNamara selbst bereits erhalten haben. Der Goldene Löwe für das Lebenswerk wird an den englischen Architekten, Historiker, Kritiker und Pädagogen Kenneth Frampton verliehen.

Von: apa