Polizei deckt unglaublichen Handel mit Fotos und Videos auf – VIDEO

20 Euro genügten: Intimsphäre von Tausenden Menschen ausspioniert

Sonntag, 12. Juni 2022 | 08:05 Uhr

Mailand – Aus den Ergebnissen einer langen polizeilichen Ermittlungsarbeit geht hervor, dass 20 Euro ausreichten, um die Intimsphäre von Tausenden von ahnungslosen Menschen auszuspionieren.

Kriminellen gelang es, die Sicherheitskameras von Privathäusern, Schwimmbädern und Hotels und zu hacken und auf diese Weise in den Besitz der von den Kameras aufgezeichneten Videos zu gelangen. Indem sie Fotos und Videos auf ihrem Telegram-Kanal zum Verkauf anboten, verschafften sich die Übeltäter eine fast unerschöpfliche Einnahmequelle. Allerdings hatten sie nicht die Rechnung mit der auf Internetkriminalität spezialisierten Einheit der Postpolizei von Mailand gemacht. Im Rahmen der Operation „Rear Window“ wurden bei Hausdurchsuchungen in ganz Italien elf Personen festgenommen sowie verschiedene Geräte und umfangreiches Videomaterial beschlagnahmt.

Facebook/Polizia di Stato

Die Kriminellen teilten sich in zwei Gruppen, von denen eine den Tatbestand der Bildung einer kriminellen Vereinigung erfüllt. Ausgeklügelte Computersysteme brachten die Übeltäter in die Lage, im Netz nach mit dem Internet verbundenen Videoüberwachungssystemen zu suchen. Sobald sie die richtige Linie gefunden hatten, führten die Verdächtigen auf sie einen Hackangriff durch, der es ihnen ermöglichte, die Passwörter der digitalen Videorekorder, die an den Kameras angeschlossen sind und deren Aufnahmen aufzeichnen, herauszufinden.

Polizia di Stato

Einmal im Besitz der Passwörter war es für die kriminellen Netzspezialisten ein Kinderspiel, die Videos auf eigene Geräte oder Speicherkapazitäten im Netz, über die das Netzwerk verfügte, herunterzuladen. Indem sie Fotos und Videos auf ihrem Telegram-Kanal, der sich „Europas erster Spycam-Kanal“ nannte, zum Verkauf anboten, verschafften sich die Übeltäter eine fast unerschöpfliche Einnahmequelle.

Die erste Nachricht, die erschien, nachdem man ihrer Gruppe auf Telegram beigetreten war, war die Liste der angebotenen Videos, die nach ihrer Herkunft unterteilt waren. Im Angebot befanden sich Aufnahmen aus Wohnungen, Hotels, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Nachtklubs und aus Umkleidekabinen sowie Videos von Nudisten. Für die Kunden war der Zugriff erschreckend einfach. Es genügte auf die Schaltfläche „Kaufen“ zu klicken und 20 Euro zu überweisen. Um die Zahl der spendablen Spanner zu steigern, fand sich auf ihrem Kanal auch eine kostenlose „Demo“ mit vier Videos.

Polizia di Stato

Zu ihrer Überraschung entdeckten die Ermittler auch eine teurere Premium-Variante des „20-Euro-Abonnements“, die es ihren Inhabern erlaubte, selbst auf die Inhalte einzelner Kameras zuzugreifen. Je nachdem, wie viele Rückmeldungen sie an die Gruppenleiter sandten und wie interessant diese für sie waren, gab es für die aktivsten, treuesten und zuverlässigsten Nutzer ein Cashback-System, das ihnen Rabatte verschaffte.

Die Ermittler der Postpolizei gehen davon aus, dass auf diese Weise mindestens drei Jahre lang die Intim- und Privatsphäre von Tausenden von Italienern ausgespäht wurde. Durch die Abonnements und die Hinweise der Nutzer, die auf diese Weise den Verkauf der Fotos und Videos förderten, blühte das kriminelle Geschäft.

Polizia di Stato

Allerdings hatten sie nicht die Rechnung mit der auf Internetkriminalität spezialisierten Einheit der Postpolizei von Mailand gemacht. Im Rahmen der Operation „Rear Window“ konnten die Beamten der Dienststellen der Postpolizei von Mailand, Catania und Neapel elf Personen festnehmen. Bei ihnen handelt und sich um zehn junge Italiener und einen 21-jährigen Ukrainer, wobei Letzterer als „digitales Gehirn“ der kriminellen Vereinigung gilt.

Im Zuge der Hausdurchsuchungen stellten die Beamten zehn Smartphones, drei leistungsstarke Computer-Workstations, fünf Laptops und zwölf externe Festplatten sicher. Zudem wurden mehrere Cloud-Speicher mit einer Speicherkapazität von über 50 Terabyte beschlagnahmt. Wie viele Personen Opfer der Verletzung ihrer Intimsphäre wurden, ist nicht bekannt, aber die Postpolizei geht davon aus, dass es sich um mehrere Tausend Personen handeln könnte. Ob auch Südtiroler zu den Betroffenen gehören, ist derzeit nicht bekannt.

Die Postpolizei rät, sich bei der Installation von Videoüberwachungssystemen an Fachleute zu wenden und Billigprodukte aus dem Onlinehandel, die selbst installiert werden müssen, zu meiden. Außerdem sollen die Nutzer immer bedenken, dass es sich bei den heutigen Videoüberwachungssystemen im Grunde genommen um Computersysteme handelt, die mit dem Internet verbunden sind. Sie sind als solche den Tücken und Gefahren des Netzes ausgesetzt und bedürfen daher zur Beseitigung eventueller Systemschwachstellen ständiger Software-Updates. Dabei ist es auch wichtig, regelmäßig die Passwörter auszutauschen.

Von: ka

Kommentare

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12 Kommentare auf "20 Euro genügten: Intimsphäre von Tausenden Menschen ausspioniert"


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traktor
traktor
Kinig
16 Tage 15 h

wie kann sowas öffentlich für 3 jahre angeboten werden ohne das jemand aktiv wird?
was passiert jetzt mit ergaunertem vermögen? müssen diese verbrecher ihre harte strafe abarbeiten? und geschädigte entschädigen?
wahrscheinlich sind sie frei und lachen sich ins fäustchen…

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 5 h

Immer wieder interessant wie naiv ” Bürger” wie du, sind. Einkerkern, verhaften, Sicherheit… Alles mögliche Fordern , wobei jeder, absolut JEDER mit einem Minimum an Sachverstand, weiß, dass dies nicht möglich ist.
Einfach Klasse wie man Unwissen zur Schau stellen und Wissen vortäuschen will, grins!

SilviaG
SilviaG
Superredner
16 Tage 15 h

Hier habt ihr euer “Mit Kameras ist alles sicherer Modell”
Gefilmte Verbrecher werden nicht verfolgt, hingegen unschuldige, unwissende Bürger bespannt!!!!

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 17 h

Eines muss man der Pistpolizei, lassen, sie sind echt gut!
Trotzdem, wer solchen Überraschungen aus dem Weg gehen will, sollte alles was mit dem Internet bzw. WLAN verbunden ist vermeiden. Es wird für Kriminelle immer neue Wege geben dir Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

Faktenchecker
14 Tage 14 h

Pisspolizei??

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
16 Tage 15 h

So get des hollt wenn man sich billiggeräte ohne richtiges Sicherheitssystem holt

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 5 h

Tja Gorgi…was wäre denn sicher erzähl mal?

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

wieder mol uaner der kuane ahnung hott

Mikeman
Mikeman
Kinig
16 Tage 17 h

Kaum zu glauben dass PayPal nicht sofort was unternommen hatte  🤮

sophie
sophie
Kinig
16 Tage 8 h

Lei mehr ols a Witz,
Verbrecher können alles machen,
Und Menschen die sich
um ihre Sicherheit sorgen werden
regelrecht ausspioniert…..

Hustinettenbaer
16 Tage 16 h

Ja “super”.
Und im Premium-Premium-Abo konnte dann auch Safe, Platz an dem der Schmuck liegt… ausbaldowert werden ?

Staenkerer
16 Tage 7 h

wos für a erbärmlich/ orme obiekte müßn den des sein de sich sella foto kafn müßn damit se sich aufderge…?

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