Sea Watch rettete 47 Migranten von einem aufblasbaren Boot

393 Migranten am Wochenende im Mittelmeer gerettet

Montag, 21. Januar 2019 | 14:20 Uhr

393 Migranten sind am Wochenende im Mittelmeer gerettet worden. Sie wurden von der libyschen Küstenwache geborgen und nach Libyen zurückgeführt, teilte das italienische Innenministerium m Montag mit. Nach Bootsunglücken im Mittelmeer, bei denen mindestens 56 Menschen ums Leben gekommen sind, waren weitere Flüchtlinge auf See in Schwierigkeiten geraten.

Ein Migrantenboot mit 100 Personen befand sich 60 Seemeilen vor der libyschen Küste in Seenot. Da die libysche Küstenwache mit anderen Einsätzen beschäftigt gewesen war, sei ein Handelsschiff geschickt worden, das die Migranten aufnehme, teilte die italienische Küstenwache am Sonntagabend mit. Die geretteten Migranten werden zurück nach Libyen gebracht.

Es handelte sich um eine weitere Notstandslage nach zwei Bootsunglücken in den vergangenen Tagen. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) berichtete am Samstag von einem Schiffbruch mit 53 Toten im westlichen Mittelmeer. Eine Person überlebte und wurde nach 24 Stunden im Wasser von einem Fischerboot gerettet.

Auf einem weiteren vor Libyen in Seenot geratenen Schlauchboot waren nach Angaben von drei Überlebenden ursprünglich 120 Menschen an Bord gewesen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Die italienische Marine hatte die drei Überlebenden sowie drei Leichen geborgen.

Libyens Küstenwache verteidigt sich indes gegen Vorwurf, die libyschen Gewässer zu wenig zu kontrollieren und die neue massive Abfahrt von Migranten zugelassen zu haben.”Wir verfügen nicht über die notwendigen Kräfte, um bei jeder Situation Rettungseinsätze zu garantieren”, so Admiral Ayoub Qassem, Sprecher der libyschen Küstenwache, laut der italienischen Nachrichtenagentur AGI am Montag.

Die libysche Küstenwache verteidigt sich vor dem Vorwurf, ihrer Rettungspflicht nicht nachgekommen zu sein und somit am Freitag den Tod von mindestens 117 Personen im Mittelmeer verursacht zu haben. Nachdem die libysche Küstenwache von dem Schlauchboot in Seenot erfahren habe, sei ein Schiff gesendet worden. Dieses musste jedoch wegen einer Panne zurückkehren.

Seit Anfang 2019 seien 155 Migranten in Italien eingetroffen, im Vergleichszeitraum 2018 waren es noch 2.730 gewesen. Die meisten 2019 eingetroffenen Migranten stammen aus Bangladesch, dem Irak und Tunesien. “Die Zusammenarbeit mit Libyen funktioniert. Schlepper, Menschenhändler und Mafiosi müssen begreifen, dass ihre Geschäfte zu Ende sind. Weniger Abfahrten und weniger Tote: An unserer Linie ändert sich nichts”, kommentierte der italienische Innenminister Matteo Salvini.

Von: apa