Die Lage auf dem Schiff ist dramatisch

48 “Open Arms”-Migranten sprangen vor Palermo ins Meer

Freitag, 18. September 2020 | 12:17 Uhr

48 der 188 Migranten, die sich noch an Bord des spanischen NGO-Schiffes “Open Arms” vor Palermo befanden, sind am Freitag ins Meer gesprungen. Motorboote der italienischen Küstenwache eilten ihnen zur Hilfe, wie die spanische Hilfsorganisation mitteilte. Sie sprach von einer kritischen Situation an Bord des Schiffs. Im Ionischen Meer droht indes eine Flüchtlingskatastrophe durch einen Wirbelsturm.

“An Bord wächst das Leiden unserer Gäste und der Crew”, kritisierte die spanische NGO. Sie bemängelte, dass die Crew von den italienischen Behörden im Stich gelassen worden sei. Die “Open Arms” wartet seit Donnerstag auf einen Landehafen auf Sizilien. Das Rettungsschiff, das sich unweit der Küste der sizilianischen Hauptstadt Palermo befindet, harrte am Freitag der Anweisungen zur Landung.

Schon am Donnerstag waren 75 Personen ins Meer gesprungen. Sie wurden gerettet und gingen an Bord eines Quarantäneschiffe, das vor Palermo vor Anker liegt.

Die maltesischen Behörden hatten dem Schiff keine Landegenehmigung in La Valletta erteilt, was unter den Migranten an Bord, die seit Tagen auf See sind, Spannungen ausgelöst hatte. Daraufhin war das Schiff der spanischen NGO “Proactiva Open Arms” in Richtung Sizilien aufgebrochen.

Ein Wirbelsturm im Ionischen Meer behindert dagegen die Rettungsaktion von Flüchtlingen im Ionischen Meer. Vor der westgriechischen Insel Zakynthos haben die Insassen eines Bootes ein Notsignal gesendet. An Bord seien nach ersten Informationen aus Kreisen der Küstenwache rund 50 Migranten. Das Boot sei am Freitag in den Sturm “Ianos” (Medicane) geraten und treibe dahin, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Man hoffe, dass das Boot – bevor es kentere – zum Festland der Halbinsel Peloponnes treibe, hieß es.

Im Ionischen Meer, das zwischen Italien und Griechenland liegt, werden fast täglich Migranten auf dem Weg nach Italien entdeckt. Eine Statistik über ihre Anzahl aus offiziellen Quellen gibt es jedoch nicht. Mit von Schlepperbanden organisierten Überfahrten aus Griechenland oder der Türkei direkt nach Italien versuchen Migranten, die weitgehend geschlossene Balkanroute zu umgehen und auf diesem Weg nach Westeuropa zu gelangen.

Ein Medicane ist ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Sobald er das Festland erreicht, verliert er an Heftigkeit.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "48 “Open Arms”-Migranten sprangen vor Palermo ins Meer"


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Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Die Schuld Italiens !

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@Faktenchecker..grottenfalsch, es ist die Schuld vieler Staaten und ausdrücklich nicht nur derjenigen in der EU !! Da Europa Afrika am nächsten liegt, ist es die 1. Wahl der Flüchtlinge, aber keine Verpflichtung seitens Europa, ganz Afrika aufzunehmen. Ich möchte betonen, dass mir die Menschen sehr leid tun, aber je schneller und effektiver ihnen geholfen wird, desto mehr ist das für die Schlepperbanden Anlass, immer weiter zu machen und Unmengen von Geld mit dem Leid der Flüchtlinge zu verdienen.

inni
inni
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Die Erwartungen der Einwanderer, vor allem jene aus den Magreb-Staaten, sind utopisch: sofortige Arbeit, Wohnung und Wohlstand.

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