Bootsunglücke im Mittelmeer fordern immer wieder tote Migranten

55 Flüchtlinge starben bei Bootsunglücken im Mittelmeer

Sonntag, 03. Juni 2018 | 21:02 Uhr

Bei Bootsunglücken im Mittelmeer sind erneut Dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Vor der tunesischen Küste nahe der Inselgruppe Kerkenna starben mindestens 46 Menschen, als ihr Boot sank, wie das tunesische Verteidigungsministerium am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur Tap zufolge mitteilte. Vor der türkischen Südküste ertranken mindestens neun Flüchtlinge, darunter sechs Kinder.

Vor der tunesischen Küste wurden den Angaben zufolge mindestens 68 Migranten aus Tunesien und anderen Ländern gerettet. Lokale Medien hatten berichtet, auf dem Boot hätten sich 120 Migranten befunden.

Die Rettungsaktion dauere noch an, ergänzte das Ministerium. Das Schiff soll Sicherheitskräften zufolge rund 180 Migranten mitgenommen haben, die meisten aus Tunesien, aber auch rund 80 Personen aus anderen afrikanischen Staaten. Ein Überlebender sagte, der Kapitän habe das Boot verlassen, als es zu sinken begann.

Weil die Kontrollen in Libyen zuletzt verschärft wurden, starten immer mehr Flüchtlingsboote von Tunesien aus. Tunesien steckt in einer Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation sind drängende Probleme. Von dort wird oft die italienische Mittelmeerinsel Sizilien angesteuert. Die neue Regierung in Rom will die Flüchtlingszahlen reduzieren.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben dieses Jahr bis Ende Mai schon mehr als 32.000 Flüchtlinge Europa auf dem Seeweg erreicht. Rund 660 Menschen starben während der Überfahrt.

Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini sagte bei einem Besuch in Sizilien mit Blick auf das jüngste Unglück: “Ziel ist es, Leben zu retten. Und das macht man, indem man die Abfahrten der Boote des Todes aufhält.” Zuvor hatte er wieder Stimmung gegen Migranten gemacht und unter anderem gesagt: “Für die Illegalen ist das schöne Leben vorbei, sie müssen die Koffer packen.”

Von Tunesien starten eigentlich wesentlich weniger Migranten auf Booten in Richtung Italien als vom chaotischen Nachbarland Libyen. Die Inselgruppe Kerkenna in der tunesischen Provinz Sfax entwickelte sich aber zuletzt immer mehr zum Ausgangspunkt vieler illegaler Überfahrten. Im vergangenen Jahr hatten rund 5.700 Tunesier versucht, Europa auf dem Seeweg zu erreichen.

Die türkische Küstenwache berichtete, vor der Küste der Provinz Antalya sei ein Schnellboot mit Flüchtlingen gesunken. Fünf Menschen an Bord seien von der Küstenwache beziehungsweise von einem Fischerboot gerettet worden. Zur Nationalität der Betroffenen machte die Küstenwache keine Angaben. Die EU-Kommission hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Zahl der Migranten, die über die Türkei illegal in die EU kommen, in den ersten Monaten des Jahres wieder deutlich angestiegen sei.

Von: APA/ag./dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "55 Flüchtlinge starben bei Bootsunglücken im Mittelmeer"


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hans--
hans--
Grünschnabel
17 Tage 15 h

frage +vor Tunesien++  warum haben die nicht geholfen  

oli.
oli.
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

Die helfen keine Flüchtlinge , sind froh wenn Sie Ihr Land verlassen haben.

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
17 Tage 10 h

Wenn man den Migranten also Wirtschaftsflüchtlingen klar macht das man sie gleich wieder zurückschickt dann kommen auch keine mehr…wer bezahlt für die Überfahrt tausende Euro wenn er weis das er wieder zurück muss. Mit der aktuellen Willkommenskultur kommen alle, spricht sich ja per mitgelieferten Smartphone schnell herum—-

enkedu
enkedu
Kinig
17 Tage 14 h

in an rechtsstaat geht man schauen wem das boot gehört. anklagen. was machen sie auf hoher see?

sarnarle
sarnarle
Tratscher
17 Tage 9 h

Schuld an all den Toten sind unsere Willkommenspolitiker in der EU

traktor
traktor
Universalgelehrter
17 Tage 12 h

warum durfte das boot überhaupt starten?
wir müssen auf der anderen seite des teichs aufräumen…

m69
m69
Tratscher
16 Tage 22 h

Das Problem ist nicht einfach zu lösen, alle Beteiligten müssen an einen Tisch und dort verhandeln, Punkt.

Alles andere bringt nichts, ohne einer realen Hilfe für die afrikanischen Staaten wird es nicht gehen.

Nur zurückschicken, damit am Tag danach noch mehr kommen bringt nichts! 

Nur so zur Info, als Staatschef  Muammar al Gaddafi viele Jahre vor seiner Ermordung gerade dieses Thema ansprach, hatten ihm nur die Italiener (ital. Regierung) geblaubt.

Zitat:” Wenn Ihr mich (Muammar al Gaddafi) stürzt, wird Europa eine Massenmigration biblischen ausmaßes erfahren.

wie geagt, er hatte Recht.

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