Sie erhoffen sich Normalität

6,6 Millionen Flüchtlinge wollen nach Europa

Dienstag, 23. Mai 2017 | 11:40 Uhr

Die Zahl der nach Europa strebenden Flüchtlinge hat in den Staaten südlich und östlich des Mittelmeers seit Jahresbeginn deutlich zugenommen. Laut einem “vertraulichen” Papier der deutschen Sicherheitsbehörden aus dem die “Bild”-Zeitung zitiert warten in den Staaten Nordafrikas, in Jordanien und der Türkei bis zu 6,6 Millionen Flüchtlinge auf eine Weiterreise.

Zudem stecken auf der Balkanroute nach Informationen der “Bild”-Zeitung 79.000 Flüchtlinge fest. 62.500 davon befinden sich allein in Griechenland.

Die deutschen Christdemokraten wollen laut “Bild” als Reaktion auf die Entwicklung mit der Bekämpfung der Fluchtursachen Wahlkampf machen. Im Entwurf des sicherheitspolitischen Teils des Wahlprogramms zur Bundestagswahl 2017 stehe: Die Partei wolle mehr Vereinbarungen “nach Vorbild des Türkei-Abkommens” treffen – vor allem mit Nordafrika.

Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnte unterdessen dringend davor, Menschen, die auf Booten im Mittelmeer aufgegriffen werden, nach Libyen zurückzuschicken. Die Zustände für Schutzsuchende in den libyschen Internierungslagern seien entwürdigend. Keines der besuchten Camps sei “zumutbar”, erklärte MSF-Mitarbeiter Tankred Stöbe anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes vergangene Woche in Wien. Gefangene müssten oft tagelang hungern, berichteten von Folter, Vergewaltigung und Ausbeutung.

Von: APA/dpa