Bernardo Bertolucci schuf Meisterwerke wie "Der letzte Tango in Paris"

Addio Maestro: Bernardo Bertolucci in Rom gestorben

Montag, 26. November 2018 | 13:59 Uhr

Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci ist im Alter von 77 Jahren in Rom gestorben. Der Autor von Meisterwerken wie “Der letzte Tango in Paris” und “Der letzte Kaiser”, der schon seit mehreren Jahren krank war und nach einer misslungenen Bandscheibenoperation im Rollstuhl saß, verstarb an Atemproblemen, berichteten italienische Medien am Montag.

Der Regisseur starb in seiner Wohnung im römischen Viertel Trastevere. Medienangaben zufolge sei eine private Trauerzeremonie geplant. “Adieu, großer Maestro Bernardo Bertolucci. Mit seinen Meisterwerken hat er für ewig die Geschichte des Films geprägt”, schrieb die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi auf Twitter. “Bertolucci wird als einer der Größten des italienischen und internationalen Films in Erinnerung bleiben”, so die Biennale von Venedig in einer Presseaussendung.

Der am 16. März 1941 in Parma geborene Regisseur hatte zwischen 1962 und 2012 insgesamt 16 Spielfilme inszeniert. Er zählte zu den wichtigsten Regisseuren Italiens, der vor allem in der ersten Hälfte der 70er-Jahre auch das internationale Filmschaffen prägte. Sein Film “Der letzte Kaiser” von 1987 wurde zum Welterfolg und mit neun Oscars ausgezeichnet.

Auch die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes und der Goldene Löwe der Filmfestspiele in Venedig zählen zu Bertoluccis Auszeichnungen. “Die italienische Kultur erlebt einen Trauertag. Wir verlieren einen großen Meister des italienischen Films, einen Giganten des 20. Jahrhunderts”, kommentierte Ex-Kulturminister Dario Franceschini.

Der Ex-Minister würdigte auch das Engagement und den gesellschaftspolitischen Einsatz Bertoluccis, der sich unter anderem für ein neues Gesetz zur Filmförderung in Italien eingesetzt hatte. Seit Jahren führte der Regisseur zudem eine Kampagne für die Rechte von Behinderten. Der Filmemacher, der seit einer misslungener Bandscheibenoperation im Rollstuhl saß, hatte 2014 einen Kurzfilm gedreht, um gegen Barrieren für Behinderte in Rom zu protestieren. Seinen Rollstuhl nannte er scherzhaft seinen “elektrischen Stuhl”.

Größen des italienischen Films wie Franco Zeffirelli, Liliana Cavani und Marco Bellocchio würdigten unterdessen den 77-jährigen Filmemacher. Auch der italienische Kulturminister, Alberto Bonisoli, drückte sein Beileid aus. “Es ist sehr traurig, von einem lieben Freund und einem Regisseur großen Talents wie Bernardo Bertolucci Abschied nehmen zu müssen. Mit seinen Werken hat uns Bernardo in einmalige künstlerische Dimensionen geführt”, kommentierte Franco Zeffirelli.

“Bertolucci war ein großartiger Regisseur. Wir waren oft in Verbindung. Mich beeindruckte stets sein Mut, auch während der Krankheit. Trotz seines Alters und seines angeschlagenen Zustands war er immer von Jugend umringt, er beteiligte sich an der Welt von heute”, so Cavani nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Auch Regisseur Bellocchio würdigte Bertoluccis Entschlossenheit, trotz seiner Krankheit, weiter arbeiten zu wollen.

Nach Angaben des italienischen Kulturministers Bonisoli verliert Italien einen seiner größten Regisseure. “Seine Meisterwerke haben Filmgeschichte geschrieben”, so Bonisoli, der von einem “schmerzhaften Tag für die italienische Kultur” sprach.

Der Direktor des Filmfestivals von Venedig, Alberto Barbera, bezeichnete Bertolucci als Meister einer gesamten Generation von Regisseuren. “Bertolucci war ein Meister darin, die Dynamik der Realität zu ergründen. Er hat kleine Filme und große internationale Produktionen gemacht, ohne jemals Kompromissen nachzugeben”, so Barbera.

Von: apa

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Kinig
17 Tage 21 h

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