Von Italien aus nach Griechenland zurückgezwungen

Asylsuchende auf Fähren offenbar eingesperrt und angekettet

Donnerstag, 19. Januar 2023 | 07:05 Uhr

Asylsuchende werden einem Bericht zufolge auf Fähren zwischen Italien und Griechenland offenbar systematisch in engen Metallschächten und anderen dunklen Räumen gefangen gehalten. Teilweise würden sie sogar mit Handschellen festgekettet, berichtet am Donnerstag das ARD-Politikmagazin “Monitor”. Betroffen seien offenbar auch Minderjährige. Dies verstoße sowohl gegen EU-Recht als auch Vorgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention, so Dana Schmalz vom Max-Planck-Institut.

Es handle sich um Flüchtlinge, die von Italien aus nach Griechenland zurückgezwungen würden, ohne dass sie die Möglichkeit hatten, Asyl zu beantragen, berichtet “Monitor”. Das Magazin beruft sich auf gemeinsame Recherchen mit weiteren Medien. Im Rahmen der europäischen Recherche-Kooperation sei es erstmals gelungen, die Existenz der provisorischen Gefängnisse auf den Passagierschiffen nachzuweisen. Unter ihnen sei auch ein Ort, wo mindestens ein Flüchtling mit Handschellen festgekettet worden sei.

Die Recherchen erfolgten anhand von Fotos und Berichten von Betroffenen. Diese gaben unter anderem an, dass Asylsuchende teilweise ohne ausreichende Verpflegung oder Zugang zur Toilette auf dem Weg zurück nach Griechenland festgehalten würden.

Die Recherchen zeigten eine “ganz klar menschenunwürdige Unterbringung” der Flüchtlinge, sagte Dana Schmalz vom Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Dies verstoße sowohl gegen EU-Recht als auch gegen Vorgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention. Das zuständige Fährunternehmen bestritt seinerseits alle Vorwürfe.

Von: APA/AFP

Kommentare

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6 Kommentare auf "Asylsuchende auf Fähren offenbar eingesperrt und angekettet"


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N. G.
N. G.
Kinig
15 Tage 19 h

Zuzutrauen wäre Ihnen alles! Der Reichtum muss unter allen Umständen verteidigt werden!

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Superredner
15 Tage 19 h

Ein klarer Verstoß gegen Menschenrechte !
Der italienische ” Staat ” zeigt einmal mehr sein hässliches Gesicht !

marher
marher
Universalgelehrter
15 Tage 12 h

Südtirolfan@ wenn man von der Asylpolitik von tuttn und blosn kuane Ohnung hot nor war besser man isch still. Italien hot bis dato genua möchtegern Asylantn unterstützt. Vieke Berichte über Veestõsse von Nenschenrechte sind Faks und Provokationen. Und jo il präsidente tut guat in de gonzn Hilfsorganisationen awia an Riegl vorzuschiebn.

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Superredner
14 Tage 22 h

@marher
Von dir lass ich mir nichts sagen- denn der, der hier wenig Ahnung hast bist DU.
Das im Bericht erwähnte ist auch auf ARD gezeigt worden und kein Faik !
Ist die Wahrheit für euch Italiener immer nur die welche euch gefällt ?
Oder ist es für dich in Ordnung, wenn Menschen angekettet werden wie Vieh ⁉️

Pyrrhon
Pyrrhon
Universalgelehrter
15 Tage 17 h

Einen Asylantrag kann man ja auch aus dem Ausland stellen, bei einem positiven Ergebnis darf man dann ganz legal einreisen. Wie machen das eig. andere Länder? Werfen wir einen Blick nach Australien (da gerade in einem anderen Artikel davon die Rede ist) dort kann od. besser sollte man so einen Antrag aus dem Ausland stellen, ist man bereits im Land und es wird festgestellt dass man illegal dorthin kam wird der Antrag abgelehnt u es droht Knast, auch ein Nachweis dass man im Herkunftsland verfolgt wird ist erforderlich..

Wunder
Wunder
Superredner
15 Tage 13 h

Wenn das stimmt, ist es ein Skandal!!!
Povera Italia

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