Sozialdienste und Jugendgericht auf dem Plan

Auf der Intensivstation: Kleinkind zu veganer Diät gezwungen?

Donnerstag, 30. Juni 2016 | 12:17 Uhr

Genua – Als ein zweijähriges Mädchen ins Krankenhaus gebracht wurde, deren Gesundheit dermaßen angeschlagen war, dass es auf die Intensivstation verlegt werden musste, schlugen die Ärzte Alarm und setzen über diesen Fall sofort die Sozialdienste in Kenntnis.

Die Ärzte des Krankenhauses von Genua hegen den Verdacht, dass die Ursache für den schlechten Gesundheitszustand der Zweijährigen eine sehr strenge Diät sei, welche zu einem Vitaminmangel, besonders von Vitamin B12, und zu sehr niedrigen Hämoglobinwerten geführt habe.

Die Eltern des Mädchens sind Veganer und sollen ihre Tochter zu einer strengen Diät gezwungen haben: kein Fleisch und keine von Tieren stammende Nahrungsmittel, keine Eier und keine Milch. Ohne auf die Ernährungsweise und Philosophie der Veganer näher einzugehen, so sind sich die Ernährungswissenschaftler einig, dass diese rigide Diät bei Erwachsenen mit essenziellen Nahrungsbestandteilen, welche in rein pflanzlicher Nahrung kaum oder gar nicht vorkommen, ergänzt werden muss. Besonders heikel und umstritten ist diese Diät für Neugeborene und Kinder.

Dank der ärztlichen Hilfe besserte sich nach wenigen Tagen der Zustand des kleinen Mädchens, das aber zur Beobachtung noch eine Weile im Krankenhaus bleiben muss. 

Dieser Fall wird aber nicht nur die Sozialdienste, sondern auch das Kinder- und Jugendgericht beschäftigen, welches feststellen muss, ob das Kind auch eine altersgerechte Ernährung erhält, die die Gesundheit des Kindes gewährleistet.

Die Eltern behaupten, dass das Mädchen für einen langen Zeitraum mit Muttermilch ernährt wurde, aber die Ärzte erwidern, dass die Milch einer vegan lebenden Mutter sehr oft einen zu geringen Anteil von Proteinen besitzt und es nach der Entwöhnung zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des Kindes kommt.

Von: ©ka