Linksradikale protestierten gegen anwesende Regierungspolitiker

Ausschreitungen bei Scala-Premiere in Mailand

Mittwoch, 07. Dezember 2022 | 21:47 Uhr

Die Mailänder Scala hat am Mittwochabend ihre neue Saison mit der russischen Oper “Boris Godunow” von Modest Mussorgski eröffnet. Die Premiere mit vielen prominenten Gästen wurde von Protesten überschattet. Eine Gruppe linksradikaler Aktivisten versuchte, die Sperren vor dem Eingang des Theaters zu durchbrechen, sie wurde jedoch von den Sicherheitskräften zurückgedrängt. Die Aktivisten demonstrierten gegen hohe Energiepreise und gegen die Rechtsregierung in Rom.

Die Scala erlebte eine unruhige Saisoneröffnung. Auch einige Mitglieder der ukrainischen Gemeinschaft Mailands protestierten vor dem Theater gegen die Premiere mit der russischen Oper. Die Demonstranten zeigten Plakate mit dem Slogan: “Die Scala darf nicht Putins Propaganda begünstigen”. “Wir lieben Dostojewski, weil er wusste, dass auf jedes Verbrechen eine Strafe folgt”, hieß es auf einem anderen Plakat. Geschwenkt wurde auch ein rot-schwarzes Plakat mit einem Hakenkreuz und dem Gesicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie der Aufschrift “Stoppt die Kriege, stoppt Russland, stoppt Putin”.

Viele Demonstranten trugen die blau-gelbe Flagge der Ukraine. “Diese Demonstration richtet sich nicht gegen die Kultur, sondern gegen die Propaganda”, sagte einer der Organisatoren. “Wir sind gegen die Eröffnung der Scala-Saison mit einer russischen Oper, was von Moskau instrumentalisiert werden könnte”, meinte ein Demonstrant.

Fünf Mitglieder der italienischen Klimagruppe “Ultima Generazione” (Letzte Generation) wurden am Mittwoch von der Mailänder Polizei festgenommen, nachdem sie vor der Scala-Premiere blaue Farbe auf die Fassade des Theaters geschüttet hatten. Dabei handelte es sich um die jüngste Aktion aus einer Reihe von umstrittenen Protesten der Gruppe in Italien, mit denen sie auf die Notwendigkeit hinweisen wollten, die Klimakrise zu bekämpfen. Die Aktivisten wurden angezeigt, teilte die Polizei mit. Das Scala-Personal reinigte die Fassade des Theaters.

Die Premiere begann mit einem langen Applaus für Staatschef Sergio Mattarella. Zu Ehren der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, die neben Mattarella in der Königsloge des Opernhauses saß, spielte das Scala-Orchester unter der Leitung von Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly die europäische Hymne “Ode an die Freude”. “Wir dürfen nicht zulassen, dass (der russische Präsident Wladimir) Putin, Russland, dieses wunderbare Land, zerstört. Ich denke, dass die russischen Komponisten wie Mussorgski oder Tschaikowski, und Schriftsteller wie Tolstoj oder Dostojewski fantastisch sind”, meinte von der Leyen.

Zu den prominenten Zuschauern zählten auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni und mehrere Minister ihres Kabinetts, der frühere Intendant des Wiener Musikvereins Thomas Angyan und der Kulturmanager und Intendant des Florentiner Opernhauses “Maggio musicale fiorentino”, Alexander Pereira.

Auf Kritik über den Beschluss der Scala, die Saison 2022-2023 mit einer russischen Oper zu eröffnen, erwiderte Meloni, man dürfe Kultur mit Politik nicht vermischen.”Wir haben nichts gegen das russische Volk. Wir sind gegen eine Regierung, die einen souveränen Staat angegriffen hat”, sagte Meloni, die in einem langen blauen Armani-Kleid und in Begleitung ihres Lebensgefährten Andrea Giambruno zu ihrer ersten Scala-Premiere erschien.

Die Scala hatte kürzlich ablehnend auf den Appell des ukrainischen Konsuls in Mailand, Andrej Kartysch, reagiert, der das Theater zum Verzicht auf die Aufführung der russischen Oper aufgerufen hatte. “Wir sind alle an der Seite der Ukraine und warten auf ein Ende des Konflikts, aber die Politik und ihre Folgen dürfen nicht die Kultur beeinflussen”, sagte Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly.

“Boris Godunow” wurde 1909 an der Scala erstmals in Italien aufgeführt und war auch in den folgenden Spielzeiten oft präsent, insbesondere dank Arturo Toscanini, der die Oper zwischen 1922 und 1927 vier Spielzeiten lang dirigierte. Die Scala feiert traditionsgemäß am 7. Dezember, dem Tag des Heiligen Ambrosius, dem Schutzpatron der Stadt Mailand, den Beginn der neuen Saison.

Von: apa

Kommentare

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13 Kommentare auf "Ausschreitungen bei Scala-Premiere in Mailand"


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hoffnung
hoffnung
Tratscher
1 Monat 22 Tage

Wieviel Gift ist eigentlich in den Farben, die diese rechtsgerichteten Möchtegern-Klimaschützer hier verschütten???????

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Klimaschützer sind Linksradikale Extremisten keine Rechten, Rechts heisst Rechtsschaffend!

algunder
algunder
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

@Spiegel
des welln de gutmenschen net härn 🤣🤣🤣🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️

krokodilstraene
Tratscher
1 Monat 22 Tage

Das ist pure Zerstörung öffentlichen Guts und hat mit Aktivismus oder Protest gar nichts mehr zu tun!!!
Jeden Cent der Kosten muss denen mit einem ordentlichen Aufschlag als Strafe aufgebrummt werden!!!

RinTinTin 67
RinTinTin 67
Neuling
1 Monat 22 Tage

so und iats olle untonzn lossn dei schmiererei wieder zu entfernen … oder soll epper der stuerzohler wieder mol für den schodn aufkemmen ???…

Paladin
Paladin
Superredner
1 Monat 22 Tage

Dafür sollten diese Herrschaften aufkommen müssen, zusätzlich zu einer empfindlichen Geldstrafe.

DerTom
DerTom
Superredner
1 Monat 22 Tage

ols ok – ma i mecht sechn wia de lebn, klimafreundlich extrem lebn hoast fa mir aus gsechn – noch maillond zu fuaß oder hoch zu Ross ohne Handy, naturfaser und naturbelassene klamotten, nur bio-nahrung km 0, und und und

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Achtung Bio ist ein Klimaerwärmendes Modell

hoffnung
hoffnung
Tratscher
1 Monat 22 Tage

Klimaschutz nein Danke. So nicht!!!!!!!!!

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 22 Tage

Isch sicher nit richtig, obr de Aufführungen sein a Geprotze und die Ehrengäste zohln sicher nit uen Cent für des gonze “Aufmoch-Theater”…

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 22 Tage

Alles zu spät was bei den Klimaaktivisten abgeht… Was hat das alles mit Klima zu tun. Auf Autobahnen sich ankleben usw…  die sollten sie mal bei Minusgraden hängen lassen…

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 22 Tage

Als Kunstwerke AUßERHALB !! Italiens von den Klimaaktivisten “angegriffen” wurden, konnten sich Einige hier die Schadenfreude nur mühsam verkneifen….

Paladin
Paladin
Superredner
1 Monat 22 Tage
Wenn sie das beim Verkehrsministerium tun würden, gäbe es vielleicht noch eine, wenn auch, weithergeholte, möglich plausible Nachvollziehbarkeit, eine gewisse Kohärenz. Aber was hat die Scala mit Klimaneutralität zu tun? Warum haben diese selbsternannten Klimaretter es fast immer auf Kunst und Kultur abgesehen? klebt euch an Ministerien und politiker-Autos fest, Attackiert Großöl- und Gaskonzerne mit Farbe oder geht zu bekannten Firmen, die gegen Umweltauflagen verstoßen und macht da einen Sitzstreik. Alle Maßnahme der “Letzten generation” scheinen gegen das kulturelle Erbe der Menschheit, gegen Kultur und gegen den einfachen, kleinen Mann gerichtet zu sein, der zur Arbeit muss oder wieder nach… Weiterlesen »
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