Außenministerin Kneissl auf heikler Mission in Rom

Italien ist verärgert über Wiens Pläne zur Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler

Sonntag, 14. Januar 2018 | 07:05 Uhr

Rom – Nach der Slowakei-Visite unternimmt Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) am Dienstag ihren nächsten Kurztrip in ein Nachbarland. Der Antrittsbesuch in Rom ist durchaus heikel, sind doch die Beziehungen zwischen Österreich und Italien seit dem Amtsantritt der neuen schwarz-blauen Bundesregierung angespannt.

Für Verärgerung in Rom sorgt das Vorhaben, den deutsch- und ladinischsprachigen Südtirolern eine Doppelstaatsbürgerschaft anzubieten. Das Thema dürfte daher auch im Zentrum von Kneissls Treffen mit dem italienischen Außenminister Angelino Alfano am Dienstagnachmittag stehen. Bei dem “Höflichkeitsbesuch” gehe es “in erster Linie um ein Kennenlernen”, hieß es im Vorfeld aus dem Außenministerium. “Wie weit sich das Thema Doppelstaatsbürgerschaften besprechen lässt, wird sich im Laufe des Gesprächs zeigen”, meinte Kneissl.

Die Außenministerin bemühte sich, erneut zu betonen, dass Österreich in dieser Frage das Einvernehmen mit der italienischen Regierung suche. “Die Haltung der Regierung ist eindeutig: Es wird kein einseitiges Vorgehen geben, alles wird mit Rom und in Einbindung mit Bozen abgestimmt werden”, sagte Kneissl.

Weitere Themen des Gesprächs der beiden Außenminister, die sich bereits am vergangenen Donnerstag am Rande des Besuchs Alfanos bei der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Wien kurz getroffen haben, werden laut Außenministerium andere bilaterale Themen sowie die Migration sein. Auch bei diesem Thema gibt es Meinungsverschiedenheiten.

Italien fühlt sich als Hauptankunftsland für Flüchtlinge über das Mittelmeer seit Jahren von den übrigen EU-Ländern im Stich gelassen. Österreich gehörte bei dem EU-Umverteilungsprogramm, mithilfe dessen Italien und Griechenland entlastet werden sollten, zu den Schlusslichtern. Obwohl Wien die Quoten zur Aufteilung der Flüchtlinge 2015 mitbeschloss, hat Österreich von den zugesagten 1.953 Flüchtlingen bisher nur 17 Flüchtlinge aus Italien über das Umverteilungsprogramm aufgenommen.

Für Aufregung in Italien sorgten im vergangenen Jahr außerdem Drohungen Österreichs, Grenzkontrollen an der Brenner-Grenze einzuführen. Im Sommer hatte der damalige Außenminister, nun Bundeskanzler, Sebastian Kurz (ÖVP), Italien vor einem “Weiterwinken” von Flüchtlingen Richtung Norden gewarnt und damit gedroht, notfalls “die Brenner-Grenze schützen” zu wollen. In Italien wurden die Aussagen als Wahlkampfgetöse vor der Nationalratswahl kritisiert. Für besonderen Unmut hatte die Ankündigung des damaligen Verteidigungsministers Hans-Peter Doskozil (SPÖ) gesorgt, wonach Bundesheersoldaten bereitstünden und Panzer nach Tirol verlegt werden sollten.

Mittlerweile ist in Italien der Wahlkampf angelaufen. Am 4. März wird ein neues Parlament gewählt. Stabile Mehrheit ist bisher keine in Sicht. In Umfragen liegt das Mitte-Rechts-Lager – bestehend aus der konservativen Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi und den beiden Rechtsparteien Lega Nord und Brüder Italiens – in Führung. Alfano, einst selbst Ziehsohn Berlusconis, kandidiert mit seiner Splitterpartei Alternative Popolare (AP) nicht bei der Wahl.

Thema des Treffens zwischen Kneissl und Alfano am Dienstag wird auch die OSZE sein, deren Vorsitz Italien am 1. Jänner von Österreich übernommen hat. Bereits zu Mittag ist außerdem ein Treffen mit dem Außenminister des Heiligen Stuhls, Erzbischof Paul Gallagher geplant.

Von: apa

Kommentare

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32 Kommentare auf "Italien ist verärgert über Wiens Pläne zur Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler"


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alla troia
alla troia
Tratscher
3 Tage 20 h

ja ja, das faschistische Italien…

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 17 h

in der Österreichischen Regierung sitzen Rechtsextreme, aber faschistisch ist für Dich Italien  =  rechtsradikale Brille.

alla troia
alla troia
Tratscher
3 Tage 17 h

@bon jour na dann, das rechtsextreme Italien, besser so?

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 16 h

@alla troia
siehste, Mann, deine Neurose.
In Österreich ist die Partei der Wiederbetätiger in der Regierung. Aber nein, faschistisch ist Italien, klar.

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 16 h

@alla troia
die rechte Opposition pilgert ja so gern zu den Rechtsextremen nach Österreich. Die Eva geht ja auch so gern zu den schlagenden Burschenschaften.

Mastermind
Mastermind
Tratscher
3 Tage 10 h

@bon jour Wer blind ist, 20% der Italiener wählen öffentliche Faschisten, Casa Pound, Fiamma Tricolore, Fratelli di Italia sind schon eher rechtsextrem als ÖVP und FPÖ. 

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 9 h

@Mastermind
fast 30 % der Österreicher wählen die Partei der Wiederbetätiger FPÖ

alla troia
alla troia
Tratscher
3 Tage 8 h

@bon jour ja, das ist nun Mal so

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
3 Tage 8 h

@bon jour

italien ist wie jedes mittelmeeländisches Land von einer gefestigten demokratischen Gesinnung noch entfernt. In Rom meinen noch viele, caput mundi zu sein, aber diese Zeiten sind vorbei.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
3 Tage 8 h

@bon jour

klar. Dein Hauptort ist ja voll von Faschismus.

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 8 h

@alla troia
kann jeder behaupten.

alla troia
alla troia
Tratscher
3 Tage 7 h

@bon jour ja, ich behaupte dass in Italien der Faschismus immer noch präsent ist

bon jour
bon jour
Superredner
2 Tage 20 h

@alla troia
In Österreich genauso. In Österreich sind Rechtsextreme an der Regierung. Autoren von unzensuriert und von der Aula in der Regierung.

alla troia
alla troia
Tratscher
2 Tage 17 h

@bon jour das habe ich nie dementiert

algunder
algunder
Neuling
3 Tage 20 h

Wieso zum teufel soll unser vaterland die italienische regierung um erlaubnis fragen?? Nö danke ! Die italienische regierung frägt auch niemand wenn sie unser südtirol mit faschiatischen müll überhäuft! Freiheit!!!!!

hefe
hefe
Grünschnabel
3 Tage 18 h

Weil den österreichern wichtiger isch a guate Beziehung zu Italien als enker deppeter doppelpass

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
3 Tage 16 h

Österreich muss niemand fragen, wen es die Staatsbürgerschaft verleiht. Italien soll still sein. Verlieh und verleiht Millionen an Ausländischen Staatsbürgern sein pass.

Tabernakel
3 Tage 17 h

Südtirol bleibt Italien.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
3 Tage 16 h

Und …. ein laggl. Bei einem besteht Hoffnung, beim anderen nicht.

Mastermind
Mastermind
Tratscher
3 Tage 10 h

@Mistermah Do isch echt besser auswondern, nor sein die Wirtschaftsfachkräfte unter sich. Die jungen Italiener mit Ausbildung verziehen sich ins Ausland, wer beleibt sein die Flüchtlinge, Fachkräfte und dia wos mit Italien unter gean.

Pidig
Pidig
Grünschnabel
3 Tage 12 h

….zum Thema Doppelpass: gilt in Italien nicht das Prinzip “gleiches Recht für Alle”? Oder sind Südtiroler, Bürger zweiter Klasse?

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 10 h

das muss man aber Österreich fragen.
warum darf ein Türke, der in Österreiche lebt und Steuern zahlt, seine türkische Staatsbürgerschaft nicht behalten, wenn er die österreichische bekommt — während Südtiroler, die weder in Österreich leben noch Steuern zahlen, beide haben dürften?

das wird nie gehen. erregt euch nicht so sehr. Der Propaganda-Gag bringt Österreich viel zu sehr in Schwierigkeiten. Zeigt halt, welche Vollpfosten in Wien am Werk sind

Mastermind
Mastermind
Tratscher
3 Tage 9 h

@bon jour Kann man, wenn es eine Dringlichkeit dafür gibt, in der Hochschule waren 2 Halbschweizer in meiner Klasse, beide hatten österreichische und schweizer Staatsbürgerschaft. Es gibt nämlich die Möglichkeit, wenn ein Elternteil kein Österreicher ist, da verwirkt bei Türken, da beide türkischer Staatsbürgerschaft sind und für Südtirol gilt, der Ahnennachweis, wenn es umgesetzt wird. Der Rest wäre unfair und nicht wie du deinen Wunschtraum darstellt.

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 9 h

@Mastermind
der Ahnenpass also

 IoI

Pidig
Pidig
Grünschnabel
3 Tage 8 h

@bon jour  Zahlen die Millionen-Auslanditaliener mit Doppelpass die Steuern in Italien??? Erklär mir das bitte!
Angeblich gibt es heute schon in Südtirol bei ca. Zehntausend Doppelpass Bürger u. das ohne Probleme hervorzurufen.

bern
bern
Tratscher
3 Tage 15 h

Österreich bitte so weitermachen!
Ihr müsst nicht, wie die EsseVuPi, Rom vor jedem Klogehen befragen. Italien hat die Staatsbürgerschaft ohne Einvernehmen den Italienern in Istrien gegeben. Somit braucht Österreich wegen Südtirol auch nicht das Einvernehmen mit Italien.
Italien hat Angst, dass auch viele Halbitaliener in Südtirol den österreichischen Pass nehmen und somit Italien die rote Karte zeigen.
Los von Rom, los von diesem maroden Haufen.

Pidig
Pidig
Grünschnabel
3 Tage 12 h

Ich komme aus dem fragen nicht mehr heraus:
….ist Österreich kein suveräner Staat?
….warum mischt sich das westliche Europa, immer in
innerösterreichische Angelegenheiten ein?
….Italien läßt sich auch nicht von “Außen” belehren. Obwohl dieser Staat sich im Ausland viel abschauen könnte.
….wäre es nicht angebracht sich mit den inneritalienischen Problemen auseinander zu setzen ( Politik, Mafia, Steuerhinterziehung, Zivilschutz, Sanität usw.)?

Mastermind
Mastermind
Tratscher
3 Tage 9 h

Italien ist in Europa die größte Lachnummer und mit der unfähigsten Regierung in der Union. Ein paar Mal bereits den Minister abgesetzt und einen nicht gewählten eingesetzt und von den Zeiten mit Berlusconi wollen wir gar nicht anfangen. Rund um der Welt als Bananen und Mafiastaat bekannt.

josef.t
josef.t
Tratscher
3 Tage 8 h

@Mastermind Schulz in Deutschland lässt grüßen…..

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
3 Tage 15 h

….
der Alfano….. der konn nettamoll “guaten morgen” auf englisch……

Tabernakel
2 Tage 8 h
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