Jagd nach "Killer-Bären" geht weiter

Bärenprojekt: Protest der Tierschützer

Sonntag, 14. Juni 2015 | 15:24 Uhr

Trient – Im Trentino haben heute Tierschützer dagegen protestiert, dass die Provinz zuerst die Bären angesiedelt hat und sie jetzt umbringen will.

Vor allem der noch immer präsente Fall der Bärenmutter Daniza wird angekreidet. Sie hatte die Betäubung vor bald einem Jahr nicht überstanden.

Unterdessen läuft laut Medienberichten mit Hochdruck die Suche nach jenem Bärenexemplar, der am vergangenen Mittwoch Wladimir Molinari oberhalb von Cadine angegriffen und schwer verletzt hatte.

Derzeit sind vier Einheiten der Forstbehörde in dem Gebiet unterwegs, um das Tier auszuforschen. Auch Fallen wurden ausgelegt, mit denen der Bär eingefangen werden soll.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (13.6.2015)

Die Jagd nach dem Bär, der im Trentino einen Jogger angefallen hat, hat begonnen. Durchforstet wird das Waldgebiet bei Cadine, Terlago und Lamar.

Bei dem Bären könnte es sich um dasselbe Tier handeln, das erst kürzlich eine Bärin und ihre beide Jungen in der Nähe des Tovel-Sees angegriffen hat. Demnach muss es sich um ein extrem aggressives Exemplar handeln.

Ob die Verantwortlichen für das Projekt zur Wiederansiedelung von Bären im Trentino das Tier mit der gebührenden Sorgfalt im Auge hatten und ob sie sich des Risikos bewusst waren, bleibt Medienberichten zufolge fraglich.

In der Zwischenzeit hat sich der Gesundheitszustand von Wladimir Molinari gebessert. Trotzdem wird er wohl noch eine Weile im Krankenhaus bleiben müssen.

Offenbar erwägt er, die Autonome Provinz Trient zu verklagen. Sein Eindruck ist, dass die Kontrolle über das Projekt Life Ursus den Verantwortlichen aus den Händen entglitten ist.

Gestern hat unterdessen die Lega Nord im Trientner Gemeinderat einen Beschlussantrag eingereicht, der eine Entnahme von Braunbären vorsieht, die sich Menschen und Nutztieren gegenüber aggressiv verhalten.

Inzwischen stürmen Bürger die Geschäfte, um eigene „Bären-Glöckchen“ zu kaufen. Deren Geräusche sollen Bären, die sich eventuell in der Nähe aufhalten vertreiben. Die Glöckchen kann man sich an ein Armband oder an den Rucksack binden, wenn man im Wald unterwegs ist.

Von: ©mk/lu