UniCredit-Aktie wegen Kursschwankungen kurz vom Handel ausgesetzt

Bankaktien in Mailand in Turbulenzen – UniCredit ausgesetzt

Dienstag, 02. August 2016 | 10:55 Uhr

Nach der Veröffentlichung der EZB-Stresstests bleiben die Bankaktien an der Mailänder Börse unter Druck. Zu Beginn des Handels meldete die Bank-Austria-Mutter UniCredit am Dienstag einen Rückgang von 6,45 Prozent auf 1,85 Euro, nachdem die Aktie am Montag bereits ein Minus von 9,4 Prozent gemeldet hatte.

Die UniCredit-Aktie wurde wegen Kursschwankungen vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Ein Minus meldete auch die Aktie der Problembank Monte Paschi di Siena (MPS), für die am Freitag ein Rettungsplan vorgelegt worden war. Kursverluste mussten auch Banco Popolare, BPER und UBI Banca hinnehmen.

Die römische Tageszeitung “Il Messaggero” berichtete am Dienstag über Gespräche zwischen UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier und einem Bankenpool aus Credit Suisse, Goldman Sachs, Citi und Bofa Merrill Lynch in Hinblick auf eine Kapitalerhöhung. Diese könnte bis zu acht Milliarden Euro betragen, berichtete das Blatt. Am Mittwoch wird UniCredit ihre Halbjahresergebnisse veröffentlichen. Erwartet wird auch eine Fortsetzung der Management-Umstrukturierung, die Mustier vergangene Woche in die Wege geleitet hatte.

Der italienische Premier Matteo Renzi spielt inzwischen den Feuerwehrmann. “Die Ergebnisse der Stresstests beweisen, dass wir die beste Bank Europas – Intesa Sanpaolo – haben. Vier der fünf größten Banken sind in einer guten Position. Wir haben ein Problem mit Monte die Paschi di Siena und wir haben an einer Marktlösung gearbeitet, um dieser Bank eine Perspektive zu sichern. Ich bin mit dem Resultat zufrieden”, sagte Renzi im Interview mit dem TV-Kanal CNBC.

MPS stehe vor dem Neustart, versicherte der Premier. “Erstmals haben wir das Problem der notleidenden Kredite aus dem Weg geräumt. Erstmals ist MPS nicht mehr von faulen Krediten belastet. Das ist eine definitive Lösung”, so Renzi.

Von: apa