Deputierte warnen vor Interessenkonflikten und hohen Kosten für die öffentlichen Kassen

Bedenken gegen geplante Bankenfusion in Italien

Sonntag, 10. Januar 2021 | 10:13 Uhr

Die stärkste italienische Regierungspartei, die Fünf Sterne-Bewegung, wehrt sich gegen Pläne zur Fusion der verstaatlichen Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) mit der Bank-Austria-Mutter UniCredit. Die Debatte über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Banken sollte öffentlich im Parlament in Rom stattfinden, forderten die Fünf-Sterne-Deputierten im Finanzausschuss der italienischen Abgeordnetenkammer in einer Presseaussendung.

Die Fünf-Sterne-Parlamentarier warnten vor der Gefahr von Interessenkonflikten. Designierter UniCredit-Verwaltungsratspräsident sei der Ex-Wirtschaftsminister Pier Paolo Padoan, der 2017 die Verstaatlichung der MPS durchgeführt hatte. Die Fünf-Sterne-Mandatare warnten überdies vor den hohen Kosten einer Fusion der beiden Banken für die öffentlichen Kassen. Die Regierung dürfe UniCredit nicht als einzigen Kandidaten für die MPS-Übernahme betrachten. Man solle auch nach weiteren Interessenten suchen.

Die römische Tageszeitung “Il Messaggero” hatte am Freitag berichtet, dass der italienische Staat UniCredit mit Milliardensummen unter die Arme greifen wolle, um eine Übernahme von MPS zu ermöglichen. Die staatliche Auffanggesellschaft Amco könnte 22,7 Mrd. Euro an Risikokrediten von UniCredit übernehmen, damit eine Integration von Monte Paschi leichter sei. Bisher waren Insiderinformationen über die Bereitschaft des Staats kursiert, 14 Mrd. Euro an UniCredit-Risikokrediten zu übernehmen. Zusätzlich zur Übernahme von Problemkrediten will der Staat Rechtsrisiken im Volumen von rund 10 Mrd. Euro abgrenzen.

Auch italienische Aktionäre von Gewicht wehren sich gegen den Zusammenschluss mit MPS, berichteten italienische Medien diese Woche. Gegen die Fusionspläne sind laut Medienangaben die Stiftungen der norditalienischen Banken Cariverona und CRT, sowie Delfin, Finanzgesellschaft des Großunternehmers Leonardo Del Vecchio, Eigentümer des italo-französischen Brillenherstellers Essilux.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Bedenken gegen geplante Bankenfusion in Italien"


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gustav
gustav
Neuling
5 Tage 20 h

aha
dafuer werden also die EU Milliarden gebraucht .
und ich dussel glaubte doch das waere fuer den notleidenen mittelstand  — ich dummerchen

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
5 Tage 21 h

Den ital. Banken und der Alitalia wird bestimmt mit den EU Geldern geholfen werden.

Trina1
Trina1
Tratscher
5 Tage 19 h

@ Dagobert, brauchst nur der Tochter den Namen Alitalia geben. Eine Sicherheit, dass ihr das ganze Leben geholfen wird 😂

Diezuagroaste
Diezuagroaste
Tratscher
5 Tage 21 h

Die internationale Bankenwelt ist grade im Umbruch. Ich bin neugierig, was sich da noch tut. Ich persönlich sehe diese Fusionen auf Steuerkosten sehr skeptisch.
Die Wirtschaft geht grade den Bach runter, da will man noch ein paar Schäfchen ins Trockene bringen.

Trina1
Trina1
Tratscher
5 Tage 23 h

Das war in Südtirol auch der Fall,wäre auch besser und sicherer für die Kunden, wenn sie sich nicht mit andere Banken eingelassen hätten!

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