Lautstarker Jubel von Brignone im Zielraum

Brignone gewann Crans-Montana-Kombi – Kugel an Holdener

Sonntag, 04. März 2018 | 15:57 Uhr

Die endgültige Entscheidung im Gesamtweltcup bei den Ski-Damen ist zumindest eine Woche verschoben. Bei noch sechs ausständigen Rennen liegt die Schweizerin Wendy Holdener 561 Punkte hinter Mikaela Shiffrin. Am Sonntag reichte der Schweizerin ein vierter Platz in Crans Montana, um sich die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Kombinations-Weltcups zu sichern.

Der Tagessieg ging wie im Vorjahr an die Italienerin Federica Brignone, die sich vor Kombi-Olympiasiegerin Michelle Gisin aus der Schweiz und der Slowakin Petra Vlhova durchsetzte. Stephanie Brunner wurde als Fünfte hinter Holdener beste Österreicherin, Ricarda Haaser fiel im Slalom auf den neunten Rang zurück.

Die 19-jährige Kärntnerin Nadine Fest, die vor eineinhalb Monaten in Cortina schwer gestürzt war, fuhr als Elfte ihre mit Abstand beste Weltcup-Platzierung ein. Ramona Siebenhofer belegte direkt vor Christine Scheyer Position 13, auch Christina Ager (24.) und Stephanie Venier (27.) fuhren in die Punkteränge. Franziska Gritsch schied im Slalom aus.

“Natürlich ist es extrem schön, wieder eine Kristallkugel zu gewinnen. Das lag mir heute auch auf dem Herzen”, meinte Holdener im ORF-Interview. Die Kombinations-Weltmeisterin 2017 hatte in derselben Disziplin bereits 2015/16 die Weltcup-Wertung für sich entschieden. “Ich wusste, was alles möglich ist, und ich wusste auch, dass ich das Rennen nicht gewinnen muss. Das macht es irgendwie noch schwieriger für mich.”

Punkto Gesamtweltcup sieht die 24-Jährige keine Hoffnung mehr für sich. “Nein, da gibt es keine Chancen mehr. Ich hoffe, ich kann meinen Platz verteidigen. Im Moment bin ich Zweite – wäre schön, wenn das so bleibt.” Für Platz eins müsste Holdener am Ende der Saison noch eine Siegesserie starten, Shiffrin dürfte nur noch wenige Punkte machen. In Crans Montana war die US-Amerikanerin nicht am Start. In Ofterschwang, wo ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm stehen, kann sie nächste Woche bereits alles klar machen.

Im Super-G am Vormittag war Sofia Goggia vor ihrer italienischen Landsfrau Nicol Delago die Schnellste gewesen. Auch die Südtirolerinnen fielen im Slalom zurück, für Hanna Schnarf und Nicolo Delago reichte es nur für die Plätez 17 und 18. Haaser fuhr auf den vierten Platz, Technik-Spezialistin Brunner lag zur Halbzeit an der fünften Stelle. “Ich habe mich bemüht, gerade zu fahren, Gas zu geben, volle Attacke”, erklärte die Zillertalerin im Anschluss.

Die Bedingungen seien ihr entgegen gekommen. “Ich mag den Frühlingsschnee”, gestand Brunner. Im Slalom sei sie dann aber “von Anfang an nicht ins Fahren reingekommen”. Bei einer so steilen Piste könne man sich das nicht erlauben. Haaser konstatierte eine gute Super-G-Leistung. “Das kann man herzeigen”, meinte sie. Im Slalom warte jedoch “noch viel Arbeit auf mich”.

Brignone outete sich als Fan des steilen Zielhangs in Crans Montana, auf dem der Slalomkurs gesetzt wurde. “Es ist steil, und ich liebe das. Und ich mag auch den Frühlingsschnee im Slalom”, sagte die 27-jährige nach ihrem achten Weltcup-Erfolg. “Es ist ein sehr schwieriger Slalom. Es war schlagig, es waren Spuren drinnen. Aber normalerweise ist das immer so, wenn ich mit hoher Nummer im Slalom fahre.”

Gisin, der drei Hundertstel auf ihren ersten Weltcup-Sieg fehlten, war auch für sie selbst überraschend die Schnellste im Slalom. Vlhova fuhr in ihrer ersten Weltcup-Kombination gleich auf das Podium. Im Super-G hatte sie sich als Zwölfte mit moderatem Rückstand auf die Speedfahrerinnen erstaunlich gut geschlagen.

Von: apa