Durch die Coronapandemie ist die Flüchtlingssituation noch schwieriger

Bürgerprotest gegen Migrantenankünfte auf Lampedusa

Montag, 27. Juli 2020 | 19:42 Uhr

Bürger von Lampedusa haben sich am Montag an einem Sitzstreik am Hafen beteiligt, um gegen die anhaltenden Migrantenankünfte zu protestieren. Die Demonstranten forderten einen sofortigen Einwanderungsstopp, berichteten italienische Medien. Zuvor flüchteten 180 Migranten, die sich in Quarantäne in der Stadt Caltanissetta auf Sizilien befanden.

In der Nacht auf Montag trafen 114 Migranten an Bord von zwei Booten in Lampedusa ein. Die Migranten wurden in ein Flüchtlingslager gebracht, in dem sich bereits 650 Personen befanden. Der Hotspot verfügt über lediglich 95 Plätze. Am Sonntagabend waren 520 Migranten in andere Einrichtungen auf Sizilien gebracht worden.

180 Migranten, die sich in einem Flüchtlingslager in der sizilianischen Stadt Caltanissetta in eine zweiwöchigen Quarantäne begeben mussten, sind vom Hotspot geflüchtet. Im Flüchtlingslager befanden sich circa 350 Migranten. Keiner der geflüchteten Migranten sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilten die Behörden mit.

Dutzende Polizisten begaben sich auf Suche nach den Asylsuchenden, 120 von ihnen wurden inzwischen lokalisiert. Sie müssen zurück in die Quarantäne. Der Bürgermeister von Caltanissetta, Roberto Gambino, rief die italienische Regierung auf, keine Migranten mehr in die Stadt zu entsenden. “So kann es nicht weitergehen. Die Sicherheitsbedingungen sind in der Flüchtlingseinrichtung unangemessen”, warnte der Bürgermeister.

Aus einer Halle im Hafen der sizilianischen Stadt Porto Empedocle brachen ebenfalls Migranten aus. Etwa 100 waren dort nach ihrer Ankunft aus Lampedusa untergebracht worden. Die Regierung, die angesichts steigender Ankunftszahlen unter Druck gerät, zeigte sich besorgt.

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese zeigte sich bei einem Besuch in Tunis über die steigenden Migrationszahlen aus Tunesien in Richtung Italien besorgt. Bei einem Treffen mit dem tunesischen Präsidenten Kais Saied und dem designierten Premier Hichem Mechichi versicherte die Ministerin, dass Italien Tunesien im Kampf gegen irreguläre Migration unterstützen werde.

Von den 11.191 Migranten, die bis vergangenen Freitag in Italien eingetroffen sind, seien 5.237 aus Tunesien abgefahren. 4.000 davon seien tunesische Staatsbürger, teilte Lamorgese mit. Die Innenministerin beklagte “ungeregelte Migrationsströme” aus Tunesien, die sich negativ auf die sanitäre und medizinische Versorgungslage in Italien auswirken würden.

Die steigenden Zahlen seien auch ein Grund zur Sorge für die Bevölkerung auf Sizilien und Lampedusa, wo die Migranten untergebracht werden. Die Ministerin bemängelte, dass tunesische Migranten die Flüchtlingseinrichtungen vor Ende der zweiwöchigen Quarantäne, der sie sich unterziehen müssen, verließen.

Präsident Saed versprach intensivere Kontrolle gegen Schlepperbanden. Er hob die engen Beziehungen zwischen Tunesien und Italien hervor, die aufgrund der gemeinsamen Interessen gestärkt werden sollen. Notstandsmaßnahmen allein seien “im Kampf gegen die illegale Migration ungenügend”. Wichtig seien Investitionen in den Herkunftsländern der Geflüchteten.

Die Hilfsorganisation “Alarm Phone” berichtete unterdessen, dass ein Boot mit 95 Migranten im zentralen Mittelmeerraum in Seenot geraten sei. Ein weiteres Boot in maltesischen Gewässern mit 44 Migranten an Bord wurde von der italienischen Küstenwache gerettet.

Von: apa

Kommentare

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21 Kommentare auf "Bürgerprotest gegen Migrantenankünfte auf Lampedusa"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Grünschnabel
18 Tage 5 h

Wann wird man endlich beginnen, diese Migranten abzuweisen und zurückzuführen? Europa hat selbst viel zu viele Probleme. Was wollen diese Leute von diesem wirtschaftlich maroden Kontinent noch herauszwingen?

hefe
hefe
Superredner
18 Tage 1 h

NIEMALS!!!! DIE EU SCHAUFELT SICH SELBST DAS GRAB

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
18 Tage 4 h

Rom muss die Menschen schneller im Land verteilen um Lampedusa zu entlasten.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Und wer bezahlt das? Hat Rom und du überflüssiges Geld?

Guennl
Guennl
Tratscher
17 Tage 13 h

Die EU überweist jährlich 500 Millionen und Deine Lieblingsregierung steckt es ein.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
18 Tage 5 h

Rom soll sich schämen!

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Nein, Rom soll mit stolz auch nein sagen können! Jeder ehrenwerte Mann/Frau sagt auch mal nein sofern er/ sie kein Arschkriecher ist!

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

@PuggaNagga
👏👏👏👏👍

GTH
GTH
Tratscher
18 Tage 6 h

endlich wocht die bevölkerung auf

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
18 Tage 4 h

Ins nächste Boot setzen und wieder zurück nach Tunesien.

traktor
traktor
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

kaum zu glauben. dieser regierung wird bald die luft aus gehen, dann weht ein anderer wind….

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
18 Tage 3 h

Hier der Hintergrund dazu:

“Lega betreibt Stimmungsmache
Sizilien erlebt Andrang von Bootsmigranten”

https://www.n-tv.de/politik/Sizilien-erlebt-Andrang-von-Bootsmigranten-article21936359.html

Guennl
Guennl
Tratscher
17 Tage 13 h

An der Wahrheit dessen ist nichts zu rütteln.

tobi1988
tobi1988
Grünschnabel
18 Tage 4 h

Und lässt man sie nicht sofort landen, hat man den Staatsanwalt am Hals…

Anduril61
Anduril61
Tratscher
17 Tage 20 h

Tja, Italien steht mit dem Rücken zur Wand, sollten den NGO‘s Mit den Migranten Probleme bei der Anlandung gemacht werden bläst gleich mal ein eisiger Wind aus Brüssel…🤔 Italien ist dem Wohlwollen der EU leider fast total abhängig…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
17 Tage 17 h

Es ist ja nicht “nur” Italien betroffen. Auch Spanien und Griechenland.
An diesem Dilemma verdienen Türkei, Libyen, illegale Schlepper.
Man müsste legale Einwanderung mit strikten Regularien zulassen und die EU-Außengrenzen besser kontrollieren.
Und so leid es mir – aufgrund der deutschen Geschichte – tut: das Sesam-öffne-dich-Wort “Asyl” ist passee. Das geht im EU-Kontext nicht mehr.

Brauni
Brauni
Neuling
17 Tage 18 h

Das glaube ich, dass die Bevölkerung von Lampedusa genug hat. Da kommen nach und nach tausende sogenannnte “Flüchtlinge”an Männer im besten Alter und 4000 aus Tunesien. ( Herrscht da etwa Krieg nicht das ich wüsste,) Und die Politiker gehen wieder brav diskutieren. Ein Wahnsinn !!!!!

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

1/3 der diesjährigen “Flüchtlinge” (jene Menschen die Italien mit Booten erreicht haben) sind Tunesier !!!

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
17 Tage 12 h
Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
17 Tage 3 h
“Libysche Behörden erschießen drei Migranten nach Rückholaktion 105986762.jpg Im vergangenen Jahr versuchten laut IOM mehr als 100.000 Flüchtlinge, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. In Libyen sind drei sudanesische Migranten erschossen worden, nachdem sie von der libyschen Küstenwache zurück an Land gebracht worden waren. Libysche Sicherheitskräfte hätten auf die Menschen geschossen, als diese versuchten, von der Anlegestelle zu fliehen, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM). Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) forderte “eine dringende Untersuchung” des Vorfalls in Al-Chums, einer Hafenstadt etwa hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Die Schüsse seien gefallen, “nachdem mehr als 70 Menschen von einem Schiff gegangen… Weiterlesen »
Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
16 Tage 2 h

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