Einspruch bei Verwaltungsgericht gegen Regierung

Lombardei gegen Teil-Lockdown – Protest gegen Rom

Samstag, 16. Januar 2021 | 10:40 Uhr

Die Region Lombardei geht vor Gericht gegen einen Regierungsbeschluss vor, sie erneut zu einem Teil-Lockdown zu zwingen. Die von der Coronapandemie am stärksten betroffene italienische Region reichte bei einem Verwaltungsgericht Klage gegen den Beschluss des Gesundheitsministeriums ein, sie ab morgen (Sonntag) zusammen mit Südtirol und Sizilien erneut als “rote Zone” einzustufen.

Der lombardische Präsident Attilio Fontana erklärte laut Medienangaben, das Gesundheitsministerium basiere seinen Beschluss auf die Tatsache, dass in der Region ein Reproduktionsfaktor von 1,4 registriert worden sei. Diese Zahl sei jedoch veraltert, berichtete Fontana.

Als “Anschlag auf die Wirtschaft unserer Region” bezeichnete der regionale Beauftragte für die Wirtschaftsentwicklung Guido Guidesi den Beschluss” der Regierung, die Lombardei erneut zur roten Zone zu erklären. Er warnte vor “dramatischen Folgen” des neuen Mini-Lockdowns für eine Region mit zehn Millionen Einwohnern, die Italiens Wirtschaftslokomotive ist. Die Lombardei forderte Gesundheitsminister Roberto Speranza auf, mit dem wissenschaftlichen Komitee, das die Regierung berät, die Lage zu überprüfen und die Region als orange Zone einzustufen.

Menschen sollen in den “roten Regionen” weitgehend zu Hause bleiben. Ausnahmen gelten etwa für den Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen. Wer unterwegs ist, muss eine schriftliche Selbstauskunft mit Gründen dabei haben. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind geschlossen. Offen bleiben nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken.

Von: apa