"Die Berge sind unser Leben"

Corona-Protest in Cortina gegen Schließung der Skipisten

Sonntag, 13. Dezember 2020 | 14:10 Uhr

Cortina d’ Ampezzo – In der Dolomiten-Ortschaft Cortina d’ Ampezzo ist es am Samstagabend zu einer Protestaktion gegen die von der italienischen Regierung beschlossene Schließung der Skipisten gekommen. “Die Berge sind unser Leben”, lautete der Slogan der Demonstranten, die den Flashmob vor dem Rathaus der Berggemeinde organisierten.

Skilehrer, Restaurant- und Hotelinhaber sowie Handwerker und Shopbesitzer beteiligten sich an dem Protest gegen die restriktiven Anti-Covid-Vorgaben für die Weihnachtsfeierlichkeiten, die Wintersport verbieten. Die Demonstranten gingen vom Rathaus durch den Corso Italia, die Fußgängerzone der Dolomiten-Gemeinde. Während der Demonstration wurden die Weihnachtslichter der Christbäume in der Stadt ausgeschaltet.

Angeführt wurden die Demonstranten vom Bürgermeister der Ortschaft, Gianpietro Ghedina. “Cortina zählt zu den Gemeinden, die am stärksten die negativen Auswirkungen der Maßnahmen der Regierung zu spüren bekommen, die uns allen unbegreiflich erscheinen”, so der Bürgermeister.

Die Verordnung der Regierung enthält unter anderem strenge Reisebeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage. Reisen zwischen den italienischen Regionen sollen vom 21. Dezember bis zum 7. Jänner nur aus arbeits- und gesundheitlichen Gründen und in anderen Notlagen möglich sein. Am 25. und 26. Dezember sowie am 31. Dezember und am 1. Jänner darf man den eigenen Wohnort nicht verlassen. Die Skipisten bleiben über die Weihnachtsfeiertage geschlossen.

Eine gute Nachricht ist für viele Italiener die Tatsache, dass ab dem heutigen Sonntag keine Region mehr rot eingestuft ist. Die Lombardei, der Piemont sowie die süditalienischen Regionen Basilikata und Kalabrien sind seit Sonntag gelb. Rund fünf Wochen nach Beginn der Einstufung der Regionen in drei Risikozonen und eines Teil-Lockdowns ist die Zeit der Roten Zonen damit zunächst vorbei. Orange sind weiterhin Südtirol, das Aostatal, Kampanien und die Toskana sowie die Apenninen-Region Abruzzen.

Damit wird der Alltag für viele Italiener vorübergehend etwas einfacher. Denn in den Gelben Zonen dürfen – anders als in den beiden anderen Risikogebieten – die Lokale tagsüber wieder öffnen. Befürchtet wird, dass die Italiener in den nächsten Tagen die Einkaufsstraßen in den Großstädten stürmen werden, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Die Polizei kündigte strenge Kontrollen an, um einen Massenandrang zu verhindern.

Von: apa