Zahlreiche Verdachtsfälle im Laufe des Tages negativ getestet

Coronavirus-Fälle in Österreich, 23 Personen in Quarantäne

Mittwoch, 26. Februar 2020 | 21:50 Uhr

In Österreich hat es bis Mittwochabend zwei bestätigte Coronavirus-Fälle gegeben. Dabei handelt es sich um eine 24-jährige Italienerin und ihren Freund in Tirol. Zahlreiche Verdachtsfälle wurden im Laufe des Tages negativ getestet – darunter eine Lehrerin an einer Wiener Schule, ein Mitarbeiter der Wiener UNO-City und ein verdächtiger Todesfall in Kärnten. 23 Personen befinden sich in Quarantäne.

Bisher hat es österreichweit 321 Tests auf das Coronavirus gegeben. Allein in Tirol wurden bis Mittwochabend über 100 Tests durchgeführt – darunter an 62 Personen, die sich in dem Hotel nahe des Innsbrucker Bahnhofs aufhielten, wo die infizierte 24-jährige Italienerin arbeitete. Das Paar fuhr vergangenen Samstag noch mit der Innsbrucker Nordketten- und der Hungerburgbahn. Das Land richtete für zu diesem Zeitpunkt anwesenden Fahrgästen eine Hotline unter der Telefonnummer 0800 80 80 30 ein. Eine Ansteckung für die weiteren Fahrgäste sei aus medizinischer Sicht aber “sehr unwahrscheinlich”, betonte Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) telefonierte mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte. Dabei tauschte er sich über die Situation in Europa und die weitere Zusammenarbeit der Länder aus. “Wir haben vereinbart, dass wir eng abgestimmt eine weitere Verbreitung des Virus bekämpfen werden. Italien wird uns laufend über aktuelle Entwicklungen vor Ort informieren”, teilte Kurz mit. Ziel sei der größtmögliche Schutz der Bevölkerung. Hierfür würden alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, betonte der Bundeskanzler.

“Im Vergleich zur internationalen Situation haben wir eine sehr, sehr positive Situation, es gibt nach wie vor sehr wenige Fälle”, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch in der ORF-Sendung “Thema Spezial”. Die Behörden würden daran arbeiten, dass das auch so bleibt, “dass wir diesen Ausbruch in Italien und unsere Einzelfälle gut abgrenzen”, sagte Anschober. “Das ist zwar aufwendig, aber wichtig”, betonte der Gesundheitsminister. Für weitere Fälle seien die Spitäler jedenfalls gut gerüstet, und das “selbst in Grippezeiten, derzeit gibt es 125.000 Erkrankte”. Von Reisen nach Italien riet Anschober nicht prinzipiell ab, ins unmittelbare Krisenregionen sollte man jetzt aber nicht fahren. Primär gehe es aber um “Eingrenzung von Verdachtsfällen aber nicht Begrenzung des Reisens”.

Der von Ex-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) abgeschaffte Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit wird wieder eingeführt. Eine entsprechende Meldung der “Kleinen Zeitung” bestätigte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). “Ein Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit (Chief Medical Officer) ist unabdingbar. Im zweiten Quartal 2020 wird der Bereich Gesundheit damit hinsichtlich Krisentauglichkeit neu aufgestellt”, kündigte Anschober an.

Mehrere Verdachtsfälle stellten sich in Österreich unterdessen als negativ heraus. Ein Gymnasium in Wien-Josefstadt wurde vorübergehend gesperrt, nachdem eine Lehrerin als Verdachtsfall galt. Es habe sich “um standardmäßige Maßnahmen in Abstimmung mit der Landesbildungs-und Landessanitätsdirektion” gehandelt, um die nötigen Tests durchzuführen, hieß es seitens des Innenministeriums. Der Einsatzstab konnte am Nachmittag Entwarnung geben und die Maßnahmen aufheben. Die in Ansteckungsverdacht geratene Lehrerin hatte sich nicht infiziert. Die Sperre sorgte auch für Diskussionen über die zuständige Behörde. Veranlasst wurde sie von der Wiener Landessanitätsdirektion.

Das Bildungsministerium verschickte einen Krisenplan zum Umgang mit dem Coronavirus an Schulen und Hochschulen. Darin enthalten ist eine Checkliste, wie zu reagieren ist, wenn eine Infektion oder ein dringender Verdachtsfall festgestellt oder gemeldet wird. Die (Hoch-)Schulen müssen in jedem Fall die Gesundheitsbehörden einschalten, diese treffen dann alle weitere Entscheidungen.

Auch ein Mitarbeiter des Vienna International Center (VIC), der mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion in ein Wiener Spital gebracht worden war, wurde negativ getestet. Der medizinische Dienst des VIC wird die Situation aber weiterhin genau beobachten, teilte der Informationsdienst der UNO (UNIS) mit.

Ein Verdachtsfall in einem Apartmenthaus in Bad Kleinkirchheim – eine Italienerin hatte gegen Mitternacht plötzlich unter Atemnot gelitten und war trotz Reanimationsmaßnahmen seitens der Rettungskräfte gestorben – bestätigte sich nicht. Die 56-jährige Italienerin aus dem Raum Udine war nicht infiziert. Die Sperre der betroffenen Apartmentanlage wurde aufgehoben.

Nach der Bestätigung erster Infektionen in Österreich traten im heimischen Strafvollzug Sicherheitsmaßnahmen in Kraft , “um einer allfälligen Einschleppung von Infektionskrankheiten und deren Verbreitung vorzubeugen”, wie Ressortmediensprecherin Christina Ratz erklärte. Tischbesuche in Justizanstalten sind vorerst nicht mehr möglich.

Die Aufregung um die Verbreitung des Coronavirus schlägt sich auch in der heimischen Wirtschaft nieder. Die Industrie sorgt sich um die Konjunktur, die Wirtschaftskammer bereitet mit der Gewerkschaft Kurzarbeit für Reisebüros vor und die AUA schickt 150 bis 200 Mitarbeiter nach Hause. In den Supermärkten ist die Nachfrage nach Nudeln, Reis, und Konserven gestiegen, Hamsterkäufe gibt es aber nicht.

Von: apa

Kommentare

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24 Kommentare auf "Coronavirus-Fälle in Österreich, 23 Personen in Quarantäne"


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gafnsana
gafnsana
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Andere Staaten handeln halt richtig.. Nur in Italien geht das nicht

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
1 Monat 7 Tage

@gafnsana
Und was haben sie deiner Meinung nach falsch gemacht??????

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

Ja du hast recht, andere Stasten testen nicht, dann gibts auch keine offiziellen Fälle. Wenn 80 jährige sterben wars halt Altersschwäche

gafnsana
gafnsana
Tratscher
1 Monat 7 Tage

@ma che glaubst du 320 infizierte die wir jetzt in Italien haben würden in keiner weise in anderen Staaten auffallen?

gafnsana
gafnsana
Tratscher
1 Monat 7 Tage

@Bluemchen Nach dem virus ausbruch Flüge aus China und andere Gefahrenzonen streichen (wie viele andere Staaten gemacht haben) und italienische Bürger die in China waren oder andere zonen unter quarantäne setzen für 2-3 wochen

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

@gafnsana
Nein, vor allem nicht in der Grippesaison. Die meisten haben nicht mal einen Schnupfen.
Der Terlaner hat nichts, die beiden in Ibk hatten jeweils 2 und 1 Tag Fieber.
80 jährige sterben täglich an Lungenentzündung verursacht durch andere Erreger.
Also bitte

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

@gafnsana
Wo bitte hat man un Europa denn alle Fluggäste aus China 2-3 Wochen unter Quarantäne gesetzt?

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
1 Monat 7 Tage

@gafnsana
Nur zu deiner Information : in Italien landet schon lange kein Flieger aus China mehr, in Österreich und Deutschland z. B. immer noch!!!!!

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Bluemchen
Eben und das war Italiens Fehler.
Die WHO hat geraten die Direktflüge zuzulassen, da man so weiß, wer aus China kommt und diese kontrolliert werden können.
So haben viele Alternativflüge über andere Länder gebucht und es ist nicht mehr nachvollziehbar, wer in China war.

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
1 Monat 6 Tage

@Eppendorf
Na und?????
Ein Bekannter aus Mezzolombardo ist mit einem Direktflug aus Peking in München gelandet, ausgestiegen, Koffer genommen, in sein Auto eingestiegen und nach Hause gefahren!!!!! Dort hat er sich dann freiwillig zum Test gemeldet.
Was ist daran dann sooooooo bemerkenswert an Deutschland?????

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

Frage: Und andere die aus der roten Zone kommen lässt man frei herumlaufen und hofft darauf dass sie sich selbst melden, so wie diese beiden?

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

hmmm …. i denk dass jeder, der moant sich ungsteckt zi hom, sich freiwillig meldet!

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

@Tantemitzi
Wenn nur einer dabei ist der keine Lust hat sich zu melden, weil er eh keine Symptome hat, geht die Rechnung nicht mehr auf.
Übrigends haben sich die beiden in Ibk erst gemeldet als sie Symptome hatten 😉

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 7 Tage

Richtig ma che. Es werden sich nie alle melden. Nir schon die Angst zwei Wochen in Quarantäne zu sein schreckt ab. Manche können sich das auch schlichtweg nicht leist, weil ihre Existenz davon abhängt und hoffen das es gut geht. Ist nun mal so, da braucht man nicht lang moralisch herumdiskutieren.

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

@Tantemitzi
Wer sich ohne Symtome meldet, wird verschickt oder es kann noch nicht festgestellt werden, wie beim ersten Test des Terlaners.
Schwierige Situation.

ich bins
ich bins
Neuling
1 Monat 7 Tage

Die Presse macht alle verückt! Über Verdachtsfälle braucht man gar nicht berichten, danke

Gescheide
Gescheide
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Würd ich auch sagen… aber dann haben unsere Provinzjoirnalisten nichts mehr zum melden 😉

Gescheide
Gescheide
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Solange alle lesen und die Supermärkte stürmen haben schon wieder einige verdient

ma che
ma che
Superredner
1 Monat 7 Tage

Sie hat ja schon damit aufgehört zu berichten😏

Frank
Frank
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Mit etwas Sarkasmus könnte man nun fragen, warum nicht gleich alle Lehrer und Schüler in den Knast gesteckt wurden.

Teilweise wird so getan, als würde es sich um die Pest oder Ebola handeln.

neidhassmissgunst
1 Monat 7 Tage

Ich nenne sie schon die Mediengrippe. Der Name ist besser.

Faktenchecker
Faktenchecker
Superredner
1 Monat 7 Tage

Bis zu 17 Artikel auf der Startseite. Zur Zeit nur noch 16…

Gescheide
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Tratscher
1 Monat 7 Tage

Zuerst testen und dann Panikmachen…

Susi
Susi
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Wieso gerät jetzt jeder so in Panik?? Weil es Coronavirus heisst und nicht Coronagrippe? Bei der Schweinegrippe ist doch auch nicht so eine Panik verbreitet worden oder? Und wo ist der Unterschied?? Für ältere Menschen oder mit starker Vorkrankheit ist doch jede Krankheit gefährlich sogar ein starker Schnupfen oder Bronchitis.

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