In Italien werden Rufe nach nationalem Lockdown lauter

Coronavirus – Mehr als 50 Millionen Corona-Fälle weltweit

Montag, 09. November 2020 | 07:50 Uhr

Die Corona-Pandemie greift weiter mit großem Tempo um sich. Inzwischen wurden weltweit nach Angaben der Universität Johns Hopkins mehr als 50 Millionen Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 verzeichnet. In den vergangenen Tagen stieg die Zahl der gemeldeten Fälle im Schnitt jeweils um rund 600.000, für Freitag gab die Universität Johns Hopkins den Spitzenwert von 642.724 Neuinfektionen binnen eines Tages an.

Zur Eindämmung des Virus werden in verschiedenen Ländern die Maßnahmen immer weiter verschärft. In Südtirol dürfen die Menschen ab Montag ihren Wohnort nur aus einem triftigen Grund verlassen. Die Slowakei setzt weiter auf Massentests für Millionen Einwohner. Frankreichs Gesundheitsminister stimmte auf “etwas spezielle” Weihnachten ein.

Weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen sind die USA mit derzeit im Schnitt 100.000 Neuinfektionen pro Tag und insgesamt rund 9,9 Millionen Corona-Fällen. Der gewählte Präsident Joe Biden will am Montag einen Corona-Expertenrat vorstellen, der einen “Aktionsplan” für das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern entwickeln soll.

In Italien werden die Rufe nach einem nationalen Lockdown lauter. Wenn man die aktuellen Zahlen berücksichtige und davon ausgehe, dass sie in der Zukunft nicht weiter steigen werden, werde die Situation in einem Monat dennoch tragisch sein, sagte Filippo Anelli, Chef der italienischen Ärztevereinigung. Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt gegen einen nationalen Lockdown ausgesprochen, auch um den Schaden für die Wirtschaft gering zu halten.

Bisher sind vier Regionen als sogenannte rote Zonen eingestuft. Medien berichteten von Krankenhäusern, die zunehmend an die Belastungsgrenze kommen. In Neapel bildeten sich Schlangen von Autos und Krankenwagen vor den Notfallstationen, die keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen konnten.

In Südtirol trat Montagfrüh eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Kraft, dort gelten nun sehr ähnliche Regeln wie in den vier roten Zonen. Unter anderem dürfen die Menschen dort ihren Wohnort nur noch aus triftigem Grund verlassen, von 20.00 Uhr am Abend bis um 5.00 Uhr in der Früh gilt eine Ausgangssperre.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran gab sich mit Blick auf das Weihnachtsfest in der Corona-Krise zurückhaltend. Er wolle keine Prognose stellen, wie die Lage bis dahin aussehe, sagte er dem Sender France Inter am Sonntag. Er hoffe inständig, dass die strengen Ausgangsbeschränkungen dann gelockert worden seien. Es sei aber noch zu früh, dies jetzt zu sagen. “Alles zu seiner Zeit”, sagte Véran. So oder so werde Weihnachten dieses Jahr “etwas speziell” sein.

Seit gut einer Woche gelten in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern strenge Beschränkungen – die Menschen dürfen nur aus triftigem Grund vor die Tür. In einigen Teilen des Landes kommen die Intensivstationen bereits an ihre Grenzen. Am Wochenende stieg die Zahl der Corona-Toten in Frankreich auf mehr als 40 000.

In Dänemark gelten wegen der Sorge vor einer Ausbreitung einer bei Nerzen aufgetretenen Mutation des Coronavirus von Montag an weitere Beschränkungen in der Region Nordjütland. In sieben Kommunen wird dort vorsorglich der öffentliche Nahverkehr eingestellt, ältere Schüler sowie Studenten sollen Fernunterricht erhalten. Zudem schließen Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios.

In Lettland gilt von Montag an ein Ausnahmezustand bis zum 6. Dezember, durch den das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden. Dieselbe Schutzmaßnahme hatte die lettische Regierung im Frühjahr bereits einmal ergriffen.

Die Slowakei versucht inzwischen, der Pandemie mit Massentests für Millionen Menschen Herr zu werden. Am Wochenende wurden bereits mehr als 1,6 Millionen Menschen getestet. Mit dem Test aller über zehn Jahre alten Bewohner geht das knapp 5,5 Millionen Einwohner zählende EU-Land einen beispiellosen Sonderweg. Wer keinen negativen Coronatest vorweisen kann, darf ab Montag nicht mehr aus dem Haus.

Von: dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Coronavirus – Mehr als 50 Millionen Corona-Fälle weltweit"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
26 Tage 19 h

Die chineseische Führung wird sich ins Fäustchen lachen, wie dieser Virus die Wirtschaftsleistung fast in aller Welt stark einbremst!
In China ist diese Pandemie anscheinend ganz unter Kontrolle und somit kann China ungehindert zur alleinigen Weltwirtschaftmacht aufsteigen!
Da geht der chinesische Plan wohl in Erfüllung, denn ich zweifle immer mehr daran, dass Corona alleine mutiert ist. ☝️

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
26 Tage 19 h
@Dagobert Ooch, nöö. Nicht schon wieder. Ernst jetzt ? Jemand bringt vorsätzlich ein Virus in Umlauf ? Der wäre schön blöd einen unkontrollierbaren Bumerang zu werfen. “Solche Veränderungen entstehen durch Abschreibfehler: Dringt ein Virus in eine menschliche Zelle ein, wird das Erbgut kopiert und die Viren vervielfältigt. Dabei kommt es zu zufälligen Veränderungen. „Viren verfolgen keinen Plan, sondern die Mutationen funktionieren eher nach dem Prinzip ‚Versuch und Irrtum‘.“ Da sich bereits Millionen von Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert haben, gibt es dementsprechend viele Schreibfehler. Bisher wurde das Virus dadurch aber nicht grundlegend verändert, erklärte Nowotny. „Die Wissenschaft sieht aber mit Argusaugen… Weiterlesen »
Faktenchecker
26 Tage 18 h
“+++ 04:47 China führt Neuinfektion auf deutsche Schweinshaxe zurück +++ China hat eine aus Deutschland importierte Schweinshaxe als Auslöser für einen neuen Corona-Fall ausgemacht. Wie staatliche Medien berichteten, habe sich in der ostchinesischen Stadt Tianjin ein Arbeiter in einem Kühlhaus infiziert. Tests hätten danach zu Virus-Spuren an der Verpackung einer gefrorenen Schweinshaxe geführt. Diese sei zunächst aus Bremen nach Tianjin importiert und von dort weiter in die Stadt Dezhou gesendet worden. Acht Menschen, mit denen der Arbeiter zuvor engen Kontakte hatte, wurden laut der staatlichen Zeitung “Global Times” vorsorglich unter Quarantäne gestellt. China hat schon mehrfach gefrorene Lebensmittel oder deren… Weiterlesen »
Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

@Hustinettenbaer
Der Xi weiss nur zu gut, dass er sein Volk notfalls auch mit Gewalt Zuhause einsperren kann

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
26 Tage 18 h

@Faktenchecker
Hihi, die deutsche Schweinshaxe als Bumerang.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
26 Tage 18 h

@Dagobert
Ja, das kann die chinesische Herrschaft “besser” als Demokratien.
Nur was hätte eine “Weltwirtschaftsmacht” von eingesperrten Arbeitern, die nicht produzieren können ? Und von verarmten “Kunden”, die sich die Produkte dieser Macht nicht mehr leisten können ?

Smirre15
Smirre15
Grünschnabel
26 Tage 19 h
Wir haben wohl als Kollektiv versagt….. jene die die Weichen stellen sollten gingen in die falsche Richtung, wir als Volk waren wahrscheinlich zu locker im Umgang……. aber wenn jetzt die gewissen meinen mit alle durchtesten (versteh sowieso nicht was das bringen soll denn heute kann ich negativ sein aber morgen schon positiv) oder alle wegsperren ist es getan ……tja dann gute Nacht. Der Virus wird bleiben, ebenso wie der Influenzavirus und viele Andere. Die Wissenschaft und Medizin muss ausnahmslos im Moment am selben Thema arbeiten um Lösungen zu finden und dies in mehrfacher Hinsicht. Wie kann man glauben sich rein… Weiterlesen »
Angelina
Angelina
Grünschnabel
26 Tage 16 h

Durch diese strengen Massnahmen kriegt man einen Virus nicht weg, im Gegenteil, das ist dann immer nur ein einziges auf und ab, was nichts bringt..Zur Bekàmpfung nur, entweder mit einem Impfstoff oder Herdenimmunitàt.

Gruentee6
Gruentee6
Grünschnabel
26 Tage 17 h

Das sind ja nur die offiziell Positiven. Lt. WHO schätzt, dass weltweit sich bereits 10% mit Corona infiziert haben; das wären dann 800 Mio. Da relativieren sich die 50 Mio. etwas…
https://www.bbc.com/news/world-54422023

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