"Wiens Initiative wäre unangebracht"

Doppelpass: Italiens Botschafter erkundigte sich im Außenministerium

Freitag, 03. August 2018 | 03:25 Uhr

Der italienische Botschafter in Wien, Sergio Barbanti, hat im Außenministerium in Wien Schritte unternommen, um sich über die Pläne der österreichischen Regierung zur Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler zu erkundigen. Dies verlautete aus dem italienischen Außenministerium in Rom laut der Nachrichtenagentur ANSA.

Das Außenministerium in Rom begrüßte die Worte des österreichischen Botschafters in Italien, Rene Pollitzer, der am Mittwoch vor der außenpolitischen Kommission der Abgeordnetenkammer “einseitige Initiativen” der österreichischen Regierung zum Thema Doppelstaatsbürgerschaft ausgeschlossen hatte. Wiens Initiative zur Doppelstaatsbürgerschaft wäre “unangebracht” und im Widerspruch mit der “Pflicht zur loyalen Zusammenarbeit” unter EU-Mitgliedern, hieß es.

Eine solche Initiative würde “überholte Spannungen” im Rahmen des Südtiroler Modells des Zusammenlebens von Sprachgruppen wiederbeleben. Das Südtiroler Modell sei anerkannt und durch die gemeinsame EU-Mitgliedschaft gefestigt, verlautete es aus dem Außenministerium in Rom.

Botschafter Pollitzer hatte am Mittwoch vor der Kommission der italienischen Abgeordnetenkammer betont, dass Österreich das Thema Doppelstaatsbürgerschaft “im Dialog mit Rom und in Abstimmung mit Bozen” angehen wolle. Österreich wolle bezüglich dieses Themas keine “einseitigen Maßnahmen” ergreifen, hatte Pollitzer vor der Kommission betont.

Von: apa