Die Dolomiten-Provinz Belluno wurde verwüstet

Drei weitere Tote bei Unwetter in Italien

Samstag, 03. November 2018 | 14:25 Uhr

Bei den Unwettern in Italien sind weitere Opfer zu beklagen. Eine 62-jährige deutsche Urlauberin wurde am Freitag auf Sardinien von einem Blitz erschlagen. Eine 87-jährige Frau aus Terracina südlich von Rom, die am Montag schwer verletzt worden war, starb in einem Krankenhaus.

In Trient starb ein 34-Jähriger, der vor vier Tagen von einem Blitz getroffen worden war. Er ist der fünfte Unwetter-Tote in der Region Trentino-Südtirol in dieser Woche. Arbeiten laufen auf Hochtouren in der Dolomiten-Provinz Belluno, um nach schweren Erdrutschen und Überschwemmungen die Straßen zu räumen.

Zivilschutzchef Angelo Borrelli sprach am Samstag von einer “apokalyptischen Situation”. In mehreren Orten in Belluno gibt es seit Tagen kein Strom, teils auch kein Trinkwasser. Nach einem Erdrutsch am Freitag sind einige Dörfer nicht erreichbar.

“Ganz Italien hat unter den Unwettern gelitten, doch im Raum von Belluno ist die Lage besonders schlimm”, sagte Borrelli bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Region Venetien, Luca Zaia. Acht kleine Berggemeinden seien noch isoliert. “100.000 Hektar Wald sind durch Erdrutsche zerstört worden. Straßen müssen neu gebaut werden. Wir müssen sofort eingreifen, weil die Gefahr der Entvölkerung dieser Berggemeinden konkret ist”, sagte Zaia. 3.000 ehrenamtliche Helfer seien im Einsatz, um die Straßen nach Erdrutschen und Überschwemmungen zu säubern.

Schwere Schäden wurden auch in der Provinz Udine gemeldet. Der Wald im Saisera-Tal in der Gemeinde Tarvis wurde zum Großteil zerstört. Der Sturm riss Schneisen in die Forste. Tausende Bäume seien entwurzelt, berichteten die Förster.

Der Pegel der Hochwasser führenden Flüsse Brenta und Piave werden permanent beobachtet. Sorgen bereitet den Behörden in der Bassano del Grappa die aus dem 16. Jahrhundert stammende Alpini-Brücke über den Fluss Brenta. Die überdachte Holzbrücke, 1569 nach Plänen des Architekten Andrea Palladio gebaut, ist laut Experten instabil. Die Fußgängerbrücke wird mit Hilfe von Sensoren kontrolliert.

Im ligurischen Luxusbadeort Rapallo wird befürchtet, dass Treibstoff aus den 211 Jachten, die bei den Unwettern am Montag zerstört wurden, ins Meer gelangen. Der Badeort Portofino ist auf dem Straßenweg weiterhin nicht erreichbar. Die Schäden an der ligurischen Riviera wurden mit 20 Millionen Euro beziffert.

Der Präsident Liguriens, Giovanni Toti, rief Touristen auf, die betroffenen Gemeinden nicht im Stich zu lassen. Der Ort Santa Margherita sei nach den Überschwemmungen für Besucher wieder zugänglich.

Seit Wochenbeginn herrschen in weiten Teilen Italiens Unwetter mit Starkregen und Sturm. Besonders betroffen ist der Norden des Landes. Die Regierung versprach den von den Unwettern betroffenen Regionen Unterstützung.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Drei weitere Tote bei Unwetter in Italien"


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Tabernakel
14 Tage 7 h

Unglaublich was in unserem Heimatland los ist. Salvini als Innenminister beschützt uns.

Tabernakel
14 Tage 7 h

Wo ist der zuständige Innenminister Salvini??????????????????????

Storch24
Storch24
Superredner
13 Tage 22 h

Schlimm, was so ein Wetter anrichten kann. 100.000 Hektar Wald in Belluno. 300.000 Hektar Wald alleine am Karerpass……….

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