Ronaldo kann mit seiner Leistung zufrieden sein

Dreifacher Ronaldo nach Juve-Aufstieg: “Deswegen bin ich da”

Mittwoch, 13. März 2019 | 13:22 Uhr

Der Dienstagabend in der Fußball-Champions-League ist nicht nur im Zeichen eines entfesselten Manchester City gestanden, sondern war nicht zuletzt von Juves Tripleschützen Cristiano Ronaldo geprägt. “Deswegen bin ich da”, stellte der Portugiese nach dem 3:0-Heimsieg über Atletico Madrid und dem Aufstieg ins Viertelfinale trocken fest. “Um Dinge zu schaffen, die zuvor nie gelangen.”

Vermutlich hatten Juventus’ Verantwortliche tatsächlich Nächte wie diese im Sinn, als sie im Sommer 112 Millionen Euro für den Portugiesen hinblätterten. Ronaldo holte das 0:2 aus dem Hinspiel quasi im Alleingang auf und schoss das enttäuschende Atletico schließlich aus dem Bewerb. Für Ronaldo war es der achte Hattrick in der Königsklasse, womit er mit FC-Barcelona-Star Lionel Messi gleichzog. In der CL-K.o-Phase hält er nun bei 63 Treffern – 23 mehr als jeder andere Kicker. “Es sollte ein spezielle Nacht werden, und das war sie auch”, meinte Ronaldo. “Aber nicht nur wegen meiner Tore, sondern auch unserer Einstellung. Das ist die Mentalität, die du brauchst, um die Champions League zu gewinnen.”

Für Atletico entwickelt sich Ronaldo zunehmend zum Albtraum. Schon im Real-Trikot hatte er 22 Tore in 31 Spielen gegen den Stadtrivalen erzielt. Nun kamen drei weitere hinzu. “Er ist der Beste der Welt. Wir haben gelitten wie Juve im Hinspiel. Sie sind weiter und das ist verdient”, sagte Atletico-Trainer Diego Simeone. Der Argentinier musste sich zudem von Ronaldo gewissermaßen ein Spiegelbild vorhalten lassen. Seine drei Treffer feierte der Portugiese just mit jenem beidhändigen Griff in den Schritt, den Simeone beim Hinspiel gezeigt hatte. Simeone hatte dafür eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro zahlen müssen.

Ganz ohne obszöne Geste kam Manchester-City-Coach Pep Guardiola nach der 7:0-Demütigung von Schalke 04 aus. “Die zweite Hälfte war unglaublich”, sagte Guardiola, auf dessen Schalke-Kollegen Domenico Tedesco harte Zeiten zukommen. Während sich Englands Tabellenführer in der zweiten Hälfte “teilweise in einen Rausch” spielte, wie Guardiola betonte, konnte Schalke nur bis zum 0:1 durch einen Foulelfer Sergio Agueros Paroli bieten. Spätestens nach dem 0:3 zur Pause hatten die Revier-Kicker, die in der deutschen Liga gegen den Abstieg kämpfen, resigniert. “Spaß hat es heute wahrscheinlich nur für eine Mannschaft gemacht”, sagte der geknickte Tedesco. “Bis zur 30. Minute war es okay. Dann kriegen wir einen Elfmeter, und dann sacken wir zusammen. Das war der größte Spannungsverlust, den ich je als Trainer erlebt habe.”

Gleichwohl fühle er sich weder von seiner Mannschaft im Stich gelassen, noch ziehe er aus der bitteren Lehrstunde persönlichen Konsequenzen. Einen Rücktritt schloss er aus. “Ich habe keine Sekunde daran gedacht”, betonte Tedesco, dessen Truppe am Samstag in der Liga von Leipzig gefordert ist. Vier Punkte sind Guido Burgstaller und Co. noch vom “Strich” getrennt. “Wir waren in jeder Hinsicht deutlich schlechter. In der Situation, in der wir uns derzeit befinden, ist es nicht leicht, gegen einen solchen Gegner anzutreten”, ächzte Burgstaller, der am Donnerstag in der 79. Minute “erlöst” wurde, gegenüber Sky. “Wir müssen das Spiel jetzt abhaken und so schnell wie möglich vergessen.”

Englands Gazetten handeln City, das bereits dritte englische Team im Viertelfinale – Liverpool könnte am (heutigen) Donnerstag das Quartett komplettieren -, bereits als Favoriten auf die Krone. “Es ist erst das dritte Mal in Citys Geschichte, dass der Verein das Viertelfinale der Champions League erreicht hat, aber nie machte er so sehr den Eindruck, dass er auch dorthin gehört”, schrieb der “Telegraph”.

Von: APA/dpa/ag.