In Libyen ist die Situation angespannt

Droht eine neue Migrationswelle von Libyen nach Italien?

Sonntag, 14. April 2019 | 14:10 Uhr

Italien beobachtet mit zunehmender Sorge die Entwicklungen in Libyen. Angesichts des eskalierenden Konflikts im nordafrikanischen Krisenland könnten bis zu 6.000 Migranten versuchen, von Libyen nach Italien zu gelangen. Bei Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis kamen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mindestens 121 Menschen ums Leben.

561 Menschen seien seit Beginn der Gefechte am 4. April verletzt worden, teilte die WHO am Sonntag mit. Die Organisation kündigte an, medizinische Hilfe und weitere Mitarbeiter nach Tripolis zu entsenden. Sie verurteilte zugleich “wiederholte Angriffe” auf Helfer und Rettungswagen in der libyschen Hauptstadt.

Auch die Libyenmission der Vereinten Nationen (UNSMIL) warnte die Kriegsparteien vor Angriffen auf Zivilisten. Die Bombardierung von Schulen, Krankenhäusern und zivilen Gebieten sei unter internationalem Recht strengstens verboten, twitterte die Mission am Sonntag. Verstöße würden dokumentiert und an den UN-Sicherheitsrat und den Internationalen Strafgerichtshof weitergeleitet.

Die Informationen zu einer möglicherweise eintretenden neuen Migrationswelle nach Italien gehen aus einem Bericht des italienischen Geheimdienstes AISE hervor. Das Dossier liegt dem italienischen Premier Giuseppe Conte vor, berichtete die Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera” am Sonntag. Zur Flucht nach Italien bereit seien tausende Menschen, die sich derzeit in Libyens Internierungslagern befinden, darunter unzählige Frauen und Kinder. Die italienischen Geheimdienste warnten vor der Gefahr, dass mit einer neuen Migrationswelle aus Libyen auch islamistische Terroristen nach Italien gelangen könnten.

Die italienische Regierung führt derzeit Gespräche sowohl mit Vertretern der international anerkannten Regierung in Tripolis, als auch mit General Khalifa Haftar, der die begonnene Offensive auf die Hauptstadt fortsetzt. “Es besteht die konkrete Gefahr einer humanitären Krise in Libyen, die wir um jeden Preis abwenden wollen. Wir führen Gespräche mit allen Kräften in Libyen. Es ist wichtig, alles Erdenkliche für die Stabilisierung eines Landes zu unternehmen, das von entscheidender Bedeutung für Nordafrika, den Nahen Osten, den ganzen Mittelmeerraum, also auch für die EU ist”, so Premier Conte laut Medienangaben.

Der parteilose italienische Regierungschef trifft am Montag in Rom den katarischen Außenminister und Vizepremier Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. Thema des bilateralen Treffens wird Libyen sein, verlautete aus Regierungskreisen in Rom. Thani macht Druck, damit Italien eine Schlüsselrolle bei Friedensgesprächen in Libyen übernimmt.

Der Militärführer Khalifa Haftar hatte am 4. April eine Offensive gegen Tripolis gestartet. Er will die UN-gestützte Regierung der nationalen Einheit aus Tripolis vertreiben, um auch den Westen Libyens zu kontrollieren. Die Krise, die seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 in Libyen herrscht, verschärft sich durch die bewaffneten Konflikte zunehmend.

Von: apa

Kommentare

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14 Kommentare auf "Droht eine neue Migrationswelle von Libyen nach Italien?"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
4 Tage 19 h

nicht mit salvini

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
4 Tage 17 h

Salvini ist Gift für Italia 🙁

Giorgia
Giorgia
Grünschnabel
4 Tage 11 h

Klar kommen sie, sie wollen alle Richtung Norden, wo immer das sein mag! In Griechenland warten an die 10.000, die sich ín den letzten Tagen als recht gewandte Steinwerfer gegen die Polizei entpuppten und an die 40.000 warten voller Sehnsucht in der Türkei an ein günstiges Weiterkommen. Erdogan weiß die Masse noch bis zu den Maiwahlen ruhig zu stellen, dann geht’s los wahrscheinlich schlimmer als 2015.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
4 Tage 8 h

Leider sind es Millionen aus allen Herren Länder die ins Sozialsytem Europa einwandern wollen…und sie werden noch hergelockt

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
4 Tage 19 h

da werden wohl noch viele dem Gheddaffi nachweinen, aber Frau Clinton wollte es anders ……

traktor
traktor
Universalgelehrter
4 Tage 19 h

um dem vorzubeugen umgehend einmarschieren und die ordnung wieder herstellen

m69
m69
Kinig
4 Tage 17 h

Traktor @
In Libyen ist schon genug durch westliche Länder verbrochen worden.

m69
m69
Kinig
4 Tage 17 h

Das haben wir vor allem Frankreich und den USA zu verdanken!

Wann wird Afrika den Franzosen mal endlich (militärisch gesehen) in den Arsch treten??? 
Die Chinesen werden sich Afrika bald unter den Nagel reisen, das einzig Gute daran ist, dass Frankreich eines auf die Kappe bekommt!

Rosenrot
Rosenrot
Grünschnabel
4 Tage 12 h

Bloß nicht, bitte keine Flüchtlinge mehr, es gibt bereits zu viele in Europa.

Staenkerer
4 Tage 11 h

kurzfristg aufnehmen und helfn, nor wieder hoamschickn… sell hobn viele 2015 a gemoant, und wos wurde draus?
de kamen bleibn, hoamschickn kaum mehr möglich, von hilfesuchn wurde ausnutzerei!
und jetz soll no jemand begeistert sein von der form der “hilfe” ……

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
4 Tage 8 h

Und wieder sieht man wie unfähig  Europa ist seine eigenen Grenzen zu schützen (wollen)

One
One
Tratscher
4 Tage 4 h

Die EU würde jeden Krieg gegen jedes Land der Welt verlieren. Sie schafft es sich nichtmal gegen eine handvoll, unbewaffneter lybischen Schlaumeier, zu wehren. Die EU ist der grösste misslungenste Flop aller Zeiten!

niamend
niamend
Grünschnabel
3 Tage 17 h

wos sollen sie den deiner meinung noch tian. auf unbewoffnete schiasen.? das sie net kemen sollen ok ober net mit glei derschiasen.

Goldstandard
Goldstandard
Grünschnabel
3 Tage 21 h

Libyen wurde von den usa und der eu zum willen der illegalen Migration destabilisiert indem Machthaber gadaffi zum Terroristen erklärt wurde. Sauerei!

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