Böse Miene zum gut(gemeint)en Spiel

Dumoulin brach ein, führt den Giro d’Italia aber weiter an

Dienstag, 23. Mai 2017 | 21:19 Uhr

Tom Dumoulin hat am Dienstag auf der Königsetappe des Giro d’Italia seine Gesamtführung trotz eines Einbruchs wegen Verdauungsproblemen verteidigt. Der Niederländer fiel zu Beginn des letzten Anstiegs aufgrund einer Toilettenpause aus der Spitzengruppe mit den Topfavoriten, rettete aber noch 31 Sekunden seines ursprünglichen Vorsprungs von 2:41 Minuten auf Nairo Quintana ins Ziel nach Bormio.

Der kolumbianische Topfavorit Quintana belegte auf der ersten von mehreren harten Bergetappen der Schlusswoche zwölf Sekunden hinter Vincenzo Nibali und Mikel Landa Platz drei. Nibali sorgte auf dem 16. Teilstück mit dem Mortirolo-Pass (1.854 m), dem Stilfserjoch (2.758), dem Umbrail-Pass (2.502) und der langen Abfahrt ins Ziel für den ersten Heimsieg bei der 100. Auflage der Italien-Rundfahrt. Der Titelverteidiger verbesserte sich dadurch 1:12 Minuten hinter Dumoulin auf den dritten Gesamtrang.

“Das war eine spektakuläre Etappe, etwas für komplette Rennfahrer”, meinte der im Zielsprint des Teilstücks mit mehr als 5.000 Höhenmetern erfolgreiche Italiener aus der Bahrain-Mannschaft. Der knapp unterlegene Landa hatte in einer Ausreißergruppe, der anfangs auch Felix Großschartner (51. Endrang) angehörte, lange Zeit geführt. “Ich habe die Etappe auf den letzten Metern verloren”, ärgerte sich der spanische Sky-Fahrer.

Dumoulin hielt den Schaden trotz der offensichtlichen Probleme in Grenzen. “Ich musste stoppen, es ging nicht weiter. Dann habe ich beschlossen, weiter zu kämpfen”, meinte Dumoulin zur entscheidenden Szene. Obwohl er weiter das Rosa Trikot trage, sei er sehr enttäuscht, bekannte der bisher so souveräne Sunweb-Kapitän. “Ich hätte leicht mit Nibali und Quintana mitfahren können. Ich habe heute nur Zeit verloren, weil ich diese Probleme bekommen habe.”

Der Niederländer war bis zu Beginn des langen Anstiegs zum Stilfser Joch unter anderem von seinem Teamkollegen Georg Preidler unterstützt worden. Während sich der Steirer nach dem Helferdienst zurückfallen ließ, schafften es Gregor Mühlberger (18.) und Patrick Konrad (19.) aus dem Bora-Rennstall mit mehr als sechs Minuten Rückstand in die Top 20. Konrad verbesserte sich vor der nächsten Bergetappe am Mittwoch in der Gesamtwertung um zwei Positionen an die 18. Stelle (+26:50 Min.).

Von: apa