300.000 Euro aus Versicherungsbetrug sollten Täter neues Leben in Asien ermöglichen – VIDEO

Eigenen Bruder bei lebendigem Leib verbrannt

Donnerstag, 14. April 2022 | 08:05 Uhr

Lettere – Mit dem Ziel, seine Lebensversicherung von 300.000 Euro zu kassieren, schreckte der 36-jährige Antonio Martone nicht davor zurück, seinen eigenen Bruder, den 33-jährigen Domenico Martone, zu ermorden.

Das Geld aus dem tödlichen Versicherungsbetrug hätte Antonio Martone dazu gedient, mit seiner philippinischen Verlobten zu flüchten und in Asien ein neues und komfortables Leben zu beginnen. Daraus wurde aber nichts. Dank der Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras gelang es den Carabinieri zwei Wochen nach dem grausamen Verbrechen, den Fall aufzuklären und den 36-Jährigen als mutmaßlichen Täter festzunehmen.

Schauplatz des grausamen Verbrechens war Lettere, eine Kleinstadt südlich von Neapel. Es war am Nachmittag des vergangenen 30. März, als die örtliche Feuerwehr alarmiert wurde, um einen auf einem Grundstück in der ländlichen Umgebung von Lettere ausgebrochenen Buschbrand zu löschen. Als sie jedoch eine mit Blech verkleidete kleine Hütte näher in Augenschein nahmen, stellten sie fest, dass nicht Müll oder Buschwerk, sondern eine menschliche Leiche verbrannt worden war. Die sterblichen Überreste waren bis zur Unkenntlichkeit verkohlt.

Carabinieri Napoli

Unweit der Hütte stellten die umgehend verständigten Carabinieri von Castellamare di Stabia das Auto des Opfers sicher. Dank seines Grünen Passes, der auf einem der Vordersitze lag, und anderer Indizien konnte das Opfer als der 33-jährige Domenico Martone identifiziert werden. Zunächst hegten die Ermittler den Verdacht, dass es sich bei der Tat um eine Abrechnung im Milieu des Organisierten Verbrechens handelt, aber mehrere Kontrollen ergaben schnell, dass der 33-Jährige ein einfacher, nicht vorbestrafter Mann ohne besondere Feinde war, der sich durch Saisonjobs in den örtlichen Fabriken – zuletzt war er in einer Käserei angestellt – über Wasser hielt.

ANSA/Facebook Domenico Martone

Aufgrund dieser Sachverhalte begannen die Ermittler, sich auf das familiäre Umfeld des Opfers zu konzentrieren. Dabei fiel den Beamten auf, dass der 33-jährige Domenico Martone von seinem um drei Jahre älteren Bruder Antonio dazu überredet worden war, eine Lebensversicherung zu seinen Gunsten abzuschließen. Die Klausel, dass Antonio im Falle des Ablebens seines jüngeren Bruders von der Versicherung 300.000 Euro erhalten würde, ließ die Ermittler aufhorchen.

Carabinieri Napoli

Dank der Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskameras gelang es den Ermittlern, den Ablauf des am 30. März begangenen Verbrechens fast lückenlos nachzuzeichnen. Antonio und Domenico waren an diesem Tag mit dem Auto des 33-Jährigen zusammen zur Hütte gefahren. Eine gewisse Zeit später hatte Antonio das Grundstück allein zu Fuß verlassen. Einer ersten Rekonstruktion des Tathergangs zufolge wäre Domenico von Antonio zuerst niedergeschlagen und anschließend angezündet worden. Bei der Autopsie stellten die Ärzte fest, dass seine Lungen voller Rauch waren. Domenico hatte also noch geatmet, als er in Flammen gestanden hatte.

Wie der mutmaßliche Täter an das Geld aus dem tödlichen Versicherungsbetrug herankommen wollte, ist immer noch ein Rätsel. Offenbar reichte ihm bereits die vage Aussicht, die 300.000 Euro zu erhalten, aus. Laut ersten Ermittlungsergebnissen hätte das Geld Antonio Martone, der als Koch auf einem Schiff arbeitet, dazu gedient, mit seiner philippinischen Verlobten zu flüchten und in Asien ein neues und komfortables Leben zu beginnen. Zuletzt lebte der 36-Jährige bei seinen Eltern in Angri in der Provinz Salerno.

Da die Gefahr bestand, dass sich Antonio Martone zusammen mit seiner asiatischen Freundin in deren Heimatland absetzt, klickten am Dienstag für den 36-Jährigen die Handschellen. Antonio Martone wird sich wegen vorsätzlichen Mordes unter mehrfach erschwerenden Umständen – wegen der Grausamkeit der Tat und weil es sich beim Opfer um ein nahes Familienmitglied handelt – vor Gericht verantworten müssen.

Von: ka

Kommentare

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7 Kommentare auf "Eigenen Bruder bei lebendigem Leib verbrannt"


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DerTom
DerTom
Superredner
1 Monat 11 Tage

Wermar schaugn wia long des dauert und wia viel guatochtn es braucht – wia beim Benno?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

Ignorante Besserwisser! Es gibt Verteidiger, es gibt Sachverstand und DU hast zum Glück nicht zu urteilen, das tun Gerichte!
Selbstjustiz war schon um Mittelalter nicht mehr erlaubt!

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 10 Tage

@N. G. Einiges aus dem Mittelalter würde viel verhindern.Denn der Mensch ist anscheinend nicht imstande Selbst zu denken.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 10 Tage

@Sag mal Selbst mit unserem System werden ab und zu, relativ häufig, Mensch unschuldig verurteilt.
Wieviele würden dann wohl durch Selbstjustiz unschuldig eingesperrt unf umgebracht werden?
Du solltest das Ganze mal aus eigener Sicht betrachten. Jeder kann in eine Situation, unschuldig geraten und weiß nicht wie ihm geschieht. Meinst du nicht du wärst zumindest froh darüber alles was das Gesetz hergibt zu nutzen?
Wenn du mittelalterliche Praktiken bevorzugst, hast du entweder nie was dazu gelernt oder bist irgendwann stehen geblieben.
Selten so ne du…. Forderung gelesen!

Faktenchecker
1 Monat 10 Tage

“Selbst mit unserem System werden ab und zu, relativ häufig, Mensch unschuldig verurteilt.”

Interpunktion, Behauptung ohne Quellenangabe, Unglaubwürdig.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 11 Tage

Es gibt nichts was es nicht gibt…..

milchmann
milchmann
Superredner
1 Monat 11 Tage

Neid und Gier sind unerschöpflich. Wahnsinn. Anstelle sich selbst etwas aufzubauen….

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