Chef der Impfabteilung sieht Verbindung zwischen Vakzin und Fällen

EMA traf noch keine Entscheidung in Sachen Astrazeneca

Dienstag, 06. April 2021 | 23:45 Uhr

Nach Äußerungen eines EMA-Verantwortlichen über einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten von seltenen Blutgerinnseln hat die EU-Arzneimittelbehörde klargestellt, dass sie in der Sache noch keine Entscheidung getroffen hat. Der EMA-Ausschuss für Medikamentensicherheit habe “noch keine Schlussfolgerung gezogen und die Prüfung läuft derzeit weiter”, teilte die EU-Behörde am Dienstag mit.

Eine Entscheidung werde voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag bekanntgegeben: Am 7. oder 8. April werde es eine Expertenkonferenz der Behörde zu diesem Thema geben, die derzeit gut 40 Berichten zu Thrombosen nach AZ-Impfungen nachgeht. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schrieb auf Twitter, am Mittwoch sei mit einer EMA-Bewertung zu rechnen.

Zuvor hatte ein hochrangiger EMA-Vertreter eine Verbindung zwischen der Impfung mit dem Vakzin und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei manchen Geimpften gezogen. “Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt”, sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung “Il Messaggero”. “Was diese Reaktion auslöst, wissen wir aber noch nicht.” Das Nutzen-Risiko-Verhältnis spreche dennoch weiter für den Impfstoff. Astrazeneca war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

“Unsere Bewertung ist noch lange nicht abgeschlossen”, erläuterte Cavaleri. Er erwarte kaum, dass die EMA diese Woche “so weit kommt, wie es verschiedene Länder getan haben, Altersgrenzen festzulegen”. Mitte März hatte die EMA, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, erklärt, es gebe keine Hinweise, dass die Impfungen die Thrombose-Vorfälle verursacht hätten. Da das aber auch nicht ausgeschlossen sei, liefen Untersuchungen. Auch Ende März hatte sich EMA-Chefin Emer Cooke gegen Beschränkungen ausgesprochen. Eine aktualisierte Empfehlung der EMA sei für die Sitzung ihres Sicherheitsausschusses vom 6. bis 9. April zu erwarten, hieß es da.

“Wir versuchen, ein genaues Bild davon zu erhalten, was passiert”, sagte Cavaleri dem “Messagero” zur laufenden Prüfung. Man wolle “auf präzise Weise dieses durch den Impfstoff verursachte Syndrom definieren”. Bei jüngeren Menschen, die den Astrazeneca-Impfstoff erhalten hatten, gebe es eine Fallzahl an Hirnthrombosen, die höher sei, “als wir erwarten würden”.

Mehrere Länder, darunter Deutschland, Frankreich und Kanada, schränkten den Einsatz bereits ein. Andere Länder wie Dänemark setzten die Verwendung vorsichtshalber vollständig aus. In Österreich hatte das Nationale Impfgremium vergangene Woche die Weiterführung des Impfprogramms mit Astrazeneca empfohlen. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) hat sich bisher für Impfungen mit Astrazeneca ausgesprochen.

In Deutschland sollen seit Ende März Menschen unter 60 Jahren nur noch in Ausnahmefällen mit Astrazeneca geimpft werden. Die deutschen Behörden hatten ihre Entscheidung mit dem Auftreten von Hirnvenen-Thrombosen insbesondere bei jüngeren Frauen in zeitlichem Zusammenhang zu der Impfung begründet. International wurden Dutzende solcher Fälle gemeldet, von denen einige tödlich endeten. In Österreich wird der Tod einer Krankenpflegerin des Landesklinikums Zwettl mehrere Tage nach einer Corona-Impfung mit dem Mittel in Zusammenhang gebracht. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Samstag erklärt, nach landesweit mehr als 18 Millionen Astrazeneca-Impfungen seien in Großbritannien bisher 30 Thrombose-Fälle bei Geimpften aufgetreten. Sieben der Betroffenen seien gestorben.

In Frankreich erstatteten unterdessen die Angehörigen eines 63-Jährigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca an multiplen Thrombosen gestorben ist, Anzeige wegen fahrlässiger Tötung. Wie die Staatsanwaltschaft der Stadt Annecy am Dienstag mitteilte, richtet sich die Anzeige gegen Unbekannt. Einem Bericht der Lokal-Zeitung “Le Dauphiné Libéré” zufolge verstarb der Mann vor rund drei Wochen. Die Familie, die “zu 95 Prozent” davon überzeugt sei, dass ein Zusammenhang zwischen dem Tod des Mannes und der kürzlich erfolgten Impfung bestehe, versuchte den Angaben zufolge, den Vorfall als Folge der Impfung anerkennen zu lassen. Sie meldete den Fall auch an die Arzneimittelbehörde ANSM.

Es ist nicht der erste Fall in Frankreich, der sich gegen den britisch-schwedischen Impfstoffhersteller Astrazeneca richtet: In Toulouse erstatteten Angehörige nach dem Tod einer 38-Jährigen eine Anzeige gegen Unbekannt und in Nantes hat die Staatsanwaltschaft nach dem Tod eines Medizinstudenten eine Voruntersuchung eingeleitet.

Von: APA/Reuters/dpa/AFP

Kommentare

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28 Kommentare auf "EMA traf noch keine Entscheidung in Sachen Astrazeneca"


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Offline
Offline
Universalgelehrter
17 Tage 3 h

Es gibt mittlerweile einige Impfstoffe mehr, die entweder in anderen Ländern schon verimpft oder kurz vor der Zulassung stehen. Also Vollgas ! EMA und EU ! Woher kommen eigentlich die Erkenntnisse der EMA, dass Thrombosen nur bei unter 60-Jährigen vorkommen ? Die mich behandelden Orthopäden und Onkologen haben jedenfalls von einer Impfung mit AZ abgeraten, daher wurde ich Ü60 mit BioNTech/Pfizer geimpft.

Doolin
Doolin
Superredner
17 Tage 2 h

…dann schmeisst den AZ endlich auf den Misthaufen und macht mit andere weiter, aber tut amoll, net lei blöd debattieren…eas soll denn des?…andrerseits haben die Briten nur mit AZ geimpft und so viele scheinen dort nicht gestorben zu sein…also wohl nur a politische Sach…
🤪

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 1 h

Woher kommt deine Annahme, dass die EMA diese Erkenntnis hat?

In keinem der bisherigen Berichte steht “nur”, du wirst dort immer “vor allem” finden.

Und woher die EMA was weiß … die werten halt auch ihre Statistiken aus.

Faktenchecker
16 Tage 22 h

Ist ne Sache des Boulevard!

Leonor
Leonor
Superredner
16 Tage 20 h

Doolin

Nein! Das stimmt nicht, dass die Briten nur mit AstraZeneca geimpft worden sind! Im Dezember wurde erst mit Biontech-Impfstoff BNT162b2 verabreicht erst später mit AstraZeneca!!!!!

natan
natan
Superredner
16 Tage 9 h

@Doolin schon ein Verstorbener ist eins zu viel. Mag sein, dass es statistisch wenig ist, aber erklär es mal den Angehörigen. Wenn bei AZ Thrombosebildung vermutet wird gehören die Impfungen suspendiert, andersfalls ist jeder zwischenfall als vorsätzliche Schadensverursachung seitens der zuständigen Ämter einzustufen.

Faktenchecker
16 Tage 22 h

Die 7 englischen Toten entsprechen 0,00004 %.

Aber Panik verbreiten.

primetime
primetime
Universalgelehrter
16 Tage 22 h

Es sein weit mehr als nur 7 Personen

Faktenchecker
16 Tage 22 h

Link?

Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
16 Tage 20 h

Und wenn Sie zu diesen 7 gehören würden, Faktengecker?

primetime
primetime
Universalgelehrter
16 Tage 19 h

Such selber auf Suedtirolnews

hage
hage
Superredner
16 Tage 19 h

@Piefke-NRW
dann bin ich statisch gesehen vorher bei den Toten des Virus’ dabei…

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Superredner
17 Tage 2 h

Egal, wie der Impfstoff heisst. Wichtig ist, dass geimpft wird. Und das auf Teufel komm raus.

Gustl64
Gustl64
Tratscher
17 Tage 1 h

Was für eine Alternative gibt es für diejenigen, die sich die zweite Dosis Astrazeneca nicht mehr spritzen lassen? Da gibt es wohl keine Antwort.

Offline
Offline
Universalgelehrter
17 Tage 8 Min

@Gustl64…schau einfach mal Nachrichten und male nicht nur ⚫. Es kann bzw. soll nach einer etwas längeren Wartezeit (bis 3 Monate) mit einem mRNA die zweite Impfung erfolgen.

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
16 Tage 23 h

Doch Hr Gusti, dann wird einfach mit Biontech drüber gespritzt, wird in D schon praktiziert.

Faktenchecker
16 Tage 22 h

Gusti will nur Feinkost.

sophie
sophie
Universalgelehrter
17 Tage 2 h

Seid Wochen sagte ich es schon, ohne AstraZeneca ist besser denn wir müssen nicht die Versuchs Kaninchen spielen, es gibt genüge Impfstoffe anderer Pharmariesen

Roor
Roor
Neuling
16 Tage 23 h

Die impfstoffe sein ischer
Lei eini mit den zuig in di vehnen👍🏽👍🏽👍🏽👍🏽👍🏽

Jiminy
Jiminy
Kinig
16 Tage 22 h

du brauchst eher ein Wörterbuch 😅🤣😂🤣😂😅

Roor
Roor
Neuling
16 Tage 6 h

@roor
Die ironie in dein kommentar hosch vergessn in di leit zu zoagn

Roor
Roor
Neuling
16 Tage 6 h

@Jiminy konn schu sein😂😂😂😂

sophie
sophie
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

Einfach Herstellung verbieten und Problem gelöst

Jiminy
Jiminy
Kinig
17 Tage 2 h

Wow, diese EMA ist ja sehr zuverlässig…

The secret garden
The secret garden
Grünschnabel
16 Tage 23 h

In einigen Artikeln habe ich gelesen, dass der Vektor im Verdacht steht, die Ursache fuer die Thrombosen zu sein. Der Vektor sind Viren von Menschenaffen, ich glaube, Gorillas oder Schimpansen.

Falls dieser Verdacht sich bestaetigt, dann sind die Russen sehr clever gewesen, sie haben naemlich fuer den Sputnik V menschliche Adenoviren verwendet (einfache Erkaeltungsviren), die unser Immunsystem schon kennt.

Somit sollte eine eine fehlgeleitete Immunantwort weniger wahrscheinlich sein als bei Viren von irgendwelchen Tieren.

Hoffentlich kommt der Sputnik V auch nach Europa und faellt nicht den politischen Spannungen zum Opfer…

primetime
primetime
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

“die höher sei, “als wir erwarten würden”” Respekt dass so eine Aussage getroffen wird!!!

MrStringer
MrStringer
Grünschnabel
16 Tage 19 h

Sie werden auf die Meinung unseres hochgeschätzten Bernd Gänsbacher warten.

pingoballino1955
16 Tage 7 h

Und die Sanität  impft fleissig weiter mit Astra Zenica??????????😡

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