Epizentrum in der Adria

Erdbeben der Stärke 5,7 in Norditalien

Mittwoch, 09. November 2022 | 13:02 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 5,7 hat Mittwochfrüh die mittelitalienische Adria-Region Marken erschüttert. Es folgten ein zweiter Erdstoß und über 20 Nachbeben. Das Epizentrum lag in der Adria zwischen Italien und Kroatien in einer Tiefe von 25 Kilometer und 64 Kilometer östlich von Rimini, wie das italienische Institut für Erdbeben und Vulkanologie (INGV) mitteilte. Besonders betroffen war die Küstenstadt Senigallia. Es wurden Gebäudeschäden, aber keine Verletzten gemeldet.

Die beiden ersten Erdstöße nach 7.00 Uhr waren klar in mehreren nord- und mittelitalienischen Regionen sowie auch im Trentino, Südtirol und in Rom zu spüren. Menschen liefen auf die Straße, die Feuerwehr wurde von Anrufen besorgter Bürger überflutet. Das Beben wurde auch in Kärnten deutlich wahrgenommen – beispielsweise bei Klagenfurt und Villach, wie die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mitteilte.

Auch in der Badeortschaft Rimini rannten die Menschen in Panik ins Freie. Viele Hotels wurden evakuiert. Touristen bestürmten den Bahnhof in der Hoffnung, die Stadt verlassen zu können. Bei Gebäuden wurden Schäden gemeldet. In der Nähe der Adria-Hafenstadt Ancona wurde der Bahnverkehr für Kontrollen einige Stunden lang unterbrochen. Mehrere Menschen steckten in Aufzügen fest. Der Regionalpräsident der Region Marken, Francesco Acquaroli, berichtete von mehr als 1.200 Anrufen von Bürgern bei den Hotlines, aber keinen großen Schäden. Experten betonten, dass die Folgen des starken Erdbebens dramatisch hätten sein können, wenn das Epizentrum, nicht im Meer, sondern auf dem Festland gewesen wäre.

In der Adria-Hafenstadt Ancona, von wo aus Fähren in Richtung Kroatien und Griechenland abfahren, mussten mehrere Gebäude, darunter ein Krankenhaus, vorsorglich evakuiert wurden. Patienten der Privatklinik Villa Igea in Ancona flüchteten im Nachthemd auf die Straße. Der Bahnhof von Ancona wurde gesperrt. In der ganzen Region Marken blieben die Schulen am Mittwoch geschlossen.

“Im Moment gibt es keine größeren Schäden, aber wir führen alle möglichen Kontrollen in öffentlichen Gebäuden durch. Der Schreck war groß, denn die Erdbeben waren heftig und wir fürchten Nachbeben”, betonte der Bürgermeister der Kunststadt Pesaro, Matteo Ricci. Untersuchungen wurden eingeleitet, um festzustellen, ob das Erdbeben Schäden an den Museen und Kirchen der Renaissance-Stadt verursacht hat.

“Ich hörte, wie sich das Bett bewegte, ich sah den Kronleuchter schwingen. Es waren zwei wirklich starke Erdbeben, alles hat gezittert”, erzählt Sergio Schiaroli, ein Einwohner der Adria-Küstenstadt Fano gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA, über die ersten dramatischen Momente nach dem Erdbeben. Schiaroli hält den Schaden für “begrenzt”, der Schreck sei jedoch groß gewesen.

Das Büro von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, die Regierungschefin stehe in ständigem Kontakt mit der Katastrophenschutzbehörde und dem Regierungschef der Region Marken. Die Adria-Region um Ancona und Senigallia war Mitte September bereits von einer Naturkatastrophe erschüttert worden. Nach einer Nacht heftiger Niederschläge hatten sich die Straßen einiger Ortschaften in Flüsse verwandelt. 13 Menschen starben, 90 Personen mussten ihre schwer beschädigten Häuser verlassen.

“Nach den schweren Überschwemmungen im September haben wir jetzt auch den Schock des Erdbebens erlitten”, klagte Riccardo Pasqualini, Bürgermeister von Barbara in der Provinz Ancona, eine der am stärksten von den Unwettern vom 15. September betroffenen Städte. “Wir sahen Bäume, die auf beängstigender Weise schwankten, ich habe die Schulen vorsichtshalber sofort geschlossen. Unsere Bevölkerung ist in dieser Zeit stark unter Druck. Zum Glück sind die Schäden nicht groß”, betonte Pasqualini.

Der Mittelmeerraum gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen Europas. Die mittelitalienische Apennin-Stadt L’Aquila war 2009 von einem schweren Erdbeben mit über 300 Todesopfern erschüttert worden. Im August 2016 waren fast 300 Menschen ums Leben gekommen, als ein Beben der Stärke 6,2 die Stadt Amatrice und einige Nachbarorte im Appennin-Gebirge erschütterte.

Von: apa

Kommentare

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12 Kommentare auf "Erdbeben der Stärke 5,7 in Norditalien"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
thomas
thomas
Kinig
22 Tage 20 h

ich bin grundsätzlich kein ängstlicher Mensch, Erdbeben aber versetzen mich in Panik

Faktenchecker
22 Tage 17 h

Das interessiert keinen.

Nera
Nera
Grünschnabel
22 Tage 15 h

scheinbar noch nie bei so einer Veranstaltung dabei gewesen.

xXx
xXx
Kinig
22 Tage 13 h

@Faktenchecker eieiei Fakti… was ist denn dir Heute über die Leber gelaufen 🤣🤣🤣

Staenkerer
22 Tage 12 h

i honn des nit gspürt ober schun zwoa miterleb, deswegn konn i di verstien! des erste des i erleb honn, im mai 1976, des in friaul soviel tote gfordert hot und soviel schadn gmocht hot, hot sich so intensiv in mein gedächtnis gegrobn das i heit no es grolln hear und des stubnerker wocklen sich!
jo, a i möcht koans mehr mitjriegn!

genau
genau
Kinig
22 Tage 10 h

@xXx 😄😄

gogogirl
gogogirl
Tratscher
22 Tage 21 h

In Bozen im 5.stock stark gespürt

Faktenchecker
22 Tage 17 h

Du gehst am deutschen Stock?

xXx
xXx
Kinig
22 Tage 13 h

@Faktenchecker du verstehst kein deutsch?

Jumper
Jumper
Grünschnabel
21 Tage 23 h

@Faktenchecker wir waren 25 km vom Epizentrum entfernt, das ganze Haus ist in schwanken gekommen. Das hatten wir von den letzten Erdbeben nicht gehabt

Jumper
Jumper
Grünschnabel
22 Tage 21 h

dieses Mal war es ganz schön heftig.

PuggaNagga
22 Tage 25 Min

Und i hon gmoant der Nochbor hot an Forz glossn und hot in do Hous einipfnattert dasso rumpelt.
😎
Witz beiseite, Im Ernst.
Hat man das bei uns spüren können?

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