Trauerfeier in Ascoli Piceno mit Italiens Präsident Mattarella und Renzi

Bürgermeister von Amatrice: Südtirol als Beispiel nehmen!

Samstag, 27. August 2016 | 07:35 Uhr

281 Tote und 388 Verletzte ist die vorläufige Bilanz der Erdbebenkatastrophe in Mittelitalien. Mindestens 2.500 Menschen wurden obdachlos. Eine offizielle Zahl zu den Vermissten gab es nicht. In Amatrice werden noch 15 Personen gesucht. In der Region Marken wurden keine Vermissten mehr gemeldet.

Italien gedenkt am Samstag der Opfer der Erdbebenkatastrophe. Zu der Trauerfeier in Ascoli Piceno in der Region Marken werden Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Matteo Renzi erwartet. Zugleich wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen. Die Fahnen an öffentlichen Gebäuden wurden im ganzen Land auf halbmast gesetzt.

In Amatrice wird inzwischen weiter nach Verschütteten gesucht. Innenminister Angelino Alfano lobte die Arbeit der Rettungsmannschaften. Die Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi versprach einen schnellen Wiederaufbau und eine bessere Erdbebenvorsorge. Beim Wiederaufbau in Amatrice will sich der Bürgermeister der Ortschaft, Sergio Pirozzi, an Trentino Südtirol ein Beispiel nehmen. “Wir wollen Orte lokalisieren, an denen wir Holzhäuser nach dem Modell von Trentino Südtirol und der Schweiz aufbauen können, die für diese Gegend angemessen sind. Wir wollen kein Ghetto. Die Gemeinschaft muss auf dem eigenen Territorium bleiben. Wir wollen unsere Identität bewahren”, meinte Pirozzi.

Ein wesentlicher Schritt sei der Aufbau einer mobilen Struktur, die als Schule dienen könne. “Der Beginn des Schuljahres steht bevor. Eine Schule ist wichtig, wollen wir eine Abwanderung aus Amatrice verhindern”, betonte Bürgermeister Pirozzi. Danach müsse der historische Kern der Gemeinde aufgebaut werden. Als Modell sollten die erfolgreichen Wiederaufbauarbeiten nach dem Erdbeben in Friaul 1976 dienen.

Der 52-jährige Pirozzi, der sein ganzes Leben lang in Amatrice verbracht hat, zeigte sich optimistisch, dass seine Gemeinschaft trotz der hohen Anzahl an Todesopfern den Neubeginn schaffen könne. Der Weg zur Normalität ist jedoch noch lang und hürdenreich. Wegen eines Nachbebens mit Magnitude 4.8 ist seit Freitag eine Brücke, die direkt nach Amatrice führt, gesperrt. Weitere wackelige Gebäude brachen ein. Der ganze historische Kern Amatrice wurde abgeriegelt und ist lediglich den Rettungsmannschaft zugänglich.

Von: apa

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