EZB-Präsident Mario Draghi

EZB-Chef Draghi glaubt weiter an Aufschwung in Eurozone

Freitag, 16. November 2018 | 17:32 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi erwartet trotz der jüngsten Konjunkturdelle noch kein Ende des Wachstums. “Es gibt sicher keinen Grund, warum die Expansion im Euro-Raum abrupt enden sollte,” sagte Draghi am Freitag auf einem Bankenkongress in Frankfurt. Allerdings hätten die Unsicherheiten mit Bezug auf die Wachstums- und Inflationsaussichten zuletzt zugenommen.

Draghi bekräftigte, sollte die Wirtschaft mitspielen, werde die Notenbank ihre billionenschweren Anleihenkäufe Ende Dezember einstellen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann mahnte an, solche unkonventionellen Instrumente sollten künftig in der Geldpolitik nicht die Regel werden.

Die Wirtschaft wachse bereits seit fünf Jahren, sagte Draghi. “Und wir erwarten, dass die Expansion in den kommenden Jahren anhält.” Da die Erholung schon lange währe, sei eine graduelle Abkühlung jedoch normal. Die 19-Länder-Gemeinschaft war im Sommer so langsam gewachsen wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Juli und September nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu. Experten machten dafür vor allem Probleme deutscher Autobauer mit einem neuen Abgasmessverfahren verantwortlich und rechnen damit, dass es im Schlussquartal wieder bergauf gehen sollte.

Der positive Kreislauf zwischen Beschäftigung, Arbeitseinkommen und Konsum sei Motor der Konjunktur, sagte Draghi. Dieser sei durch die geringere Wachstumsdynamik nicht unterbrochen worden.

Der EZB-Chef setze weiterhin darauf, dass die heimische Nachfrage, der starke Arbeitsmarkt und Investitionen die Erholung der Eurozone in den kommenden Monaten unterstützen wird”, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt von ING Deutschland. Der Zungenschlag sei aber etwas vorsichtiger gewesen.

Sollten Firmen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsaussichten unsicherer werden, könnte dies dazu führen, dass sich Preisdruck langsamer aufbaue, sagte Draghi. Das würde die Inflationserwartungen der EZB für die nächsten Quartale beeinflussen. Die Risiken für die Konjunkturaussichten seien weitgehend ausgeglichen. Im Dezember, wenn der EZB neue hauseigene Konjunktur-Prognosen vorliegen, ließen sich Risiken für Wachstum und Inflation besser abschätzen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erklärte, die Währungshüter sollten nach Jahren des Krisenmanagements wieder zu einer klassischen Geldpolitik zurückkehren. Sie sollten nicht routinemäßig auf Veränderungen der Umstände mit Eingriffen in einer wachsenden Zahl von Marktsegmenten reagieren. Weidmann stand unter anderen den Anleihenkäufen stets skeptisch gegenüber. Diese drohen aus seiner Sicht die Grenzen zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik zu verwischen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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12 Kommentare auf "EZB-Chef Draghi glaubt weiter an Aufschwung in Eurozone"


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Grünschnabel
27 Tage 20 h

Der Banken Drache der Europäischen Wirtschaftsmafia der alles der kleinen schluckt und Feuer speit..

Alf-A.Romeo
Alf-A.Romeo
Grünschnabel
27 Tage 17 h
Völker haften für Ihre Regierungen.  Das Hauptproblem in Italien ist das nicht vorhandene Wachstum! Das einzige was in Italien wächst ist der Bart. Ohne Wirtschaftswachstum gibt’s aber nicht die Möglichkeit Schulden zu tilgen. Der aktuelle Kurs der Regierung führt nur dazu Freunde zu verprellen. Freunde wird Italien aber brauchen wenn die Finanzmärkte über Zinserhöhungen Italien in den Ruin treiben. Wenn das Rating noch um eine Stufe fällt, darf die EZB keine ital. Staatsanleihen mehr kaufen.   Ich gebe euch Recht, die EU hat nicht die Macht Italien zu regulieren. Der EU Rettungsschirm  aber darf nur aufgespannt werden, wenn vorher alle auferlegten … Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Kinig
27 Tage 2 h

Oder man stellt einfach die 20 Milliarden an die Eu ein. 😂

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Grünschnabel
26 Tage 20 h

@Alf-A.Romeo ” Fuk the Rating agencies ” and Co.

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Grünschnabel
26 Tage 3 h

@Alf-A.Romeo das dauert nur eine Stunde, aber so viel Zeit hast Du noch bevor der ganze Finanzscheis den Abgrund hinunter geht…

falschauer
falschauer
Superredner
25 Tage 19 h

@Alf-A.Romeo… ein horrorszenario für jeden sparer….ich traue das diesen t… in rom auch zu….obwohl sie es kategorisch ablehnen….aber bereits die tatsache dass darüber gemunkelt wird ist ein warnzeichen

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
27 Tage 23 Min

Indem er Kindern die wenigen Zinsen vom Sparbuch stiehlt

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Grünschnabel
26 Tage 18 h

genauso ist es!!!, aber so brutal wollte ich das nicht formulieren den ansonsten verteht unser lieber Alf mich wieder nicht…

Alf-A.Romeo
Alf-A.Romeo
Grünschnabel
26 Tage 16 h

Die Zinsen vom Sparbuch Deiner Kinder, die klauen die Südländer.
Seit Jahren hält die EZB die Zinsen  niedrig, weil ein Anstieg der Zinsen um 1-2% die Südländer in die Pleite treiben würde.
Diese niedrigen Zinsen bringen den vernünftig wirtschaftenden Nationen einen immensen Wirtschaftsschub. Drum brummt es in Ö und D so.  Ich kenn einen bayerischen Unternehmer, der ist gar nicht so gut auf die Italiener zu sprechen. Seine Altersvorsorge bringt wegen der langanhaltenden Niedrigzinsphase lange nicht das, was ursprünglich geplant war.  Er wird nicht verhungern, aber im stinkts.
Es stellt sich die Frage:
Wer stiehlt seine Zinsen von seinem Sparbuch?

Alf-A.Romeo
Alf-A.Romeo
Grünschnabel
26 Tage 16 h

Ja, liebe Wirtschaftsfachleute und Finanzgenies
ich kapier einfach nicht, was ihr so ausdrücken wollt.
Auch das Wort Fuk findet sich nicht in meinem englischen Wortschatz. Vielleicht könnt ihr euch besser ausdrücken wenn ihr nächstes Jahr in die zweite Klasse kommt.

Auch Leo English kennt das Wort nicht
https://dict.leo.org/englisch-deutsch/Fuk

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Grünschnabel
26 Tage 3 h

dann ignoriere es einfach…

Alf-A.Romeo
Alf-A.Romeo
Grünschnabel
24 Tage 16 h

@Spamblocker     –    So, Nigel Farage ist also Ihr Held. Respekt…   Schlechte
Manieren gepaart mit Inkompetenz ergibt 
einen tollen  Popolisten .  Die Befürworter und Einpeitscher des Brexits
(Boris Johnson, Nigel Farage) sind Vertreter eines “Manchasterkapitalismus
2.0”, die sich mittlerweile vom Acker  gemacht haben und einen Scherbenhaufen
hinterließen. Die Mehrheit der Briten, auch oder v.a. der eher ungebildeten
Brexeteers werden die Verlierer dieses Prozesses sein.  Arm ist maximal unfrei. Mir ein Rätsel, warum
ein Volk das unbedingt ausprobieren will.  Der Rest von Europa weiß es zum Glück besser
(also bis auf ein paar Deppen, die sich in jedem Land finden).   —   Nochmal
Respekt                                                                                

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