EZB hält am bisherigen Leitzins fest

EZB hält trotz Konjunkturrisiken unverändert Kurs

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 13:58 Uhr

Europas Währungshüter halten das Geld weiterhin billig. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, wie der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt entschied. Banken erhalten somit frisches Geld bei der Notenbank weiterhin zum Nulltarif.

Sparer müssen sich indes noch gedulden, einige Volkswirte rechnen angesichts zunehmender Risiken für die Konjunktur inzwischen damit, dass die EZB mit der ersten Zinserhöhung bis ins Jahr 2020 warten wird. Den Strafzins, den Banken für bei der EZB geparktes Geld bezahlen müssen, beließ die Notenbank am Donnerstag bei 0,4 Prozent.

Die Aussichten für die Konjunktur haben sich zuletzt eingetrübt: Internationale Handelskonflikte bremsen den Welthandel, das chinesische Wirtschaftswachstum fiel im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten, in Europa droht ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Mit Blick auf die europäische Wirtschaft sprach EZB-Präsident Mario Draghi in der vergangenen Woche im EU-Parlament in Straßburg von einer “Verlangsamung, die nicht auf eine Rezession zusteuert, die aber länger dauern könnte als zunächst erwartet”.

Ökonomen der DZ Bank äußerten sich zuletzt skeptisch: “Angesichts der verhaltenen konjunkturellen Dynamik sollte auch der grundlegende Preisdruck in der europäischen Wirtschaft weiter schwach ausgeprägt bleiben. Dies dürfte die Bestrebungen der EZB, zur geldpolitischen Normalität zurückzukehren, weiter verzögern oder sogar ganz im Keim ersticken.”

In der Tat schwächte sich im Dezember die Inflation im Euroraum ab: Die Verbraucherpreise lagen nach Eurostat-Berechnungen um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit fiel die Teuerung auf den tiefsten Wert seit April. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.

Dieser Wert gilt als weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur bremsen. Mit ihrer Geldflut will die EZB der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge helfen und die Teuerung anheizen.

Frische Milliarden in Staats- und Unternehmensanleihen will die EZB vorerst nicht stecken. Allerdings werden die Gelder aus auslaufenden Papieren vorerst wieder investiert. Seit Beginn der Anleihenkäufe im März 2015 bis Ende 2018 hat die EZB Wertpapiere im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro erworben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "EZB hält trotz Konjunkturrisiken unverändert Kurs"


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Mistermah
Mistermah
Kinig
30 Tage 7 h

Die nullzinspolitik beweist wie schwach die Wirtschaft ist. Jede Erhöhung würde in die Krise stürzen. Das unvermeidliche wird solange wie möglich aufgeschoben. Danach kommt es zur rasanten Erhöhung der Zinsen und somit zur kollektiven Enteignung. Bei diesen Zinsen längerfristig Schulden zu machen ist Irrsinn. Es kann nur schlechter werden. Denn nach unten geht nicht mehr

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