Der Palazzo Ducale sieht sich als Opfer eines Betrugs

Falsche Modigliani-Werke in Genua ausgestellt: Ermittlungen

Dienstag, 09. Januar 2018 | 14:35 Uhr

Gefälschte Werke sind im Rahmen einer Modigliani-Schau im Palazzo Ducale in Genua im vergangenen Frühjahr ausgestellt worden. Dies stellten Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft von Genua fest, die die ausgestellten Werke im Juli wegen Fälschungsverdacht beschlagnahmt hatte. Daraufhin war die Ausstellung geschlossen worden.

Die Werke seien grobe Fälschungen. Die Bilderrahmen würden aus Osteuropa und aus den USA stammen und könnten keineswegs auf Modigliani zurückgeführt werden, hielten die Gutachter laut Medienberichten vom Dienstag fest. Die Untersuchung war aufgrund der Anzeige eines toskanischen Modigliani-Experten eingeleitet worden.

Der Palazzo Ducale sieht sich als Opfer eines Betrugs und kündigte rechtliche Schritte an. Ermittlungen laufen gegen drei Personen, unter anderem gegen den Kurator der Ausstellung. Der Palazzo Ducale erklärte, er habe für die Organisation der Ausstellung eine externe Gesellschaft beauftragt.

Laut Experten befinden sich mehrere Fälschungen von Werken des toskanischen Meisters im Umlauf. Die Fälschung von drei Modigliani-Skulpturen hatte im Sommer 1984 zu einem spektakulären Kunstskandal geführt. Die aus einem Kanal in Livorno, der Geburtsstadt des Künstlers, gefischten Skulpturen wurden zunächst von renommierten Experten für authentisch befunden, erwiesen sich aber als Ulk einiger Studenten, die Kunstkritiker bewusst an der Nase herum führten wollten.

Von: apa