Ehefrau ermordet und deren Suizid vorgetäuscht – VIDEO

Familie entsetzt: Mörder kommt nach 13 Jahren frei

Dienstag, 13. September 2022 | 07:09 Uhr

Modena/Sassuolo – Die Angehörigen und Freunde der im Jahr 2009 ermordeten Giulia Galiotto sind empört. Seit der Nachricht, dass der Mörder der zum Tatzeitpunkt erst 30-jährigen Frau, ihr damaliger Ehemann Marco Manzini, nach nur 13 Jahren Haft in die vorläufige Freiheit entlassen wurde, herrscht unter den Hinterbliebenen Ungläubigkeit, Furcht, Wut und Entsetzen. Zum Ärger der Angehörigen des Mordopfers will ihnen ihr Mörder nun sogar eine „Entschädigung“ anbieten.

Facebook/Per Giulia Galiotto

„Er bietet uns 50 Euro im Monat als ‚Wiedergutmachung‘ an. Während er alles über uns weiß, wissen wir nicht, wo er ist und wer ihn kontrolliert. Und wenn wir Angst hätten? Wer garantiert, dass diese Person nicht hinter uns her ist?“, fassen die Angehörigen, die nicht mehr an die Gerechtigkeit glauben, ihr Entsetzen in Worte.

Facebook/Per Giulia Galiotto

Der Femizid geschah am 19. Februar 2009. Giulia Galiotto, deren Ehe mit Marco Manzini sich nach nicht einmal vier Jahren in einer tiefen Krise befand, wollte während eines gemeinsamen Treffens vermutlich ausloten, ob es nicht noch eine Möglichkeit gäbe, das Verhältnis zwischen den beiden zu kitten. Die beiden gerieten aber sofort in Streit, in dessen Verlauf Marco Manzini einen Stein in die Hand nahm und mit diesem seine Ehefrau erschlug.

Danach tat Marco Manzini alles, um den Mord als Selbstmord erscheinen zu lassen. Um das Blut zu stoppen, wickelte er Giulias Kopf in eine Plastiktüte. Nachdem er sich geduscht und seine blutbefleckte Bekleidung in einer Mülltonne entsorgt hatte, packte er die Leiche seiner Frau in sein Auto und warf sie von der Brücke in den Fluss Secchia. Nach einer intensiven Autowäsche rief er seine Schwiegereltern an und spielte vor ihnen den besorgten Ehemann. Er teilte ihnen voller Besorgnis mit, dass er einen handgeschriebenen Zettel gefunden habe, der auf einen Selbstmord hindeute. In Wahrheit hatte Giulia Galiotto diese Zeilen Jahre vorher nach einem ersten Streit mit ihrem späteren Ehemann geschrieben.

Facebook/Per Giulia Galiotto

Die Leiche der damals 30-jährigen Frau wurde später aus der Secchia gezogen. Die Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras, die ihn unter anderem beim Waschen des Autos zeigten, ließen das Lügengebäude von Marco Manzini rasch zusammenbrechen. Nach einem langen Verhör durch die Carabinieri gestand der Ehemann den Mord an seiner Frau.

Der folgende Mordprozess war für die Angehörigen und Freunde des Opfers aber eine große Enttäuschung. „Nicht ihrem Mörder, sondern meiner Tochter wurde der Prozess gemacht“, klagt die Mutter von Giulia Galiotto, Giovanna Ferrari. In der Tat wurde im Laufe des Verfahrens Manzini ein verkürztes Verfahren zugestanden. Zudem wurde ihm seine Tat als „Impulsverbrechen“ im Rahmen einer „emotionalen Zerrüttung“ anerkannt. Der vorher im Raum stehende Vorsatz wurde gestrichen. Trotz der Schwere seiner Bluttat und trotz des Versuchs, einen Suizid seines Opfers vorzutäuschen, wurde er zu einer Haftstrafe von nur 19 Jahren verurteilt.

Facebook/Per Giulia Galiotto

Aufgrund seiner guten Führung wird seine Strafe aber bereits im Jahr 2025 enden. Wie die entsetzten Hinterbliebenen erfahren mussten, wurde Manzini aber bereits Anfang 2022 in die Halbfreiheit entlassen. Insgesamt verbrachte Giulias Mörder nur 13 Jahre hinter Gittern.

Das ist aber noch nicht alles. „Um seine Bereitschaft zu bekunden, sich einer strafrechtlichen Schlichtung anzunähern“, ließ er über seine Anwälte den Eltern von Giulia ein Schreiben zukommen, in dem er ihnen monatlich 50 Euro als „Entschädigung“ anbietet. Eine Geste, die bei Giulias Eltern alles andere als gut ankam. „Nachdem er unsere Tochter ermordet hatte, hat er uns angelogen und verhöhnt. Vor Gericht hat er nie Reue gezeigt und über unsere Tochter nur unwahre Dinge erzählt. Während er alles über uns weiß, wissen wir nicht, wo er ist und wer ihn kontrolliert. Und wenn wir Angst hätten? Wer garantiert, dass diese Person nicht hinter uns her ist?“, fassen die Eltern, die nicht mehr an die Gerechtigkeit glauben, ihr Entsetzen in Worte.

Facebook/Per Giulia Galiotto

Die Mutter von Giulia, Giovanna Ferrari, die die Justiz wegen des Prozesses und besonders wegen des nicht anerkannten Vorsatzes hart kritisiert hatte, teilte mit, dass sie jegliche Form der Vermittlung ablehne. „Wir akzeptieren keine Schlichtung. Wenn Manzini mich treffen will, dann soll er mir die Wahrheit sagen und nicht die Lügen, die er vor Gericht erzählt hat“, so die Worte von Giulias Mutter, die vermutet, dass dies nur ein Trick des Mörders ihrer Tochter sei, um weitere Erleichterungen zu erlangen.

Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter kämpft Giovanna Ferrari zusammen mit anderen Hinterbliebenen von Femizidopfern für strengere Gesetze und eine effizientere Prävention von Verbrechen gegen Frauen. Dem Gedenken an Giulia ist auch eine eigene Facebook-Seite gewidmet. Zudem schrieb Giovanna Ferrari über den Fall ihrer Tochter ein Buch.

Facebook/Per Giulia Galiotto

Auch Giulias Schwester, Elena Galiotto, ist wütend, entsetzt und empört. „Hallo Giulia, heute habe ich erfahren, dass dein Mörder freigelassen worden ist. Mein Gehirn hat große Schwierigkeiten, diese Tatsache zu begreifen. Du bist nicht mehr unter uns und dein Mörder ist frei“, wendet sich die zutiefst enttäuschte Elena Galiotto an ihre tote Schwester.

 

Von: ka

Kommentare

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8 Kommentare auf "Familie entsetzt: Mörder kommt nach 13 Jahren frei"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
21 Tage 3 h

Deis isch lei mea zum Plärrn, iatz seimr souweit, das mr mit die Täter mea Mitleid hobm, als mit die Opfer 🤦‍♂️

Savonarola
20 Tage 23 h

genau das sind die Vorfälle, die ein Land in die Hände Melonis treiben.

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 21 h

Da muss ich dir mal Recht geben.

Savonarola
20 Tage 13 h

@N. G.

danke.

ieztuets
ieztuets
Superredner
20 Tage 23 h

Aso geats noar weil nit jeder Mörder EFFEKTIV Lebenslong krieg wies khearat!

Paladin
Paladin
Tratscher
21 Tage 36 Min

Tja Recht und Gerechtigkeit.

N. G.
N. G.
Kinig
20 Tage 17 h

Gerechtigkeit gibt es nicht, wirds nie geben! Auserdem, was für den einen gerecht ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Definitionssache!

Ivan
Ivan
Neuling
20 Tage 15 h

Am Ende muss gesagt werden, dass es sicher Gründe gibt, wiso der Vorsatz gestrichen wurde. Auch wird es Gründe für eine vorzeitige Entlassung geben. Es bringt nichts einen Menschen wegen einer “Affekttat”, was es nach Gericht ja war, lebenslang wegzusperren, vor allem wenn ein Mensch Reue zeigt und zeigt, dass er sich gebessert hat. Es gibt ja auch Gründe wiso die Gesetze so sind wie sie sind. Sind wir froh dass wir in einem Land leben, wo es eine funktionierende Justiz gibt.

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