Pflegende Mutter und Tochter wegen Veruntreuung im Amt vor Gericht

Fatales Missgeschick in Trient: Ehefrau verurteilt

Samstag, 27. Juni 2015 | 10:54 Uhr

Trient – Ein unglaublicher Vorfall hat sich in Trient ereignet: Eine Frau, die gemeinsam mit ihrer Tochter den Ehemann pflegt, landete wegen Veruntreuung im Amt vor Gericht, weil ein paar Unterlagen fehlten, die bei einem Umzug verloren gingen.

Seit 2007 haben Mutter und Tochter laut einem Bericht von trentino online die Vormundschaft über den Mann, der seit Jahren unter einer neurodegenerativen Krankheit leidet und sich deshalb in einer Klinik aufhält.

Neben verschiedenen Besorgungen und der Unterstützung verwalteten die beiden Frauen auch die Pension des Mannes. Der Vormundschaftsrichter kam allerdings zum Schluss dass zwischen den Jahren 2007 und 2012 eine Summe von rund 14.000 Euro fehlt.

Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen der Rente des Mannes und den Ausgaben, die die beiden Frauen dokumentiert haben. Der Vormundschaftsrichter meldete den Fall der Staatsanwaltschaft, die darauf Anklage erhoben hat. Die beiden Frauen waren fassungslos und suchten sich einen Anwalt.

Ihm vertrauten sie an, dass sie immer das Geld der Rente für Notwendigkeiten des Mannes ausgegeben hätten. Allerdings habe es ein Problem bei einem raschen Umzug gegeben, der deshalb nötig war, weil es zu Unstimmigkeiten mit dem Wohnungsbesitzer gekommen war. Während des Umzugs seien die Unterlagen, die die Ausgaben eines Jahres dokumentierten, verloren gegangen.

Allerdings hat man den beiden Frauen nicht geglaubt. Nun wurden sie vor Gericht zu einem Jahr Haft verurteilt. Der Anwalt will nun Berufung einlegen.

Von: ©mk