Selbstporträt des Leonardo da Vinci

Feierlichkeiten zum 500. Todestag da Vincis in Italien

Mittwoch, 13. März 2019 | 16:27 Uhr

Er gilt als Universalgenie: Leonardo da Vinci war Renaissance-Künstler, Erfinder, Musiker und Philosoph. Zu seinem 500. Todestag am 2. Mai hat Italien ein groß angelegtes Programm zusammengestellt, das am Mittwoch in Rom im Beisein von Premier Giuseppe Conte vorgestellt wurde. Das Programm umfasst 500 Events, darunter Ausstellungen, Seminare und Konferenzen.

Vorgestellt wurde eine Leonardo-App, die Informationen zu allen Veranstaltungen zu Ehren des Universalgelehrten in Italien liefert. “Leonardo ist ein unsterbliches und vielseitiges Genie, das heute noch immer wieder überrascht. Es gibt keine Disziplin, in der er keine Rolle gespielt hat”, betonte Conte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Rom.

Eingeweiht wurde am Mittwoch eine Ausstellung im Komplex “Scuderie del Quirinale” in Rom mit dem Titel “Die Wissenschaft vor der Wissenschaft”, die die Rolle des Universalgenies in der wissenschaftlich- technologischen Kultur unserer Zeit beleuchtet.

Highlight ist die am 2. Mai, dem Todestag Leonardos, geplante Eröffnung der Feierlichkeiten in der “Accademia Nazionale dei Lincei” in Rom, der ersten privaten Institution zur Förderung der Naturwissenschaften in Europa. Sie wurde 1603 in Rom von dem Adligen Federico Cesi gegründet. Es folgt die Eröffnung einer Ausstellung zu Ehren von Leonardos weltbekannten “Vitruvianischen Menschen” in der Galleria dell’Accademia in Venedig.

Der Künstler, Erfinder, Musiker und Philosoph wird auch in der Renaissance-Hauptstadt Florenz gebührend gefeiert. Die Uffizien haben den berühmten Codex Leicester (1507-08) aus den USA nach Italien zurück geholt. Das Dokument gehört seit Jahren dem Tycoon Bill Gates. Er hat eine besondere Animation dafür programmieren lassen, die es ermöglicht, das Dokument zu durchblättern und Zeile für Zeile zu lesen. Die Ausstellung endete zwar bereits Ende Jänner, immerhin bietet die Website des Museums aber einen guten Einblick in die Entstehung dieses Meisterwerks.

Das Museum Galileo in Florenz plant für 2019 eine ganze Reihe von Ausstellungen. Von März bis September 2019 soll eine Schau über die Manuskripte und die Bibliothek des Meisters gezeigt werden. In der Sala dei Gigli im Palazzo Vecchio, dem Rathaus von Florenz, wird es vom 25. März bis 24. Juni 2019 eine Ausstellung über “Leonardo und Florenz” geben. Im Refektorium der Kirche von Santa Maria Novella informiert eine Dokumentation über Leonardo und seine Erforschung der Botanik.

Auch Mailand, wo Leonardo seine Meisterwerke “Codex Atlanticus” und “Das letzte Abendmahl” schuf, hat ein umfangreiches Programm zu Ehren des Genies entworfen. Ausstellungen, multimediale Installationen und Events sind geplant. Veranstaltungen sind auch im Ausland, vor allem in Frankreich, vorgesehen. “Wir werden uns aktiv dafür einsetzen, dass Leonardo auch im Ausland gefeiert wird. Am Freitag bin ich in Frankreich, um die Franzosen bei der Organisation einer großen Leonardo-Ausstellung Ende 2019 in Paris zu unterstützen”, erklärte der italienische Kulturminister Alberto Bonisoli.

Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini hat am Mittwoch im Scherz dafür plädiert, die “Mona Lisa” aus dem Pariser Louvre zurück nach Italien zu bringen. Während einer Pressekonferenz in Rom sagte der Innenminister: “Ich gebe bekannt, dass wir mit dem französischen Botschafter zusammenarbeiten, um die ‘Mona Lisa’ zurückzuholen.”

Es wäre “bequemer” für alle, die das weltberühmte Gemälde aus der Nähe betrachten wollten, ergänzte der Lega-Chef. Erst dann fügte er: “Spaß beiseite – natürlich brauchen wir keine weiteren internationalen Krisen.”

Die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich sind seit Monaten gespannt. Grund sind unter anderem der Streit um die Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen dem norditalienischen Turin und der französischen Stadt Lyon, die Aufnahme von Flüchtlingen, aber auch die Auseinandersetzung um die Ausleihe von Werken des Universalgenies Da Vinci im Jubiläumsjahr. Im Februar hatte Frankreich nach scharfer Kritik der italienischen Führung an Präsident Emmanuel Macron seinen Botschafter vorübergehend aus Italien abgezogen.

Von: apa