Sandrelli ist für ihr schauspielerisches Lebenswerk geehrt worden

Filmfestival Locarno ehrte Fimdiva Stefania Sandrelli

Montag, 08. August 2016 | 16:18 Uhr

Die italienische Schauspielerin Stefania Sandrelli ist beim 69. Internationalen Filmfestival Locarno mit einem “Leopard Club Award” für ihr schauspielerisches Lebenswerk geehrt worden. Sandrelli nahm die Auszeichnung, die vor ihr zum Beispiel schon die Hollywood-Stars Faye Dunaway und Mia Farrow erhalten hatten, am Freitagabend vor mehr als 8.000 Festivalbesuchern auf der Piazza Grande entgegen.

In ihrer kurzen Dankesrede entsprach sie ganz dem Ruf einer bodenständigen “Diva fürs Volk”. Sie betonte, dass sie ihren Erfolg und damit auch diese Ehrung “vielen großen Kollegen wie Marcello Mastroianni und Bernardo Bertolucci und dem Publikum verdanke”.

Bekannt wurde Stefania Sandrelli schon mit 15 Jahren als Schönheitskönigin. Danach wurde sie in ihrer Heimat Italien in der Nachfolge von Sophia Loren und Gina Lollobrigida zum Filmstar. Ihren größten Erfolg feierte die Schauspielerin vor 40 Jahren als eine der Hauptdarstellerinnen in Bernardo Bertoluccis weltweit erfolgreichem Epos “1900”.

Tags zuvor war Sandrellis Kollegin Jane Birkin mit dem Goldenen Leoparden für ihr Lebenswerk gewürdigt worden. Am Freitag feierte nun der Schweizer Kurzfilm “La femme et le TGV” mit Birkin in der Hauptrolle Weltpremiere. Die Britin porträtiert in der leichtfüßigen Komödie des Jungregisseurs Timo von Gunten Elise Lafontaine, die seit 30 Jahren täglich um 6.18 Uhr und 19.13 Uhr an der Zugstrecke durch den Neuenburger Jura steht, um dem Lokomotivführer des vorbeifahrenden TGV zuzuwinken – bis die Strecke verlegt wird. Das scheint die ältere Dame von ihren Träumen abzuschneiden – vorerst.

Von Gunten hat die Geschichte der Frau, die während Jahren vor ihrem Haus dem vorbeifahrenden TGV zuwinkte, in einem Zeitungsbericht entdeckt. Daraus entstand ein märchenhafter Film, der in seiner bezaubernden Leichtigkeit an Filme wie “Amelie” erinnert. Dass der 25-jährige Schweizer Jane Birkin für die Hauptrolle gewinnen konnte, ist ein Coup, den seine bereits vielversprechende Karriere weiter befördern dürfte. Sein nächstes Filmprojekt ist denn auch ein Langspielfilm. “Alice from Switzerland” soll in den USA spielen.

Die Hauptdarstellerin beehrte die Premiere des Kurzfilms, der am Festival im nationalen Nachwuchswettbewerb der “Pardi di domani” um einen kleinen Leoparden wetteifert. Sie habe dieser “lustigen und gleichzeitig traurigen Geschichte” nicht widerstehen können, sagte Birkin.

Von: APA/dpa

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